Corona-Infos

Auswirkungen des Corona-Virus

Informationen und Unterstützungsangebote für Unternehmen

Als Wirtschaftsförderung für den Wetteraukreis möchten wir unsere Wetterauer Betriebe in der Krisenzeit bestmöglich unterstützen und einen Überblick über die verfügbaren Konjunktur- und Finanzierungsprogramme bieten. Diese Webseite wird ständig aktualisiert.

Hinweise für Arbeitgeber zum Arbeitsschutz in Zeiten von Corona finden Sie hier.

Das Maßnahmenpaket der Bundesregierung gegen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise kann auch auf der Website des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) tagesaktuell eingesehen werden.


Überbrückungshilfe für kleine und mittelständische Unternehmen

Die Überbrückungshilfe steht branchenübergreifend kleinen und mittleren Unternehmen zur Verfügung, die ihre Geschäftstätigkeit infolge der Corona-Krise anhaltend vollständig oder zu wesentlichen Teilen einstellen mussten. Soloselbstständige im Haupterwerb sind ebenfalls antragsberechtigt.

Eine Einstellung der Geschäftstätigkeit vollständig oder zu wesentlichen Teilen in Folge der Corona-Krise wird angenommen, wenn Umsätze Corona-bedingt im April und Mai 2020 zusammengenommen um mindestens 60 % gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen sind. Bei Unternehmen, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich heranzuziehen.

Die Überbrückungshilfe ist ein monatlicher Zuschuss zu den betrieblichen Fixkosten der Monate Juni bis August. Die Förderhöhe berechnet sich an den Umsatzrückgängen gegenüber dem Vorjahresmonat.

Erstattet werden:

  • - 80 % der Fixkosten bei mehr als 70 % Umsatzrückgang
  • - 50 % der Fixkosten bei Umsatzrückgang zwischen 50 % und 70 %
  • - 40 % der Fixkosten bei Umsatzrückgang zwischen 40 % und unter 50 %
  • Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten erhalten max. 9.000 Euro
  • Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten erhalten max. 15.000 Euro

Der maximale Erstattungsbetrag beträgt 150.000 Euro für drei Monate.

Geltend gemachte Umsatzrückgänge und fixe Betriebskosten sind durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer in geeigneter Weise zu prüfen und zu bestätigen. Überzahlungen sind zu erstatten.

Eine Antragstellung ist voraussichtlich bis zum 31. August 2020 möglich. Die Überbrückungshilfe erfordert ein zweistufiges Antragsverfahren über einen vom Antragsteller beauftragten Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Burchprüfer. Folgende Unterlagen können als Nachweis dienen:

Antragstellung:

  • Umsatzsteuervoranmeldungen 2019 sowie den
  • Jahresabschluss 2019 und die Einkommens- bzw. Körperschaftssteuererklärung 2019

Soweit die erforderlichen Kennzahlen für 2019 noch nicht vorliegen, können auch betriebswirtschaftliche Unterlagen (Jahresabschluss 2018 etc.) aus 2018 vorgelegt werden.

Nachweis:

  • Umsatzsteuervoranmeldung aus dem Förderzeitraum
  • endgültige Fixkostenabrechnung

Die Antragstellung erfolgt auf einer bundesweit einheitlichen Plattform. Weitere Informationen finden Sie hier.


Grundsicherung

Wenn Ihnen als Unternehmer/-in darüber hinaus die Mittel zur Bestreitung Ihres allgemeinen Lebensunterhaltes fehlen, haben Sie die Möglichkeit Grundsicherung zu beantragen. Die Zugangsvoraussetzungen zur Grundsicherung sind im Zuge der Corona-Krise gelockert worden. So findet für die ersten sechs Bezugsmonate keine Vermögensprüfung statt. Außerdem werden im gleichen Zeitraum die Ausgaben für Miete und Heizung in tatsächlicher Höhe anerkannt. Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Für die Beantragung der Grundsicherung wenden Sie sich an das Jobcenter Wetterau.


Kurzarbeitergeld

Die bisherigen Kurzarbeiterregelungen sind zielgerichtet angepasst worden. Dabei wurden erleichterte Zugangsvoraussetzungen für das Kurzarbeitergeld eingeführt:

  • Anspruch auf Kurzarbeitergeld besteht bereits, wenn mind. 10 % der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall haben
  • teilweiser oder vollständiger Verzicht auf Aufbau negativer Arbeitszeitsalden
  • Kurzarbeitergeld auch für Leiharbeitnehmer
  • vollständige Erstattung der Sozialversicherungsbeiträge durch die Bundesagentur für Arbeit (BA)

Zuständig für die Bearbeitung von Kurzarbeiteranträgen im Wetteraukreis ist der Arbeitgeber-Service Wetterau: Wetterau.arbeitgeber(a)arbeitsagentur.de.

Weitere Informationen erhalten Sie auch auf der Website der Bundesagentur für Arbeit oder bei der Unternehmerhotline der Bundesagentur, unter: 0800 45555 20.


Liquiditätshilfen (Darlehensförderung)

  • Der Zugang zu Unternehmenskrediten wurde deutlich erleichtert. Einen Überblick über die verschiedenen Finanzierungsprogramme in Hessen erhalten Sie bei der Wirtschafts- und Infrastrukturbank des Landes Hessen (WI-Bank) und bei der KfW-Bank.
  • Für Unternehmen, die krisenbedingt vorübergehend in ernsthaftere Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind und daher nicht ohne weiteres Zugang zu den bestehenden Förderprogrammen haben, wurde die Risikotoleranz der KfW krisenadäquat erhöht.
  • Bei den Bürgschaftsbanken wurde darüber hinaus der Bürgschaftshöchstbetrag auf 2,5 Millionen Euro verdoppelt. Bürgschaftsverfahren wurden beschleunigt und vereinfacht, um eine schnelle Kreditvergabe zu ermöglichen. Weitere Informationen dazu erhalten Sie bei der Bürgschaftsbank Hessen.

