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Rückblick auf das Wirtschaftsforum Wetterau 2021

Wie Online-Kanäle stationären Handel und Dienstleistungen stärken

Am 24. Februar richtete die Wirtschaftsförderung das Wirtschaftsforum Wetterau 2021 aus, mit dem Titel: "Wie Online-Kanäle stationären Handel und Dienstleistungen stärken". Passend zur Thematik ist auch die Veranstaltung in Form einer Online-Konferenz durchgeführt worden.

In den Erfahrungen der vergangenen Krisen-Monate und dem aktuellen Lockdown zeigt es sich, dass die Pandemie-bedingten Einschnitte im stationären Handel sowie den ortsgebundenen Dienstleistungen häufig besonders deutlich und unmittelbar sind. Behördlich notwendige Einschränkungen führen dazu, dass zahlreichen Gewerbetreibenden teilweise die Geschäftsgrundlage entzogen wird. Die Nutzung von Online-Kanälen kann hier ein wichtiger Baustein sein zur zukunftsorientierten Ausrichtung der regionalen Anbieter.

Denn: Stationärer- und Online-Handel sind längst keine getrennten Welten mehr. Der stationäre Bereich kann von den Vorteilen des Online-Handels profitieren, während er gleichzeitig seine eigenen Stärken nutzt: Eine persönliche und kompetente Beratung, die sofortige Verfügbarkeit von Waren vor Ort und ein emotionales Einkaufserlebnis, welches reine Online-Händler niemals bieten können. Darin besteht die Chance einer zunehmenden Synergie und Hybridisierung zur langfristigen Stärkung des stationären Bereichs.

Frau Prof. Dr. Shyda Valizade-Funder, Professorin für Marketing an der Hochschule Darmstadt, eröffnete das Forum mit einem Fachvortrag zu digitalen Kanälen und Online-Plattformen für regionale Betriebe. Dabei zeigte Sie die Bandbreite der verfügbaren Angebote - von Plattformen über regionale Marktplätze bis hin zu Social-Media Kanälen.

Im Anschluss berichtete Herr Jochen Ruths, Präsident des Hessischen Handelsverbandes sowie Inhaber des Modehaus Ruths in Friedberg und Bad Nauheim, über die aktuelle Situation des Handels und der stationären Anbieter. Insbesondere in Konzepten des "Click & Meet", der Online-Terminvergabe und anschließendem Vor-Ort Kontakt im Laden, sieht Herr Ruths eine Perspektive, wie der Handel die nun folgende Öffnungsphase aktiv gestalten kann.

Die Perspektive einer Kommune schilderte daraufhin Frau Monika Jost, Leiterin des Amtes für Wirtschaftsförderung bei der Stadt Friedrichsdorf. Sie berichtete davon, wie die Corona-Pandemie den Strukturwandel in den Innenstädten zusätzlich beschleunigt. Auch die Kommune sei daher gefragt, wenn es um Konzepte zur Stärkung des lokalen Handels gehe. Die Stadt Friedrichsdorf kann dabei aus der Praxis berichten, denn sie ist offizielle Kooperationspartnerin der Plattform zircl.de. Dabei handelt es sich um eine der beiden regionalen Online-Plattformen, die an diesem Abend die Möglichkeit bekommen haben, sich zu präsentieren.

Beispiele regionaler Online-Portale

Auf zircl.de hat der Kunde die Möglichkeit, innerhalb eines bestimmten Radius nach einem Produkt oder einer Dienstleistung seiner Wahl zu suchen und bekommt im Ergebnis die gelisteten Anbieter zu sehen. Die Suche ist dabei nicht auf einzelne Kommunen beschränkt, sondern Kunden- und Produktorientiert. Diese "Schaufenster-Funktion" bildet das niedrigschwelligste Einstiegsangebot für Händler und Dienstleister. Das Spektrum ist aber deutlich größer und führt weiter etwa über eine Chat-Funktion oder sogar den Betrieb eines eigenen Online-Shops. Auch Online-Terminvereinbarungen, etwa für Click & Meet, können hier vorgenommen werden. Zusätzlich kann der Unternehmensaccount auf zircl.de als Ausgangspunkt verschiedener Cross-Channel Aktivitäten dienen, z.B. über Google My Business oder einen Social-Media Kanal.

Einen anderen innovativen Ansatz zur Stärkung regionaler Anbieter bietet die Plattform regyonal. Das Portal bietet einen Such- und Bestellvorgang über Videotelefonie an, dabei geht es meist um Markenprodukte wie z.B. eine Handtasche oder Schuhe. Dadurch, dass das Produkt auf diese Weise vorab gesucht werden kann, ersparen sich die Kunden unnötige Fahrten in die Stadt – und die Enttäuschung, wenn ihr gewünschtes Produkt dann doch nirgends zu finden ist. So muss der Kunde tatsächlich nur dann in die Innenstadt, wenn er sein Wunschprodukt abholt. Das Besondere an diesem Online-Kanal: Der Innenstadtgedanke wird mitgedacht. Es gibt in diesem Konzept immer auch ein Geschäft vor Ort, samt der persönlichen Beratung durch VerkäuferInnen.

Im Anschluss an die Vorträge hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, in zwei digitalen Räumen mit den beiden regionalen Anbietern in ein vertiefendes Gespräch zu gehen und Detailfragen zu klären.

Hier finden Sie die Vortragsfolien der Veranstaltung zum Abruf: