Etwas abgesetzt vom Grenzwall lag im heutigen Butzbacher Stadtgebiet das römische Kastell "Hunneburg"
Auf unserer Reise entlang des Limes kommen wir heute in das Gebiet der Städte Butzbach und Münzenberg. Unterhalb des Reifenberges verlässt der Limes die Gemarkung von Langenhain-Ziegenberg und erreicht bei Fauerbach v.d. Höhe erstmals die Grenze von Butzbach. Im gesamten Verlauf der Ortslagen von Fauerbach und dem sich anschließenden Abschnitt von Hoch-Weisel ist der antike Grenzwall nicht mehr sichtbar, jedoch im Boden erhalten. In Hoch-Weisel verläuft der Grenzwall parallel zum Kastanienweg und schneidet die Taunusstraße, bevor er nach wenigen hundert Metern den Waldsaum des Kleinen Hausberges erreicht (Gemarkung Nieder-Weisel). Hier an den Kleinkastellen Hunnenkirchhof ist der Pfahlgraben wieder gut erhalten.
Im Tal von Hausen-Oes sind keine Spuren mehr erkennbar, jedoch folgt nördlich der Ortschaft wiederum im Wald ein sehr gut erhaltener Abschnitt. Dieser reicht bis zum Schrenzer oberhalb Butzbachs mit rekonstruierter Palisade und Holzwachturm. Turm und Palisade stehen am Rande des Parkplatzes am Freibad. Nach heutiger Kenntnis hält der Turm einer kritischen Beurteilung nicht stand. Der in den 1950er Jahren grundlegend erneuerte Wachtposten bildet jedoch in seiner Erscheinung ein Baudenkmal und verdeutlicht den Wissensstand für eine Rekonstruktion eines Wachtturms der damaligen Zeit.
Etwas abgesetzt vom Limes lag im heutigen Butzbach das Kastell "Hunneburg". Es gehört mit einer Fläche von etwa vier Hektar zu den größten Kastellen am Obergermanisch-Raetischen Limes. Neben Fußtruppen war hier auch eine Reitereinheit stationiert. Das Kastell sicherte einen wichtigen Grenzübergang in das germanische Gebiet. Viele interessante Funde aus Butzbach sind im Museum der Stadt zu sehen. Besonders erwähnenswert ist hier das gelungene Modell des Kastells, das einen guten Überblick über die eindrucksvollen Bauten der römischen Zeit vermittelt.
Zurück am Limes gab es eine weitere Anlage, das Kleinkastell Degerfeld, das zusätzlich den direkten Übergang sicherte; es lag unmittelbar neben den drei heute weithin sichtbaren modernen Hochhäusern. Der Aufbau einer solchen Anlage lässt sich recht gut an den aufgemauerten Fundamenten des im Holzheimer Unterwald gelegenen Kleinkastells nachvollziehen. Nördlich von Butzbach schließt sich die ab dem Griedeler Markwald erkennbare schnurgerade Limeslinie an, die hier heute noch Gemarkungsgrenze ist. Zu diesem Abschnitt gehört auch der Münzenberg-Gambacher Teil des Limes. Hier liegen im Bereich des zu Gambach gehörenden Waldes mehrere Steinturmstellen und ein Kleinkastell der letzten Ausbauphase des Limes. Das in Stein ausgeführte Kleinkastell "Dicker Wald" wurde in den Jahren 1882 und 1893 untersucht. Als weitere Limesbauwerke liegen mit Wp 39* und Wp 40* zwei Holzturmstellen der so genannten älteren Limeslinie auf Gambacher Gebiet. Neben dem Wachtposten 40* findet sich zudem ein Kleinkastell in Holz-Erdbauweise. Die Anlagen der älteren Limeslinie befinden sich etwa 100 beziehungsweise 400 Meter hinter dem späteren Verlauf von Wall und Graben. Mit Erreichen der A 45 verlässt der Limes zunächst den Wetteraukreis. In den folgenden Beiträgen wird dann der östliche Wetterau-Limes beschrieben.
(Kreisanzeiger vom 6.8.2005)
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