Zu Klöstern und Fürstenhäusern

Weglänge: 40 Kilometer, 360 Höhenmeter, eine mittelschwere Tour über bequeme Wege mit mehreren kurzen und zwei anstrengenden Anstiegen.
Startpunkt:  Nieder Florstadt, am Messeplatz
Reine Fahrtzeit: ca.  2 ½ Stunden
ÖPNV-Verbindungen:  Wer mit dem öffentlichen Personennahverkehr anreist, kann gut in Glauburg oder in Altenstadt/Höchst zusteigen. Hier gibt es gute Bahnverbindungen mit Fahrradtransport in Richtung Frankfurt.

Wir nehmen den gut ausgebauten Radweg Nidda abwärts und fahren zunächst einmal in Richtung Wickstadt, vorbei an der Hochzeitswiese mit einer Vielzahl unterschiedlicher Obstbäume, die von Brautpaaren gepflanzt wurden. Besonders im Frühjahr, wenn alles blüht, ein wundervoller Auftakt.

Nach gut zwei Kilometern erreichen wir das Hofgut Wickstadt, wobei der Name eine ziemliche Übertreibung darstellt. Rund 40 Menschen wohnen in dem Weiler, der aus einem im 12. Jahrhundert gegründeten Zisterzienserkloster hervorgegangen ist. Nach Aufhebung des Klosters im Jahre 1803 ging es an den Grafen zu Solms-Rödelheim und Assenheim, in dessen Besitz es sich noch heute befindet.

An der Brücke fahren wir links (1) und sehen bald linker Hand ein großes freies Feld, ebenfalls Teil des gräflichen Besitzes. Die Weide wurde als so genannte Kompensationsfläche aus der Bewirtschaftung des Hofgutes genommen. Wir stoßen schließlich auf einen Fußfall nach Motiven aus dem Kreuzweg. Der Fußfall gehörte zum Prozessionsweg, der zur Wallfahrtskapelle Maria Sternbach führt.

Wir nehmen den linken Weg und umfahren die Wiese, lassen links einen Teich liegen und kommen dann auf einen Forstweg, den wir bergan strampeln (2). Linker Hand erreichen wir jetzt die Wallfahrtskapelle Maria Sternbach. Die Kirche wird im Jahre 778 erstmalig erwähnt. Um die Kirche entwickelte sich für ein paar Hundert Jahre ein kleines Gemeinwesen. Das Dörfchen Sternbach dürfte Mitte des 16. Jahrhunderts untergegangen sein. Die Kirche ist aber noch in einem schönen Zustand und eine kurze Rast für eine Besichtigung von außen wert.

Wir folgen jetzt dem grünen Andreaskreuz, einem Wegweiser des Vogelsberger Höhenclubs. Nach einem kurzen kräftigen Anstieg geht es flott bergab. Wir kommen an eine Lichtung, die vermutlich von einem Sturmereignis herrührte. An der folgenden Kreuzung fahren wir links und folgen weiterhin dem grünen Andreaskreuz, vorbei am Jagdhaus der Stolberger Fürsten. Bald schon sehen wir die ersten Hinweisschilder zu unserem nächsten Etappenziel, dem Kloster Engelthal.

Wir überqueren jetzt die Landesstraße 3188, die Ilbenstadt mit Stammheim verbindet, und fahren auf dem bequemen Waldweg weiter. An der zweiten Waldkreuzung fahren wir nach rechts  (3) und verlassen dabei das grüne Andreaskreuz. Für 1 ½ Kilometer heißt es jetzt immer der Nase nach.

Wir stoßen schließlich auf einen Forstweg. Hier stand vor fast 2.000 Jahren eine römische Niederlassung (4). Zu erkennen ist nichts mehr davon, genauso wenig wie von den mittelalterlichen Siedlungen Winnen und Wartberg, die im 12. Jahrhundert wüst gefallen sind. Wir fahren aus dem Wald heraus, um sofort wieder im scharfen Winkel nach links zu fahren.

Entlang der östlichen Seite der Wiese fahren wir wieder tiefer in den Wald hinein, bleiben gut 1 ½ Kilometer auf unserem Weg und ignorieren Abzweigungen nach rechts und links. Sodann stoßen wir auf ein Schild, das uns den Weg in Richtung „Kloster Engelthal“ weist. Diesem folgen wir. Jetzt begleitet uns auch wieder das grüne Andreaskreuz, dem wir weiter folgen.

