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Extern | am 05.10.2005, 13:09 Uhr.
Kategorien: allgemeine Informationen
Leichte Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt
Arbeitslosigkeit ging wieder zurück - Nach der Ferienzeit erneut mehr Einstellungen - Seit fünf Jahren niedrigster Kurzarbeiterstand
REGION (pd). Nach zwei Monaten des stetigen Anstiegs ging die Arbeitslosigkeit
im September in Mittelhessen wieder stärker zurück. Getragen von der üblichen
Herbstbelebung verringerte sich die Gesamtzahl der Arbeitslosen im Bezirk der
Agentur für Arbeit Gießen auf gut 32 300 Personen. Die Arbeitslosenquote betrug
im September 10,5 Prozent. Die Arbeitslosigkeit verringerte sich im September
in allen Regionen. So nahm die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Gießen um 500
oder gut drei Prozent auf aktuell 15 030 ab. Die Arbeitslosenquote erreichte jetzt
11,7 Prozent. Im gesamten Wetteraukreis sank die Arbeitslosigkeit um 400 oder
ebenso drei Prozent auf 13 640. Die Arbeitslosenquote für den Kreis betrug jetzt
9,1 Prozent. Im Vogelsbergkreis verringerte sich die Zahl der Arbeitslosen um
370 oder relativ etwas stärker um gut sechs Prozent auf nunmehr 5 190. Die Arbeitslosenquote
für den Vogelsbergkreis betrug aktuell 9,0 Prozent. Enthalten sind darin auch
die vom Landkreis betreuten Langzeit-Arbeitslosen. Seit Jahresbeginn betreuen
- entsprechend der so genannten "Hartz IV-Gesetze" - verschiedene Organisationen
die Arbeitslosen. Neben der schon vorhandenen Agentur für Arbeit Gießen werden
Langzeitarbeitslose, die Leistungen beziehen, im Kreis Gießen von der "Gesellschaft
für Integration und Arbeit Gießen" (GIAG) sowie im Wetteraukreis vom Zentrum für
Dienstleistungen und Arbeitsmarkt Wetterau (JobKOMM) betreut. Beides sind Arbeitsgemeinschaften
der Agentur für Arbeit mit dem jeweiligen Landkreis. Im Vogelsbergkreis ist die
Kommunale Vermittlungsagentur als Optionsmodell in alleiniger Verantwortung des
Kreises für Langzeitarbeitslose zuständig.
"Nach der Ferienzeit stellten die Betriebe wieder mehr Personal ein, so dass
sich hier bessere Chancen für Arbeitslose ergaben", kommentierte Hans Bernhard
Baumstieger, Leiter der Agentur für Arbeit in Gießen, die aktuelle Arbeitsmarkt-Entwicklung.
"Positiv ist vor allem die Entwicklung der Kurzarbeit. Sie ist jetzt so niedrig
wie seit fünf Jahren nicht mehr." Insgesamt blieb der Arbeitsmarkt aber weiterhin
recht angespannt. Der starke Arbeitslosenanstieg des Sommers konnte noch nicht
vollständig abgebaut werden.
Im September stellten etliche Betriebe und Verwaltungen wieder mehr Personal
ein. Beschäftigungschancen hatten dabei Metallhandwerker und Baufachkräfte. Im
Dienstleistungssektor waren Bürokräfte ebenso gefragt wie Kaufleute. Mit Beginn
der Schulzeit konnten auch wieder zahlreiche Lehrkräfte eine - allerdings vielfach
zeitlich befristete - Beschäftigung aufnehmen. Etliche Jugendliche begannen noch
eine Ausbildung. Auch arbeitsmarktpolitische Aktivitäten wie beispielsweise Trainingsmaßnahmen
zeigten ebenso ihre Wirkung. Die Stellen-Neumeldungen der Betriebe und Verwaltungen
lagen mit knapp 900 Vermittlungsaufträgen nochmals etwas über dem vorjährigen
Ergebnis. Insgesamt waren bei den Vermittlungsstellen im September noch 2 600
freie Arbeitsstellen gemeldet. Auch ohne die 490 darin enthaltenen gemeinnützigen
Arbeitsgelegenheiten bewegte sich das aktuelle Stellenangebot weiterhin deutlich
über dem Vorjahresniveau. Positiv blieb in erster Linie die Entwicklung der Kurzarbeit.
Nach den neuesten vorliegenden Daten mussten in 49 mittelhessischen Betrieben
nur noch 270 Arbeitnehmer wegen Auslastungsproblemen verkürzt arbeiten. Die Herbstbelebung
auf dem Arbeitsmarkt zeigte sich stärker auf Seiten der Männer. Mit einer aktuellen
Arbeitslosenquote von 11,6 Prozent wurde damit sogar eine niedrigere relative
Arbeitslosigkeit als bei den Frauen erreicht. Die Arbeitslosenquote der Frauen
betrug im September 11,8 Prozent.
Wieder zurück auf rund 4 700 ging im September die Zahl der jüngeren Arbeitslosen
unter 25 Jahren. Die relative Arbeitslosigkeit dieser Gruppe überschritt mit 13,3
Prozent aber immer noch merklich die allgemeine Arbeitslosenquote. Verglichen
mit dem Vorjahr gab es in erster Linie mehr arbeitslose Jugendliche unter 20 Jahren.
Im längerfristigen Vergleich zeigt sich bei den älteren Arbeitslosen über 55 Jahren
weiterhin eine recht hohe Zunahmerate. So erhöhte sich diese Gruppe innerhalb
des letzten Jahres um weit mehr als 30 Prozent auf über 4 000 Betroffene.
Noch deutlicher nahm die Zahl der arbeitslosen Ausländer zu. Binnen Jahresfrist
stieg deren Zahl um 45 Prozent auf nunmehr über 5 100 an. Die spezifische Arbeitslosenquote
der Ausländer überschritt jetzt gar die 30-Prozent-Marke. Ursächlich dafür ist
auch die so genannte Hartz IV-Reform. Danach müssen sich jetzt auch Lebenspartnerinnen
von ehemaligen Arbeitslosenhilfe-Empfängern, die sich bislang nicht arbeitslos
gemeldet hatten, um eine Erwerbstätigkeit bemühen.
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