Corona-Infos

Auswirkungen des Corona-Virus

Informationen und Unterstützungsangebote für Unternehmen

Als Wirtschaftsförderung für den Wetteraukreis möchten wir unsere Wetterauer Betriebe in der Krisenzeit bestmöglich unterstützen und einen Überblick über die verfügbaren Konjunktur- und Finanzierungsprogramme bieten. Diese Webseite wird ständig aktualisiert.

Hinweise für Arbeitgeber zum Arbeitsschutz in Zeiten von Corona finden Sie hier.

Das Maßnahmenpaket der Bundesregierung gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise kann auch auf der Website des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) tagesaktuell eingesehen werden.


Außerordentliche Wirtschaftshilfe - Novemberhilfe

Die Novemberhilfe des Bundes richtet sich an Unternehmen, Betriebe, Selbststständige, Vereine und Einrichtungen, die von den temporären Schließungen erfasst sind. Antragsberechtigt sind solche Unternehmen, die aufgrund des Beschlusses des Bundes und der Länder vom 28. Oktober 2020 den Geschäftsbetrieb einstellen mussten. Hotels sind ebenfalls antragsberechtigt.

Auch diejenigen Unternehmen, die zwar nicht direkt von einer staatlichen Schließungsanordnung betroffen sind, aber faktisch im November dennoch an der Ausübung ihres Gewerbes gehindert sind, sollen direkt antragsberechtig sein. Dies gilt für alle Unternehmen, die regelmäßig 80 Prozent ihrer Umsätze mit direkt von den Schließungs-Maßnahmen betroffenen Unternehmen erzielen, zum Beispiel eine Wäscherei, die vorwiegend für Hotels arbeitet, die von der Schließungsanordnung direkt betroffen sind.

Mit der Novemberhilfe werden Zuschüsse pro Woche der Schließung in Höhe von 75 Prozent des durchschnittlichen wöchentlichen Umsatzes im November 2019 gewährt. Die Hilfe wird als einmalige Kostenpauschale ausbezahlt. Unternehmen sollen damit insbesondere ihre Fixkosten decken können, die trotz der temporären Schließung anfallen. Um das Verfahren so einfach wie möglich zu halten, werden diese Kosten über den Umsatz angenähert. Bezugspunkt ist der durchschnittliche wöchentliche Umsatz im November 2019.

Soloselbstständige haben ein Wahlrecht: sie können alternativ zum wöchentlichen Umsatz im November 2019 den durchschnittlichen Wochenumsatz im Jahr 2019 zugrunde legen. Damit wird auch Soloselbstständigen geholfen, die im November 2019 keinen Umsatz hatten.

Die Novemberhilfe wird bis zu einer Obergrenze von 1 Millionen Euro gewährt, soweit der bestehende beihilferechtliche Spielraum des Unternehmens das zulässt (Kleinbeihilfenregelung der EU). Andere staatliche Leistungen, wie z. B. die Überbrückungshilfe oder das Kurzarbeitergeld werden auf die Novemberhilfe angerechnet. Reine Liquiditätshilfen, wie zum Beispiel rückzahlbare KfW-Kredite, werden nicht angerechnet.

Die Antragstellung erfolgt elektronisch durch SteuerberaterIinnen, WirtschaftsprüferIinnen, vereidigte BuchprüferIinnen oder RechtsanwältIinnen über die Überbrückungshilfe-Plattform (www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de). Soloselbstständige, die bislang keinen Antrag auf Überbrückungshilfe gestellt haben, können mit dem Direktantrag im eigenen Namen (ohne prüfenden Dritten) bis zu 5000,- Euro beantragen.

Seit dem 26.11.2020 kann die Novemberhilfe beantragt werden!

Um kurzfristige Hilfen zu gewährleisten sollen ab Ende November zunächst Abschlagszahlungen gewährt werden, in Höhe von bis zu 5.000 Euro für Soloselbstständige und bis zu 10.000 Euro für andere Unternehmen (bis zu 50 % der insgesamt beantragten Summe).

Weitere Informationen zur Novemberhilfe finden Sie in den FAQ´s des Bundesfinanziministeriums.


Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen (2. Phase)

Die Überbrückungshilfe steht branchenübergreifend kleinen und mittleren Unternehmen zur Verfügung, die ihre Geschäftstätigkeit infolge der Corona-Krise anhaltend vollständig oder zu wesentlichen Teilen einstellen mussten.

Die Überbrückungshilfe ist für die Fördermonate September bis Dezember 2020 in die zweite Phase gestartet und im Vergleich zum ersten Förderzeitraum (Juni-August) deutlich ausgeweitet worden!

Konkret sind nun Unternehmen antragsberechtigt, die entweder einen Umsatzeinbruch in Höhe von mindestens 50 % in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 gegenüber den Vorjahresmonaten erlitten haben, oder die im selben Zeitraum insgesamt einen durchschnittlichen Umsatzeinbruch von mindestens 30 % pro Monat verzeichnen mussten. Bei einem Umsatzrückgang von weniger als 30 % wird weiterhin keine Überbrückungshilfe ausgezahlt. Auch Soloselbstständige und Freiberufler können einen Antrag stellen, wenn sie die Programmvoraussetzungen erfüllen. Gleiches gilt für gemeinnützige Unternehmen und Einrichtungen.

Die Überbrückungshilfe ist ein monatlicher Zuschuss zu den betrieblichen Fixkosten der Monate Juni bis Dezember. Die Förderhöhe berechnet sich an den Umsatzrückgängen gegenüber dem Vorjahresmonat.

Erstattet werden:

  • 40 % der Fixkosten bei Umsatzrückgang zwischen 30 % und 50 %
  • 60 % der Fixkosten bei Umsatzrückgang zwischen 50 % und 70 %
  • 90 % der Fixkosten bei einem Umsatzrückgang von mehr als 70 %

Um auch kleinen Unternehmen mit wenigen Beschäftigen und sehr hohen Fixkosten spürbar zu helfen, sind ab September die entsprechenden Höchstgrenzen der Überbrückungshilfe entfallen. Die maximale Höhe der Überbrückungshilfe beträgt nun unabhängig von der Beschäftigtenzahl 50.000 Euro pro Monat. Damit können Unternehmen je nach Höhe der betrieblichen Fixkosten für die vier Monate bis Dezember 2020 bis zu 200.000 Euro an Zuschüssen erhalten.

Geltend gemachte Umsatzrückgänge und fixe Betriebskosten sind durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer in geeigneter Weise zu prüfen und zu bestätigen. Überzahlungen sind zu erstatten.

Die Überbrückungshilfe erfordert ein zweistufiges Antragsverfahren über eine/-n beauftragte/-n SteuerberaterIn, WirtschaftsprüferIn oder vereidigte/-n BuchprüferIn. Die 2. Phase der Überbrückungshilfe umfasst die Fördermonate September bis Dezember 2020 und kann ab sofort beantragt werden. Die Antragsfrist endet am 31. Dezember 2020.

Die Antragstellung erfolgt auf einer bundesweit einheitlichen Plattform. Weitere Informationen finden Sie beim Bundesfinanzministerium.


Grundsicherung

Wenn Ihnen als Unternehmer/-in darüber hinaus die Mittel zur Bestreitung Ihres allgemeinen Lebensunterhaltes fehlen, haben Sie die Möglichkeit Grundsicherung zu beantragen. Die Zugangsvoraussetzungen zur Grundsicherung sind im Zuge der Corona-Krise gelockert worden. So findet für die ersten sechs Bezugsmonate keine Vermögensprüfung statt. Außerdem werden im gleichen Zeitraum die Ausgaben für Miete und Heizung in tatsächlicher Höhe anerkannt. Weitere Informationen dazu finden Sie bei der Bundesagentur für Arbeit.

Für die Beantragung der Grundsicherung wenden Sie sich an das Jobcenter Wetterau.


Kurzarbeitergeld

Die bisherigen Kurzarbeiterregelungen sind zielgerichtet angepasst worden. Dabei wurden erleichterte Zugangsvoraussetzungen für das Kurzarbeitergeld eingeführt:

  • Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht bereits, wenn mind. 10 % der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall haben
  • teilweiser oder vollständiger Verzicht auf Aufbau negativer Arbeitszeitsalden
  • Kurzarbeitergeld auch für Leiharbeitnehmer
  • vollständige Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge durch die Bundesagentur für Arbeit (BA)

Für Betriebe, die bis zum 31.12.2020 Kurzarbeit eingeführt haben gilt darüber hinaus nun eine verlängerte Bezugsdauer von bis zu 24 Monaten, längstens bis zum 31.12.2021.

Zuständig für die Bearbeitung von Kurzarbeiteranträgen im Wetteraukreis ist der Arbeitgeber-Service Wetterau: Wetterau.arbeitgeber(a)arbeitsagentur.de.

Weitere Informationen erhalten Sie auch auf der Website der Bundesagentur für Arbeit oder bei der Unternehmerhotline der Bundesagentur, unter: 0800 45555 20.


Liquiditätshilfen (Darlehensförderung)

  • Der Zugang zu Unternehmenskrediten wurde deutlich erleichtert. Einen Überblick über die verschiedenen Finanzierungsprogramme in Hessen erhalten Sie bei der Wirtschafts- und Infrastrukturbank des Landes Hessen (WI-Bank) und bei der KfW-Bank.
  • Für Unternehmen, die krisenbedingt vorübergehend in ernsthaftere Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind und daher nicht ohne weiteres Zugang zu den bestehenden Förderprogrammen haben, wurde die Risikotoleranz der KfW krisenadäquat erhöht.
  • Bei den Bürgschaftsbanken wurde darüber hinaus der Bürgschaftshöchstbetrag auf 2,5 Millionen Euro verdoppelt. Bürgschaftsverfahren wurden beschleunigt und vereinfacht, um eine schnelle Kreditvergabe zu ermöglichen. Weitere Informationen dazu erhalten Sie bei der Bürgschaftsbank Hessen.

Hinweis: Im neu aufgelegten Programm des KfW-Schnellkredites erfolgt eine 100 % Risikoübernahme durch die KfW. Eine zusätzliche Risikoprüfung durch die Hausbank findet daher nicht statt. Das Programm ist vorgesehen für Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern, die mindestens seit Januar 2019 am Markt sind. Weitere Informationen zum KfW-Schnellkredit erhalten Sie hier.

Für die Beantragung von Unternehmenskrediten wenden Sie sich zunächst an Ihre Hausbank.

Für Kleinunternehmen hat das Land Hessen darüber hinaus einen besonders geförderten Überbrückungskredit auf den Weg gebracht. Das Programm Hessen-Mikroliquidität stellt Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern Kredite zwischen 3.000 und 35.000 Euro zur Verfügung. Antragsteller benötigen keine banküblichen Sicherheiten und müssen keine Gebühren entrichten. Die Darlehenslaufzeit beträgt sieben Jahre, die ersten zwei Jahre sind tilgungsfrei. Der Zinssatz liegt bei 0,75 Prozent p.a.

Weitere Informationen zum Programm Hessen-Mikroliquidität sowie zur Antragsstellung über einen Kooperationspartner finden Sie hier.


Steuerstundung

  • Die Gewährung von Steuerstundungen wurde erleichtert. Die Finanzbehörden können Steuern stunden, wenn die Einziehung eine erhebliche Härte darstellen würde. Die Finanzverwaltung wird angewiesen, dabei keine strengen Anforderungen zu stellen.
  • Vorauszahlungen können leichter angepasst werden. Sobald klar ist, dass die Einkünfte der Steuerpflichtigen im laufenden Jahr voraussichtlich geringer sein werden, werden die Steuervorauszahlungen unkompliziert und schnell herabgesetzt.
  • Auf Vollstreckungsmaßnahmen (z.B. Kontopfändungen) beziehungsweise Säumniszuschläge wird bis zum 31.12.20 verzichtet, solange der Schuldner einer fälligen Steuerzahlung unmittelbar von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen ist.

Für weitere Informationen wenden Sie sich an Ihr zuständiges Finanzamt in Friedberg oder Nidda.


Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern"

Seit dem Beginn des neuen Ausbildungsjahres 2020/2021 Anfang August stehen für Ausbildungsbetriebe, die von der Corona-Krise betroffen sind, ein Budget von insgesamt 410 Mio.€ zur Verfügung.

Ziel der Förderung ist es, Ausbildungsplätze zu erhalten und zusätzliche zu schaffen. Außerdem soll Kurzarbeit für Auszubildende vermieden und die Übernahme bei Insolvenzen gefördert werden.

Das Programm richtet sich an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in staatlich anerkannten Ausbildungsberufen sowie in Ausbildungsberufen nach dem Pflegeberufe-, Krankenpflege- und/oder Altenpflegegesetz oder in den praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen, die bundes und landesrechtlich geregelt sind.

Die Prämie besteht aus einem einmaligen Zuschuss von 2.000€. Bei der zusätzlichen Schaffung eines Ausbildungsplatzes greift die "Arbeitsplatzprämie plus" mit einem Zuschuss von 3.000€. Unternehmen können nur eine Prämie pro Ausbildungsvertrag erhalten.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Webseite der Bundesagentur für Arbeit.


Förderprogramm zur "Weiterführung der Vereins- und Kulturarbeit"

Während die bisherigen Corona-Soforthilfen nur für Vereine mit einem wirtschaftlichen Geschäfts- und Zweckbereich beantragbar waren, hat das Land Hessen nun auch ein weiteres Förderinstrument für Vereine mit einem ideelen Zweckbereich auf den Weg gebracht.

Dies umfasst sowohl sämtliche Arten von gemeinnützigen Sportvereinen, aber auch Kulturbetriebe, Spielstätten und andere gesellschaftliche Bereiche (z.B. Naturschutzvereinigungen, Jägervereinigungen, Tierschutzvereine etc.). Zur Abwendung eines Corona-Pandemie bedingten, existenzbedrohenden Liquiditätsengpass, der bei der Antragsstellung genau zu beziffern ist, können Vereine einen Zuschuss in Höhe von bis zu 10.000 € erhalten.

Weitere Informationen zum Programm und zur Antragsstellung finden Sie hier.


Förderung für hessische Gastronomiebetriebe

Dieses Kleinbeihilfeprogramm des Landes Hessen soll den von der Corona-Pandemie besonders betroffenen Gastronomiebetrieben Hilfestellung dabei geben, trotzdem in dringend benötigte Güter investieren zu können. Im Förderzeitraum von November 2020 bis Dezember 2022 kann pro Antragsteller ein Festbetrag von 1.500 Euro bei einem Anschaffungswert der Güter von mindestens 2.000 Euro netto beantragt werden.

Gefördert werden Neuanschaffungen von materiellen Wirtschaftsgütern des Gastronomiebedarfes. Hierzu zählen zum Beispiel: Kühltechnik, Spültechnik, Koch- und Küchengeräte. Desinfektionsständer oder Investitionen, die zur Gewährleistung des Geschäftsbetriebes erforderlich oder geeignet sind oder die die gastronomische Nutzung von Außenbereichen unterstützen (Heizgeräte für den Außenbereich sind von der Förderung ausgenommen). Für Elektrogeräte ist eine gute Energieeffizienz oder gute Umwelteigenschaften beispielsweise durch eine Produktbeschreibung des Herstellers (Produktblatt) oder auf dem Kaufbeleg darzulegen.

Es wird mindestens zwei Aufrufe zur Antragstellung geben. Der erste Aufruf startete mit Datum 23.11.2020 und endet bereits am 26.11.2020, der zweite ist für das erste Quartal 2021 vorgesehen. Übersteigt das Antragsvolumen die zur Verfügung stehenden Mittel, entscheidet ein Losverfahren. Betriebe die beim ersten Aufruf nicht zum Zuge kamen, können mit dem zweiten Aufruf erneut einen Antrag auf Zuwendung stellen.

Weitere Informationen finden Sie hier.


Sie haben weiteren Beratungsbedarf oder benötigen kurzfristige Unterstützung?

Das Bundeswirtschaftsministerium fördert Beratungen für Corona-betroffene kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bis zu max. 60 %. Eine solche geförderte Perspektivenberatung erhalten Sie unter anderem bei der Beratungsorganisation RKW Hessen.


Sollten bei der konkreten Antragsstellung der oben genannten Hilfsprogrammen Schwierigkeiten auftreten, steht Ihnen die Wirtschaftsförderung Wetterau gerne unterstützend zur Seite. Sprechen Sie uns bitte an!