Nach einem kräftigen Anstieg wenden wir uns nach links und befinden uns auf der Bonifatiusroute. Nach einer steilen Abfahrt kommen wir dann schließlich direkt zum Haupteingang von Kloster Engelthal (5).

 

Kloster Engelthal

Klöster gab es früher zuhauf, heute sind sie selten geworden. Immer weniger Menschen können sich ein Leben allein mit Gott vorstellen. In Engelthal wurde schon im 13. Jahrhundert das erste Kloster gegründet. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Gelände vollständig zerstört, die Schwestern mussten fliehen. Nach dem verheerenden Krieg wurde das Kloster im spätbarocken Stil wieder aufgebaut und erhielt im Wesentlichen seine heutige Gestalt.

Im Zuge der napoleonischen Besatzung wurde das Kloster 1803 aufgelöst, aus dem Kloster wurde ein landwirtschaftliches Gut. Nach dem Zweiten Weltkrieg erwarb das Bistum Mainz die Kirche und den gesamten Klausurbereich innerhalb der Mauern. 1962 besiedelten 20 Benediktinerinnen Engelthal und erfüllten es erneut mit klösterlichem Leben. Das Kloster wird heute von Äbtissin Elisabeth Kralemann geleitet. Es bietet Kurse für Einzelgäste und Gruppen. In einer Restaurierungswerkstatt werden Gemälde und Skulpturen wiederhergestellt, außerdem ist dem Kloster eine Buch- und Kunsthandlung angeschlossen.

Wir passieren die Klosterpforte und folgen der Radwegweisung bergauf. Wir werfen noch einmal einen Blick zurück und überschauen das ganze Areal von Kloster Engelthal. Nach einer Links-Rechts-Links-Kombination sehen wir schon die ersten Häuser des Altenstädter Stadtteils Höchst an der Nidder - erkennbar an dem dominanten Wahrzeichen, dem „Hochhaus“, das das Ortsbild empfindlich stört.

Bevor wir nach Höchst einfahren, müssen wir noch die Bundesstraße 521 überqueren. Die zweite Querstraße nach links (Am Feldborn) nehmen wir und folgen der Radwegweisung jetzt in Richtung Altenstadt und Glauburg (6). Wir befinden uns nun auf dem Vulkanradweg, dem attraktivsten der Wetterauer Radwege, der vom Hoherodskopf im Vogelsberg bis an den Main in Hanau führt.

Wir fahren südlich von Altenstadt und stoßen jetzt auf eine Biogasanlage, die durch ihre grellrote Signalfarbe das Zeug hat, zu einem Wahrzeichen der Gemeinde zu werden. Wir unterqueren die Autobahn A 45 und anschließend die Bundesstraße 529 und ignorieren anders lautende Radwegehinweise.

Wir verlassen den Vulkanradweg, durchqueren das kleine Industriegebiet von Lindheim und fahren auf der Altenstädter Straße, wobei wir die Hauptstraße wieder verlassen. Vorbei an der evangelischen Kirche kommen wir an ein schön gelegenes Gutshaus, in dem Ende des 19. Jahrhunderts der Schriftsteller Leopold von Sacher-Masoch lebte. Zu Unrecht ist der Schriftsteller nur durch den von seinem Namen abgeleiteten Masochismus bekannt. Sacher-Masoch war im 19. Jahrhundert ein sehr bekannter und gefragter Autor, der in Lindheim den oberhessischen Bildungsverein gründete und engagiert gegen den Antisemitismus wirkte. Über die Düdelsheimer Straße stoßen wir schließlich auf die Bundesstraße 521, der wir nach links folgen. Auf der linken Seite der Straße befindet sich ein Radweg (7).

Gut zwei Kilometer fahren wir jetzt entlang der Bundesstraße. Linker Hand sehen wir die Keltenwelt vom Glauberg. Dort, wo das Schild nach rechts zur Kläranlage weist, fahren wir schon mit Blick auf Düdelsheim nach links auf den betonierten Feldweg. An einer T-Kreuzung fahren wir nach rechts. Jetzt geht es richtig steil bergauf. Wer diese Steigung meistert, ohne abzusteigen, hat fürwahr einen Grund, stolz zu sein.

