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Einladung zum Regionalforum der LEADER-Region Wetterau Oberhessen

Die Zukunft unserer Region gestalten

Oberhessen ist eine Region im Aufbruch. Wie Bürger und Kommunen, aber auch Betriebe und Vereine deren Zukunft gemeinsam gestalten können, ist Thema des nächsten Regionalforums. Zu der Freiluftveranstaltung lädt die Wirtschaftsförderung Wetterau ein, in Kooperation mit dem Verein Oberhessen und dem Verein Wirtschaft.Regionalentwicklung.Wetterau. Außerdem wird an diesem Abend, am Donnerstag, 24. September, ab 18 Uhr an der Kalbsvilla Ortenberg, die Dorf-Akademie »Dorf und Du« eröffnet.

Ein echter Fan der Region, und vor allem der oberhessischen Sprache, ist Olaf Kromm, der Ortsdiener aus Gelnhaar. Er wird das Regionalforum »Die Zukunft unserer Region gestalten« eröffnen – auf Platt, versteht sich. Danach wird der offizielle Startschuss für die Dorf-Akademie »Dorf und Du« gegeben. Deren Ziel ist es, Ehrenamtliche für Aufgaben der Dorfentwicklung zu qualifizieren. Das zugrundeliegende Konzept und den Zeitplan für die kommenden zwei Jahre, während derer das Projekt gefördert wird, erläutert Marius Wetz. Er ist als Projektmanager für die Dorf-Akademie bei der Wirtschaftsförderung angestellt. Henrike Strauch, Vorsitzende des Vereins Oberhessen, und Otfried Herling, Sprecher des LEADER-Arbeitskreises »Lebensraum Dorf«, werden berichten, wie die Idee der Dorf-Akademie als Instrument, um engagierte Menschen zusammenzubringen, entstanden ist. Welche Chancen sich dadurch für die gesamte Region ergeben können, dazu wird Landrat Jan Weckler sich äußern.

Es braucht Menschen, die sich einbringen, betont auch Rolf Hartmann, der stellvertretende Vorsitzende des Vereins Oberhessen. Die Aufgabe der Regionalentwicklung könne nicht im luftleeren Raum angegangen werden. Die Bevölkerung müsse mitgenommen werden, und dazu sei das jährliche Regionalforum ein wichtiges Instrument. »In einem so schönen Ambiente wie der Kalbsvilla wird die Diskussion sicher anregend.« Bei den Regionalforen kämen stets gute Ideen aus der Bevölkerung, wie die größeren Städte, die kleineren Orte und auch deren Verbund weiterentwickelt werden könnten. »Dabei sollten wir auf Qualität, nicht auf Quantität setzen«, unterstreicht der Rechtsanwalt und Notar aus Nidda den Aspekt der Nachhaltigkeit. Es gelte, etwas Besonderes zu schaffen, und nicht einfach so viel wie möglich zu bauen. Hartmann: »Dafür ist unsere Landschaft viel zu schön.«

Wie eine solche nachhaltige Raumentwicklung aussehen kann, werden Bernd-Uwe Domes und Klaus Karger, die Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Wetterau GmbH, an dem Abend skizzieren. »Das ist das Leitthema unserer Arbeit«, erklärt Domes. Nachhaltig bedeute nicht nur ressourcenschonend, etwa durch die Schaffung neuen Wohnraums im Bestand. Es komme zudem darauf an, die Potenziale und Chancen der jeweiligen Kommune zu beachten: Nicht jede gute Idee lässt sich in jeder Gemeinde umsetzen. Das Ziel aber sei bei Innenentwicklung stets dasselbe: den Ort attraktiv und damit zukunftsfähig zu erhalten.

Wer zahlt?

Damit die Kreativität nicht an den Kosten scheitert, stellen Britta Schellhammer und Silvia Kirmis von der LEADER-Regionalentwicklung Wetterau/Oberhessen verschiedene Förderprogramme für den ländlichen Raum vor. Sie sagen: »Das ist ein Muss für alle Aktiven – für Vereine, Betriebe, Privatpersonen, Kommunen und Dörfer.« Warum – das werden einige Menschen aus der Region erzählen, die selbst von den verschiedenen Förderprogrammen profitiert haben. So auch die Gastgeber, Corina und Sven Waldschmidt: Sie haben das historische Gebäude der Kalbsvilla in Ortenberg saniert und zu einer Eventlocation gemacht. »Es ist uns wichtig, dass an diesem Abend möglichst viele Menschen zu Wort und miteinander ins Gespräch kommen«, sagt Karger. »Das Regionalforum lebt vom Miteinander, vom Austausch, von der Beteiligung auf Augenhöhe. Wir hoffen auf viele Impulse.«

Projekte können viel bewirken und bringen die Region voran, ergänzt Dekanin Sabine Bertram-Schäfer, die stellvertretende Vorsitzende des LEADER-Beirats. Als überaus gelungenes Beispiel nennt sie Bergheim: Bürgerschaftliches Engagement hat aus dem kleinen Ortenberger Stadtteil ein innovatives Energiedorf gemacht. Vernetzung und Kooperation – das sind für Bertram-Schäfer die Schlüssel für eine gute, gemeinsame Zukunft.

Dies ist seit langem auch das Konzept des Vereins Oberhessens. Projektmanager Florian Herrmann beschreibt die »Gunstsituation«, die er dort vorgefunden hat: »Elf Kommunen, elf Bürgermeister, die den Verein leben – so eine breite interkommunale Zusammenarbeit ist immer noch ungewöhnlich.« Er sei froh, auf diese seit 30 Jahren gewachsene Struktur des Miteinanders aufbauen zu können. »Dieser Strukturförderverein ist ein Segen«, sagt auch Ortenbergs Bürgermeisterin Ulrike Pfeiffer-Pantring. Und hebt besonders das ehrenamtliche Engagement der Bürger hervor. Sowohl der Verein Oberhessen als auch das Energiedorf Bergheim zeigten: »Was einer allein nicht schafft, das können viele gemeinsam sehr wohl schaffen.« Dabei gelte es, nicht immer nur nach betriebswirtschaftlichen Aspekten zu entscheiden. Auch wenn das Energiedorf inzwischen schon einen Großteil der Investitionen abbezahlt habe, zeige dieses Beispiel vor allem, wie eine Gemeinschaft sich gut für die Zukunft aufstellen könne. »So werden Dörfer auch wieder für Jüngere attraktiv«, ist Pfeiffer-Pantring überzeugt.

Gewerbepark und Landesgartenschau

Was es bei der Raumentwicklung aus städtebaulicher Sicht zu beachten gilt, wird Andreas Schmitt, Geschäftsführer des Büros blfp Architekten in Friedberg, darlegen. Auch er plädiert für eine potenzialgerechte Entwicklung und lenkt dabei den Blick auf die jeweiligen Vorzüge einer Gemeinde. Darin, sagt er, liegen die Herausforderungen, aber vor allem auch die Chancen für unsere Region.

Konkrete Beispiele und Ansätze der nachhaltigen Raumentwicklung gibt es schon – sie sollen danach vorgestellt werden, etwa das Förderprogramm »Lebendige Zentren« des Landes Hessen, das auf kleine Städte und Gemeinden zugeschnitten ist. Einen Impuls direkt aus der Region stellt das neue Kompetenz-Netzwerk Innenentwicklung dar, dessen Trägerschaft der Wetteraukreis übernommen hat. Einen Modellcharakter hat der interkommunale Gewerbepark der Zukunft, der im Raum Nidda entstehen soll. Auch das Konzept einer Regionalen Landesgartenschau hat dies zum Ziel: die Zukunft unserer Region gemeinsam gestalten.

Das Regionalforum der LEADER-Region Wetterau/Oberhessen findet am Donnerstag, 24. September, von 18 bis ca. 20 Uhr auf dem Außengelände der Kalbsvilla in Ortenberg (Am Mühltor 8) statt. Bei schlechtem Wetter steht das Bürgerhaus in Ortenberg zur Verfügung. Die Teilnehmerzahl ist aufgrund der Corona-Bestimmungen begrenzt. Eine Mail vorab an anmeldung(a)wfg-wetterau.de ist deshalb erforderlich.