Hinweis: Im neu aufgelegten Programm des KfW-Schnellkredites erfolgt eine 100 % Risikoübernahme durch die KfW. Eine zusätzliche Risikoprüfung durch die Hausbank findet daher nicht statt. Das Programm ist vorgesehen für Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern, die mindestens seit Januar 2019 am Markt sind. Weitere Informationen zum KfW-Schnellkredit erhalten Sie hier.

Für die Beantragung von Unternehmenskrediten wenden Sie sich zunächst an Ihre Hausbank.

Für Kleinunternehmen hat das Land Hessen darüber hinaus einen besonders geförderten Überbrückungskredit auf den Weg gebracht. Das Programm Hessen-Mikroliquidität stellt Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern Kredite zwischen 3.000 und 35.000 Euro zur Verfügung. Antragsteller benötigen keine banküblichen Sicherheiten und müssen keine Gebühren entrichten. Die tatsächliche Höhe des Kreditbetrages orientiert sich am Liquiditätsbedarf für 6 Monate ab dem 13. März 2020. Die Darlehenslaufzeit beträgt sieben Jahre, die ersten zwei Jahre sind tilgungsfrei. Der Zinssatz liegt bei 0,75 Prozent p.a.

Weitere Informationen zum Programm Hessen-Mikroliquidität sowie zur Antragsstellung über einen Kooperationspartner finden Sie hier.


Steuerstundung

  • Die Gewährung von Steuerstundungen wurde erleichtert. Die Finanzbehörden können Steuern stunden, wenn die Einziehung eine erhebliche Härte darstellen würde. Die Finanzverwaltung wird angewiesen, dabei keine strengen Anforderungen zu stellen.
  • Vorauszahlungen können leichter angepasst werden. Sobald klar ist, dass die Einkünfte der Steuerpflichtigen im laufenden Jahr voraussichtlich geringer sein werden, werden die Steuervorauszahlungen unkompliziert und schnell herabgesetzt.
  • Auf Vollstreckungsmaßnahmen (z.B. Kontopfändungen) beziehungsweise Säumniszuschläge wird bis zum 31.12.20 verzichtet, solange der Schuldner einer fälligen Steuerzahlung unmittelbar von den Auswirkungen des Corona-Virus betroffen ist.

Für weitere Informationen wenden Sie sich an Ihr zuständiges Finanzamt in Friedberg oder Nidda.


Hilfsprogramm für Künstler und Kulturschaffende

Das Land Hessen hat der Kulturbranche Unterstützung in Form von Fonds und Stipendien in Aussicht gestellt. Das Programm soll einen Umfang von bis zu 50 Millionen Euro ausschöpfen können.

Sowohl öffentlich getragene, als auch private oder von gemeinnützigen Vereinen getragene Festivals können eine an den verkauften Eintrittskarten bemessene Soforthilfe erhalten.

Solo-Selbstständige Künstler, die über die Künstlersozialkasse versichert sind, können ein sogenanntes Arbeitsstipendium in Höhe von einmalig 2.000 Euro beantragen.

Der Fonds "innovativ neu eröffnen" richtet sich an Kultureinrichtungen mit regelmäßigen Veranstaltungen wie Kinos, Konzertsäle und Musik-Locations. Sie können etwa für die coronabedingte Entwicklung neuer Formate, Umbauten oder Öffentlichkeitsarbeit jeweils 18.000 Euro erhalten.

Für neu Entstandene künstlerische Formate und Kulturveranstaltungen können an Projektgruppen (bis zu 18.000 Euro) oder Einzelkünstler (bis zu 1.000 Euro) Stipendien vergeben werden.

Weitere Informationen zum neu aufgelegten Programm finden Sie hier. Bitte beachten Sie die angekündigten Antragsfristen!


Förderprogramm zur "Weiterführung der Vereins- und Kulturarbeit"

Während die bisherigen Corona-Soforthilfen nur für Vereine mit einem wirtschaftlichen Geschäfts- und Zweckbereich beantragbar waren, hat das Land Hessen nun auch ein weiteres Förderinstrument für Vereine mit einem ideelen Zweckbereich auf den Weg gebracht.

Dies umfasst sowohl sämtliche Arten von gemeinnützigen Sportvereinen, aber auch Kulturbetriebe, Spielstätten und andere gesellschaftliche Bereiche (z.B. Naturschutzvereinigungen, Jägervereinigungen, Tierschutzvereine etc.). Zur Abwendung eines Corona-Pandemie bedingten, existenzbedrohenden Liquiditätsengpass, der bei der Antragsstellung genau zu beziffern ist, können Vereine einen Zuschuss in Höhe von bis zu 10.000 € erhalten.

Weitere Informationen zum Programm und zur Antragsstellung finden Sie hier.


Sie haben weiteren Beratungsbedarf oder benötigen kurzfristige Unterstützung?

Das Bundeswirtschaftsministerium fördert Beratungen für Corona-betroffene kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bis zu max. 50 % (bis zu 1.500 €). Eine solche geförderte Perspektivenberatung erhalten Sie unter anderem bei der Beratungsorganisation RKW Hessen.


Weitere Informationen, insbesondere zur Antragsstellung, finden Sie auf der Seite des RKW Hessen.


Sollten bei der konkreten Antragsstellung der oben genannten Hilfsprogrammen Schwierigkeiten auftreten, steht Ihnen die Wirtschaftsförderung Wetterau gerne unterstützend zur Seite. Sprechen Sie uns bitte an!