Der Flugplatz Reichelsheim in seiner jetzigen Form (siehe Foto / Foto-Quelle: Alexander Hitz/www.AlexanderHitz.de). 
Aktuelles zum Flughafenausbau:
Aus dem Kreisanzeiger vom 24.11.2006:
Ausbau des Verkehrslandeplatzes von Regierungspräsident genehmigt
Flugbetrieb wie in bisherigem Umfang - Lärmbelästigung ändere sich nur in Nuancen
REICHELSHEIM (pd). Regierungspräsident Gerold Dieke hat den Ausbau des Verkehrslandeplatzes in Reichelsheim genehmigt. Damit sei sichergestellt, so Dieke, dass die Flugplatzbetreiberin - die Flugplatz Reichelsheim/Wetterau GmbH und Co. KG - "auch nach Änderung europäischer Vorschriften in Zukunft ihren Flugbetrieb in bisherigem Umfang aufrecht erhalten kann".
Die Genehmigung beinhaltet im Wesentlichen:
Der Umfang der maximal zugelassenen jährlichen Flugbewegungen (48 000 plus zehn Prozent) bleibe unverändert. Hauptsächlich zum Zwecke der Ambulanzversorgung sei der Flugplatzbetreiberin gestattet worden, im Umfang von 400 Flugbewegungen jährlich auch Flugzeuge und Hubschrauber bis 8 000 Kilogramm (maximale Startmasse) starten und landen zu lassen.
Der ursprünglich gestellte Antrag, dies bis 10 000 Kilogramm machen zu dürfen, wurde laut Regierungspräsidium nicht genehmigt, weil die Flugplatzbetreiberin keinen Bedarf dafür nachweisen konnte. "Die vorgelegte Flugplatzplanung konnte nach gründlicher Abwägung aller relevanten Belange genehmigt werden", so Dieke. Die noch während des laufenden Planfeststellungsverfahrens bestehenden Grundstücksbetroffenheiten seien entweder durch Tausch von Grundstücken oder durch Flurbereinigungsverfahren gelöst worden.
Die Lärmbetroffenheit der Bevölkerung in der Umgebung des Verkehrslandeplatzes verändere sich in Nuancen an manchen Stellen positiv und an manchen Stellen negativ. Im Ergebnis würden allerdings Werte erreicht, "die weit unter denen liegen, die von der Rechtsprechung noch als hinnehmbar angesehen werden, bevor aktiver oder passiver Schallschutz gefordert werden kann". Den naturschutzrechtlichen Belangen sei durch umfangreiche Genehmigungsauflagen, die die Flugplatzbetreiberin zu erfüllen habe, Rechnung getragen worden.
Der Planfeststellungsbeschluss werde jetzt der Flugplatzbetreiberin, den Einwendern und den bekannten Betroffenen zugestellt. Auch werde in den nächsten Tagen in den Städten Niddatal und Reichelsheim sowie in den Gemeinden Altenstadt, Echzell und Florstadt eine entsprechende ortsübliche Bekanntmachung erfolgen.
Aus dem Kreisanzeiger vom 04.11.2005:
Rund 300 Einwendungen gegen Flugplatz-Ausbau
Öffentlicher Erörterungstermin am 16. Januar in Reichelsheim - Gegner der Erweiterung befürchten erhöhte Lärmbelästigung und sinkende Immobilienwerte
Wolfgang Kunert REICHELSHEIM. Der 16. Januar 2006 ist für viele Reichelsheimer und Florstädter Bürger ein wichtiger Termin. An diesem Tag beginnt das vom Regierungspräsidium in Darmstadt (RP) angekündigte öffentliche Erörterungsverfahren aufgrund der vorliegenden Einwendungen gegen den geplanten Ausbau des Reichelsheimer Flugplatzes. Rund 300 Gegner haben sich schriftlich geäußert, um ihre Bedenken gegen die Erweiterung vorzubringen, berichtet RP-Sprecher Dieter Ohl. Nach seiner Aussage sei damit zu rechnen, dass das Verfahren drei Tage dauern werde. "Die Stadthalle wurde für diesen Zeitraum bereits reserviert", teilte Reichelsheims Verwaltungsmitarbeiter Horst Wenisch mit. Etwa 200 Einwendungen kommen von Reichelsheimer Bürgern und 100 aus der Gemeinde Florstadt. Fast alle Einwendungen seien im Wesentlichen damit begründet, dass mit erheblich mehr Lärm nach dem Ausbau des Verkehrslandeplatzes, so die offizielle Bezeichnung für den Flugplatz, zu rechnen sei. Zahlreiche Anwohner würden dadurch eine Gefährdung ihrer Gesundheit befürchten, erläutert der RP-Sprecher. Ebenso tragen einige Anwohner vor, dass nach einer Vergrößerung ihre Immobilien weniger Wert seien. Auch den Schutz von Flora und Fauna sehen manche Bürger danach nicht mehr gewährleistet.
Wie Ohl als Sprecher der zuständigen Anhörungs- und Planfeststellungsbehörde mitteilte, will der Betreiber des Platzes, die Flugplatz Reichelsheim/Wetterau GmbH & Co.KG, mit den Ausbauplänen im Wesentlichen das Start- und Landebahnsystem den europäischen Vorschriften anpassen. Hierzu gehören unter anderem die Verlegung der asphaltierten Start- und Landebahn um 55 Meter nach Osten sowie deren Verlängerung von bisher 750 Meter auf 1 300 Meter. Ebenso ist eine Anhebung des Gewichts der bisher für diesen Platz zugelassenen Flugzeuge von 5,7 auf zehn Tonnen vorgesehen. Gleichzeitig sollen die Graspiste um 210 Meter verkürzt und die Hubschrauberabsetzfläche verlegt werden. Maßnahmen, bei denen vor allem Sicherheitsaspekte im Vordergrund stehen, ergänzte Ohl. Durch die Verlegung der Start- und Asphaltpiste nach Osten soll auch eine immer wieder seit langen Jahren geforderte Lärmentlastung der Bevölkerung im Florstädter Ortsteil Ober-Florstadt erreicht werden.
Dies wird in Florstadt anders gesehen. Hier befürchten die Anwohner eine Zunahme des Lärmpegels durch die startenden und landenden Flugzeuge, berichtet Bürgermeister Herbert Unger. Die Gemeindevertretung habe sich erst vor wenigen Wochen aus diesem Grund mehrheitlich gegen die Ausbaupläne ausgesprochen. In der Begründung unterstrich Unger, dass man das vorliegende Lärmgutachten bezweifle. Die Angaben beruhten lediglich auf statistischen Werten. Messungen, die die tatsächlichen Beeinträchtigungen darstellen, habe man nicht durchgeführt, so Unger.
In Reichelsheim steht man den Plänen dagegen positiver gegenüber. Aus diesem Grund hatten die Stadtverordneten auch vor einem Jahr die Verlängerung des Pachtvertrages zwischen Stadt und Betreibergesellschaft für 30 Jahre beschlossen. Im Mai hatte Bürgermeister Gerd Wagner im Rahmen einer Bürgerversammlung erklärt, dass sich auch nach dem Ausbau die Zahl der jährlichen Flugbewegungen nicht erhöhen werde. Diese seien mit maximal 48 000 für die Beförderung von Personen und Gütern festgesetzt. Daher könne auch nicht mit einer Zunahme des Fluglärms gerechnet werden. Letztendlich sei dies alles im Pachtvertrag klar geregelt, so Wagner. Der Rathauschef machte in dem Zusammenhang auf die wirtschaftliche Bedeutung des Platzes aufmerksam. Dies bestätigte auch der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, Max Peter Pfeifer. Insgesamt beschäftigen die verschiedenen Betriebe und Flugschulen am Platz 54 Personen. Davon sind zwei Drittel Vollzeitbeschäftigte. Würde der Ausbau nicht erfolgen, ziehe dies einen erheblichen Arbeitsplatzverlust nach sich, so Pfeifer. Bereits vor einiger Zeit hatte der Geschäftsführer darauf hingewiesen, dass eine Erweiterung die Ansiedlung weiterer Unternehmen rund um den Flugplatz nach sich ziehen würde. Was die Schaffung neuer Arbeitsplätze bedeute.
Bei dem am 16. Januar beginnenden Erörterungsverfahren haben jedoch erst einmal die Gegner das Wort, berichtet der RP-Sprecher. Ihnen gegenüber sitzen die Antragsteller, also die Stadt Reichelsheim sowie Vertreter des Betreibers, Vertreter des Regierungspräsidums und der Luftfahrtbehörde. Das Verfahren diene dazu, die Bedenken der Ausbaugegner zu erörtern und wenn möglich auszuräumen. Nach Abschluss der Veranstaltung werde der RP eine endgültige Entscheidung darüber treffen, ob der Ausbau nach EU-Recht genehmigt wird. Sollte diese Entscheidung negativ ausfallen, bleibe der Status quo des Platzes erhalten, erklärte Ohl. Somit dürften weiterhin jährlich bis zu 48 000 Starts und Landungen von Flugzeugen mit einem Maximalgewicht von 5,7 Tonnen erfolgen. Einer vom Antragsteller geplante Anhebung dieser Tonnage auf zehn Tonnen könne dann allerdings nicht zugestimmt werden, ergänzte der RP-Sprecher
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