Wirtschaftsförderung Wetterau
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Rund ums Kloster Engelthal

Hier finden Sie eine Wanderrouten-Beschreibung rund ums Kloster Engelthal bei Altenstadt.

Der 24. August 1965 war ein großer Tag in der siebenhundertjährigen Geschichte von Kloster Engelthal bei Altenstadt in der Wetterau. Mit der damaligen Erhebung zu einer eigenständigen Abtei und der Einbindung in die Beuroner Benediktinerkongregation wurde die vier Jahre zuvor erfolgte Wiederbesiedlung monastisch vollendet. Seither hat sich das 1268 ursprünglich für Zisterzienserinnen gegründete und 1803 aufgehobene Kloster gut entwickelt. Seit Jahren liegt die Zahl der Nonnen bei etwa 30 in allen Altersstufen. Gemäß der obersten Ordensregel des Betens und Arbeitens („ora et labora") ist ihr Tagewerk zwischen Gotteslob und innerer Einkehr mit den verschiedensten Aufgaben erfüllt der Bogen spannt sich vom Unterricht im gregorianischen Gesang über Tätigkeiten in einer Restaurierungswerkstatt bis zur Pflege des weitläufigen Anwesens und dem Buchverkauf im Klosterladen. Vor allem aber zeigt man sich als weltoffenes Haus. Besucher sind jederzeit willkommen, wobei man am kontemplativen Angebot der Nonnen teilnehmen kann, aber nicht muß.

Untergebracht werden die Gäste im einstigen, erst vor wenigen Jahren aufwendig sanierten Äbtissinnenhaus. Es stammt wie alle Gebäude aus dem Barock. Damals, nach den Verheerungen im Dreißigjährigen Krieg, mußte der Konvent unter unvorstellbaren Entbehrungen neu beginnen. Rund hundert Jahre benötigte man, bis die Anlage wieder aufgebaut war. Fast nichts erinnert heute mehr an die Anfänge, als mehrere Adlige, darunter ein gewisser Ritter Konrad von Büches, für ihr Seelenheil das Kloster im Tal stifteten, wo der Legende nach Engel getanzt haben sollen. Konrads Grabstein blieb glücklich erhalten. Er steht heute an einer Wand der kleinen Klosterkirche, nachdem er ursprünglich das im Langhaus aufgestellte Hochgrab des 1294 gestorbenen Abteigründers abdeckte.

Weitaus älter als das Kloster ist Altenstadt. Ein auf römischen Kastellfundamenten errichteter Ort „an alter statt" wird bereits anno 767 im Lorscher Codex genannt. Die frühesten erhaltenen Bauten reichen ins Spätmittelalter zurück, so der wuchtige Wehrturm der Pfarrkirche mit seinen nach allen Seiten angebrachten Wachhäuschen für den besseren Ausguck. Dorthin wollen wir zunächst unsere Schritte lenken. Am Bahnhof hält man sich rechts und wendet sich dann links weiter in die Hanauer Straße. Dabei nimmt man auch die Markierung grünes X auf. Diese führt um den neuen Verkehrskreisel an der B 521 herum (wenige Schritte sind es von hier auch zur Bushaltestelle Alte Molkerei) und durch Kirch-, Hinter- und Obergasse aus der kleinteiligen (Fachwerk-)Bebauung früherer Tage ins Freie.

Noch im Ort ist das weißrot karierte Zeichen für den Bonifatiusweg hinzugetreten. Parallel weisen die bei den Wanderlotsen durch die Felder zum nahen Wald. Davor teilen sich diese. Wir verbleiben zunächst beim Symbol, das an die Strecke erinnert, den der Überführungszug von Bonifatius' Leichnam anno 754 von Mainz nach Fulda genommen haben soll. Zum 1250. Todestag im vergangenen Jahr wurde dieser Wanderweg mit großem Aufwand eingerichtet (bedarf freilich an einigen Stellen bereits der Nachpflege). Hier, beim Linksknick in den Wald und einer Partie hindurch, ist das Zeichen aber nicht zu übersehen. Man kommt unten am Zufahrtssträßchen zum Kloster Engelthal heraus und hält darauf zu.

Wieder vereint mit dem grünen X, läuft man rechts der hohen, noch aus dem frühen 18. Jahrhundert stammenden Klostermauer weiter. An ihrem Ende ist wieder Wald erreicht. Zunächst geradeaus, dann biegen die Zeichen mehrmals unvermittelt ab, wobei das Bonifatius-Symbol fehlt. Es taucht dann rechtzeitig wieder auf, wenn sich die Markierungen erneut teilen. Das X verabschiedet sich endgültig (rechts ab), wir gehen nach links und bleiben in der Obhut des "Apostels der Deutschen". Seiner Spur folgen wir durch aufgelockerten Wald, bis wir oberhalb des weiten Niddertales herauskommen. Mit Blick in die fruchtbare Aue geht es beschwingten Schrittes hinab bis kurz vor die Gemeinde Eichen. Auf der anderen Straßenseite - jetzt ohne Zeichen - haben wir die Wahl: gleich links einzuschwenken auf den befestigten Fahrradweg Richtung Höchst oder noch ein Stück geradeaus und dann links auf vergrastem, aber feuchtem Weg entlang der Nidder.

Dank vielfältiger Renaturierungsmaßnahmen seit Anfang der neunziger Jahre hat der Fluß hier sehr gewonnen. Erlen und Weiden säumen das teilweise hinter einer hohen Schilfwand versteckte Gewässer. Nach Unterqueren einer Eisenbahnbrücke halten wir uns in Höhe eines kleinen Pumpwerkes in Backstein links hinauf nach Höchst; mit zweimaligem Rechtsknick kommt man in den historischen, von zwei prachtvollen Barockbauten dominierten Kern, darunter das seit 1756 von Freiherr Maximilian von Günderrode bewohnte Schlößchen, Mittelpunkt einer kleinen Herrschaft mit eigener Gerichtsbarkeit. Sehenswert auch die unter einem Schutzdach stehenden Sandstein-Grabmäler rund um die Pfarrkirche. Eine rustikale Einkehrmöglichkeit mit eigener Schlachtung und großen Portionen bietet die Gaststätte "Zum Goldenen Löwen" an der Mittelstraße. Von dieser Straße, gegenüber vom Schloß, zweigt die Mühlgasse ab, mit der wir den Ort verlassen. Ausgeschilderte Fahrradwege bringen uns über die Felder erst nach Obernau, das links umgangen wird, und dann, nach Queren der Nidder auf einem Holzbrückchen, geradewegs nach Altenstadt.

Informationen zum Klausur-Angebot im Internet unter: www.abtei-kloster-engelthal.de  Nach Voranmeldung sind auch Gruppenführungen möglich.

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