An der nächsten Kreuzung geht es im 90-Grad-Winkel nach links. Wir sind jetzt wieder auf der Bonifatiusroute, die uns direkt zum Glauberg-Museum führt. Das Landesmuseum stellt sicherlich den Höhepunkt unserer heutigen Radtour dar (8). Es beherbergt die Originale der spektakulären archäologischen Funde des Glauberger Keltenfürsten Zwei Stunden sollte man sich gut und gerne nehmen, um das Museum selbst, aber auch das Glauberg-Plateau zu erkunden. Das didaktisch gut angelegte Museum bietet auch unseren jüngeren Mitradlern eine spannende und lehrreiche Zeit. www..keltenwelten.de

Für den Abstecher ins Museum verlassen wir den asphaltierten Weg und fahren den Schotterweg hoch zum architektonisch gelungenen „Fernglas in die Wetterau“. Wer sich den Museumsbesuch für später aufheben möchte, stößt bald auf die Kreisstraße und kann dann in schneller Abfahrt bis zum Kreisel rollen. Die erste Abfahrt nehmen wir nach rechts und sind in Glauberg. An der nächsten Ampel fahren wir links und nach Überquerung der Schienen wieder links.

Wir folgen nun für ein kurzes Stück wiederum dem Vulkanradweg. Nach einer Rechts-Links-Kombination überqueren wir die Holzbrücke rechts und kommen so auf einem Schotterweg nach Heegheim (9). Im Wohngebiet geht es die erste Einmündung nach rechts und am Ende des Weges nach links. Wir stoßen auf die Brunnenstraße, der wir nach rechts in Richtung Wald bergauf folgen. Gut 2 ½ Kilometer folgen wir jetzt diesem Weg. Am Ende des Asphaltweges haben wir die lange Steigung auch fast geschafft und sind am höchsten Punkt unserer Radtour. Nach einer schönen Abfahrt geht es wieder bergan. Nach einer Rechtskurve stoßen wir schließlich auf die Landesstraße 3190, die Verbindungsstraße zwischen Glauberg und Nieder-Mockstadt.

Wir folgen ein kleines Stück dieser Straße, um in Nieder-Mockstadt die erste Straße nach links, in die Goldbachstraße, einzubiegen. Wir stoßen schließlich auf die Bundesstraße 275, fahren nach links und bleiben auf dem Fußweg, der breit genug ist, um darauf zu fahren (10). Vorbei am wenig attraktiven Industriegebiet müssen wir jetzt den Autobahnzubringer überqueren und fahren unter der Autobahn hindurch. Wir biegen schließlich auf den asphaltierten Weg nach links ein (11) und folgen diesem bis zum Florstädter Stadtteil Stammheim.

Hier müssen wir noch einmal die Straße überqueren. Auf dem „Sodenweg“ fahren wir entlang des nördlichen Dorfrandes und folgen jetzt dem Radwegweiser in Richtung Florstadt. Dort passieren wir den Friedhof und fahren jetzt parallel zur Bundesstraße 275, in Höhe des Discounters überqueren wir die Straße, hinter dem Betriebsgelände der Kraftwagenbetriebe Wetterau fahren wir nach rechts und stoßen jetzt wieder auf den Niddaradweg. Ein kleines Stück folgen wir diesem noch und sind dann, nach erneuter Überquerung der B 275, an unserem Ausgangspunkt angelangt. In Florstadt gibt es genügend Cafés und Restaurants, um sich für die schöne Radtour zu belohnen.

 

Maria Sternbach

 

Keltenwelt mit Schäfer


Fussfall am Wegesrand

SUCHE

KONTAKT

Wirtschaftsförderung Wetterau GmbH
Hanauer Str. 5 | 61169 Friedberg

Christian Agne XING

Tel: +49 (0) 6031. 692144
Fax: +49 (0) 6031. 692159

E-Mail: info@wfg-wetterau.de

weitere Kontaktmöglichkeit auch per Videokonferenz:

Skype:

Facebook Twitter Youtube Channel Google Plus

FEEDBACK

Geben Sie uns Ihr Feedback

Ihre Bewertung für diese Seite: