Wo einst die Römer Wache schoben

Weglängeneun Kilometer
Reine Gehzeit: zwei bis drei Stunden
Anfahrt: Über die B 455 Rosbach, Abfahrtknoten Nord, über die Friedberger und Taunusstraße
Start: Wanderparkplatz Ober-Rosbach 

Unsere heutige Wanderung führt uns in die Welt der Römer. Dabei haben wir es zu Beginn mit einem heftigen Anstieg zu tun, später werden wir aber mit wunderbaren Fernblicken für die Anstrengung belohnt.

Die Anfahrt erfolgt über die Bundesstraße 455 Rosbach, Abfahrtknoten Nord, über die Friedberger und die Taunusstraße bis hin zum Wanderparkplatz direkt an der Autobahn. Hier folgen wir gleich dem Schild Kapersburg. Der kräftige Anstieg erinnert uns daran, dass wir im Mittelgebirge wandern. Wir passieren die dicke Eiche, wo wir eine kurze Rast machen können und gehen weiter geradeaus. Linker Hand sehen wir gleich mehrere Hohlwege. Das sind Wege, die schon vor Jahrhunderten genutzt wurden und sich durch die Befahrung mit Wagen und Pferdegespannen immer tiefer in die Landschaft eingruben. Bei Gefälle kam es zudem zu Auswaschungen, so dass die Wege irgendwann nicht mehr passierbar waren. Dann hat man einfach den nächsten Weg angefangen, was an dieser Stelle sehr gut zu sehen ist, weil die Hohlwege parallel zu unserem Wanderweg führen.

Am Bergkamm haben wir fast 200 Höhenmeter überwunden und folgen dem Wegweiser Kapersburg nach rechts. Nach wenigen Metern kommen wir an eine Kreuzung, wo wir, vorbei an einem Marienbildnis, geradeaus gehen. Rund 400 Meter laufen wir so weiter, dann sehen wir rechts einen schmalen Pfad, der uns zu einem kleinen Abstecher auf den   Kuhkopf einlädt. Mit 493 Metern haben wir hier den höchsten Punkt unserer heutigen Wanderung erreicht. Im Schutz einer Hütte können wir den weiten Blick nach Westen in Richtung Pfaffenwiesbach und Usingen genießen.

Auf dem gleichen Pfad gehen wir zurück zu unserem Weg, biegen nach rechts und kommen nach 200 Metern an eine Ruhebank. Hier nehmen wir die zweite Abzweigung nach links. Ein Schild mit der Bezeichnung "Stadt Friedberg – Junger Wald" weist uns den Weg. Wir gehen jetzt leicht bergab. Links ein Nadel-, rechts ein Laubwald. Nach einer kurzen Weile stoßen wir direkt auf den Limeswanderweg, halten uns links und folgen dem römischen Grenzwall. Nach einigen hundert Metern kommen wir an eine imposante Holztreppe. Sie führt uns schonend über den Grenzwall der römischen Besatzer zum kleinen Kastell Ockstadt.

Wir gehen weiter auf unserem Limeswanderweg und stoßen auf einen breiten Weg, hinter dem rechts ein Grenzzaun neuerer Bauart steht, nämlich ein Natozaun, bewehrt mit Stacheldraht, hinter dem sich das Munitionsdepot der Bundeswehr verbirgt. Wir gehen links und gleich wieder rechts und kommen hier an die vor wenigen Jahren umfangreich sanierte Kapersburg. Bis ins dritte Jahrhundert haben hier römische Soldaten ihren Dienst geleistet (siehe auch Infokasten).

Wir durchqueren die Kapersburg und gehen am Ausgang rechts bergan. Kurz vor der Höhe zweigt ein kleiner Pfad nach links. Ein Pfeil in Richtung Ober Rosbach weist uns den Weg, zudem wird jetzt das schwarze Dreieck bis fast zum Ende unserer Wanderung unser Begleiter sein. 

An der nächsten Kreuzung halten wir uns geradeaus. Wo der Wanderweg einen Linksknick macht, sollten wir für einige Meter das schwarze Dreieck verlassen und geradeaus einen kleinen Umweg in Kauf nehmen. Belohnt werden wir mit einem schönen, ganz neu eingerichteten Rastplatz auf einer Aussichtsplattform hoch über einem offen gelassenen Quarzsteinbruch. Bei klarem Wetter haben wir nicht nur einen schönen Überblick über diesen Steinbruch, sondern schauen bis nach Frankfurt und den dahinter liegenden Odenwald. 

Wir gehen den Weg weiter und kommen wieder zu unserem schwarzen Dreieck. Bald nähern wir uns der Autobahn. An einer Abzweigung führt das schwarze Dreieck steil rechts bergab. Ein bewachsener Weg führt links nach oben. Wir aber bleiben auf unserem Weg geradeaus, der uns bald zurück über die Autobahnbrücke zu unserem Ausgangspunkt führt. 

Kleinkastell Ockstadt 

Das Kleinkastell Ockstadt bot mit einer Grundfläche von rund 1.000 Quadratmetern rund 20 bis 30 Soldaten Platz. Das aus Holz und Erde errichtete Kastell war die älteste Anlage in diesem Abschnitt des Limes. Erst um etwa 130 n. Chr. entstand das etwa 700 Meter entfernte Kastell Kapersburg. Funde aus dem Kleinkastell Ockstadt sind nur wenige erhalten, ganz anders als die Funde aus dem Numeruskastell Kapersburg, die mit anderen bedeutenden archäologischen Funden aus der Region im Wetterau-Museum Friedberg zu bewundern sind. Hier befindet sich auch eines der regionalen Informationszentren entlang des als Welterbe der UNESCO geführten Obergermanisch-Raetischen Limes in Deutschland. 

Kapersburg – beeindruckend auch nach 2.000 Jahren 

Allein durch ihre räumliche Ausdehnung von 16.000 Quadratmetern beeindruckt die Kapersburg auch heute noch. Vor einigen Jahren sorgfältig saniert, präsentiert sich die Kapersburg heute als ein archäologisches Denkmal von besonderer Bedeutung in der Wetterau. 

Das Kastell Kapersburg wurde um etwa 130 n. Chr. als Ersatz für das Kleinkastell Ockstadt in die Limeslinie eingefügt. Als Besatzung des Kastells ist der ca. 150 bis 200 Mann starke "Numerus Nidensium" überliefert. Dessen Mannschaft wurde ursprünglich im nahe gelegenen Nida (Frankfurt-Heddernheim) rekrutiert. Eine zusätzliche Verstärkung war eine Reiterabteilung. Bis zum Ende des zweiten Jahrhunderts wurde das Kastell mehrmals auf die maximale Ausdehnung von 1,6 Hektar erweitert. Nachdem hier stationierte Truppen reduziert wurden, hat sich der verbleibende Rest der Besatzung in das Nordostviertel des Kastells zurückgezogen.

In der zweiten Hälfte des 3.Jahrhunderts wurde das Kastell aufgegeben. Anzeichen für eine Zerstörung fanden sich nicht. Interessant für die Besucherinnen und Besucher ist die genaue Beschreibung der für Römer so wichtigen Badeanlagen.

Impressionen:

 







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