Weglänge: 12 Kilometer
Reine
Gehzeit: zweieinhalb
Stunden, 270 Höhemeter
Startpunkt: Niddaer Stadtteil Harb am Bürgerhaus
ÖPNV-Verbindungen: Busverbindungen von Nidda aus
Anfahrt: über die Bundesstraße 455 von Nidda oder Wölfersheim
Wir starten am Bürgerhaus in Nidda-Harb und gehen die Karlsbader Straße in Richtung Bundesstraße, die wir leicht versetzt nach rechts überqueren und dann am Waldrand entlang wandern. An der ersten Wegekreuzung nehmen wir den Weg direkt in den Wald hinein.
Der Stadtteil Harb ist der jüngste der Großgemeinde Nidda. 1934 wurde hier ein Flugplatz errichtet. Nach dem Krieg und der Zerstörung des Flugplatzes wurde hier Heimatvertriebenen Grundstücke überlassen. Heute hat sich hier eine Mischstruktur entwickelt, Harb ist vor allem als Gewerbestandort bekannt.
Unser Wanderweg führt entlang eines Grabens und zweigt dann nach rechts ab. Wir folgen der Ausschílderung des VHC (rotes Kreuz). Der Graben auf der rechten Seite ist eng verbunden mit der Entwicklung von Nidda-Harb. Der Stadtteil wurde erst 1990 an eine Kläranlage angeschlossen. Vorher flossen die Abwässer über den neben uns verlaufenden Graben in die Harbteiche. Dabei waren die Abwässer aus den Haushalten weniger problematisch, schlimmer waren Industrie-Abwässer, die mit Schwermetallen versetzt waren. Noch heute sind die Fische der Harbteiche belastet und ungenießbar. Dennoch findet man hier aber einige andere seltene Tierarten. Nicht weniger als fünf Fledermaus-Arten nennt Wolfgang Eckhardt, viele Jahre stellvertretender Forstamtsleiter in Nidda, und als Pensionär im ehrenamtlichen Naturschutz hoch engagiert.
Wir lassen die Harbteiche hinter uns (1) und kommen an den Waldrand und laufen dann ein Stück parallel zur Bundesstraße, die wir mit unserem Wanderzeichen überqueren. Wir laufen dann auf dem asphaltierten Weg weiter. Nach kurzer Wanderung stoßen wir auf ein breites Asphaltband: die alte Bundesstraße wurde vor rund 40 Jahren durch einen Neubau ersetzt.
Wir gehen rechts direkt auf den Reinhäuser Hof zu (2). Zu unserer Linken sehen wir den Lohberg. Hier standen einst Eichen, deren Rinde zum Gerben von Fellen gebraucht wurde. Vorbei an dem Bauernhof und wieder ein kleines Stück parallel zur Bundesstraße kommen wir zu einer Straßenverzweigung. Hier gehen wir gehen links bergan. (3)
Wer die Strecke abkürzen will und motorisiert ist der parkt sein Auto hier und beginnt die Wanderung an dieser Stelle. Parken kann man an den Rändern der wenig befahrenen alten Bundesstraße.
Wenn wir den kurzen Anstieg bewältigt haben, sollten wir uns etwas genauer umsehen (4). Auf dem Lohberg stehen längst keine Eichen mehr, dafür einzelne Feldgehölze und vor allem wertvolle Magerrasenflächen. Das sind nährstoffarme Standorte, von denen es im Vogelsberg und seinen Ausläufern eine ganze Reihe gibt. Der Magerrasen ist flachgründig. Nur wenig Erde liegt über dem Vogelsbergbasalt, der an einzelnen Stellen schon durchbricht. An dieser Stelle haben wir es mit einer ganz besonderen Form des Basaltes zu tun, nämlich dem Sonnenbrennerbasalt. Das darin enthaltenen Mineral Analzim nimmt wechselweise Wasser auf und gibt es ab zu trägt somit zur Zersetzung des Materials bei und löst seine Struktur nach und nach auf und wird zu Erde. Die rötliche Erde, die wir hier am Hang sehen, ist verwitterter und oxidierter Basalt. Die Pflanzengesellschaften und der Magerrasen haben einige Gemeinsamkeiten: Kurzer Wuchs und geringer Anspruch an die Nährstoffe und ein eine große Vielfalt an Kräutern. Für Ackerbau und Wiesenmahd sind solche Flächen nicht nutzbar. Die Beweidung ist deshalb die einzige landwirtschaftliche Nutzung, die möglich ist - und die auch nötig ist, um diese Flächen zu erhalten."
Wir gehen auf unserem Weg weiter. Von der Höhe haben wir einen herrlichen Blick auf den Vogelsberg mit seiner höchsten Erhebung, dem Hoherodskopf. Rechts sehen wir den Niddaer Ortsteil Unter-Schmitten. Die hohen Schornsteine zeugen von Fabriken, wo Spezialpapiere hergestellt werden. Auf unserem Weg passieren wir einen Hochsitz und hier enden auch die Magerrasenflächen. Stattdessen sehen wir satte, nährstoffreiche Wiesen, schön anzusehen und gut als Tierfutter geeignet, aber sehr artenarm.
Rechts wandern wir jetzt an einer eingezäunten Weide vorbei. Kurz vor einem Holzschuppen wenden wir uns nach links (5) und gehen an der dritten Wegekreuzung an einem Hochsitz nach rechts. Vorher sehen wir noch auf der linken Seite den Lohwald. Auch hier gibt es kaum mehr Eichen, die Buche ist der vorherrschende Baum. Das ist eine ganz natürliche Entwicklung. Würde der Mensch nicht in die Natur eingreifen, würde in der Wetterau im Laufe von Jahren und Jahrzehnten ein großflächiger Buchenwald entstehen. Nicht umsonst war die Region lange als „Buchonia“ bekannt.
Wir überqueren den Teerweg und gehen jetzt auf die Windräder zu. Links sehen wir zwei weitere Niddaer Ortsteile, Ulfa und halb links vor uns auf dem Basaltkegel das Dörfchen Stornfels. In einer Spitzkehre (6) kurz vor der Kreisstraße gehen wir nach rechts auf das zweite Windrad zu. Vorbei an Hecken und Streuobstwiesen wandern wir wieder in Richtung Westen. Unser Feldweg geht in einen Asphaltweg über und stößt auf einen weiteren Asphaltweg, wo wir nach rechts gehen. Nach wenigen Metern kommen wir an den Eingang eines vor rund 30 Jahren stillgelegten Basaltsteinbruch (7). Von hier aus können wir noch einen guten Blick nehmen auf das vorherrschende Gestein des Vogelsberges. Unten sind wertvolle Basaltsteine zu sehen, oben wird die Qualität des Basalts schlechter. Man kann auch aus größerer Entfernung deutlich erkennen, wie bröselig das Material ist.
Gegenüber dem Steinbruch gehen wir links auf den Feldweg, vorbei an dem oben genannten Holzschuppen kommen wir wieder auf unseren Wiesenweg in Richtung Lohberg und Reinhäuser Hof. Wir bleiben jetzt auf dem breiten Asphaltband der ehemaligen Bundesstraßen und kommen in einen Mischwald, wo wir die erste Abzweigung auf den Waldweg nach links nehmen. Wir überqueren die Bundesstraße und gehen weiter geradeaus auf dem Waldweg. An der Brücke, die wir noch von unserem Hinweg kennen, gehen wir rechts und jetzt immer geradeaus direkt auf Harb und unseren Ausgangspunkt zu.

Die
Flächen wurden unter großem Aufwand mit Maschineneinsatz vom Schwarzdorn
befreit. Jetzt müssen die Ziegen ran, um das Werk zu vollenden. Sie fressen
auch die holzigen Triebe des Schwarzdorns (Bild vorne). Wenn das gelingt, wird
auch an diese Stelle in wenigen Jahren aus einer verbuschten Fläche ein
wertvoller Magerrasen entstehen.

Reiherschnabel
und Frühlingsfingerkraut sind typische Gewächse des Magerrasens

genauso
wie Hornklee

Harbteich

Stornfels
hinter blühendem Rapsfeld
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Christian Agne
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