
Wir laufen ein kleines Stück auf dem Radweg und folgen dabei der Kreisstraße in Richtung Diebach. Schon nach gut 200 Metern verlassen wir die Kreisstraße und gehen geradeaus bergauf, während die Kreisstraße nach links abknickt. Nach weiteren 300 Metern erreichen wir die evangelische Kirche Herrnhaag mit dem Friedhof.
Diebach am Haag, Lorbach und Vonhausen bilden seit langem das Kirchspiel Haag. Die Kirche selbst brannte 1818 aus. Der Neubau verzögerte sich, weil sich die drei Gemeinden über den Standort nicht einigen konnten. So dauerte es bis zum Jahre 1835 bis die heutige Kirche eingeweiht werden konnte.
Wir umgehen die Kirche und stoßen auf die Landesstraße in Richtung Ronneburg, der wir ein kleines Stück nach links folgen, um dann rechts auf die herrliche Allee abzubiegen, die uns direkt zum Herrnhaag führt.
Der Herrnhaag wurde im Jahr 1738 durch den Reichsgrafen von Zinzendorf gegründet. Er kam aus Sachsen und fand hier mit seiner lutherisch-pietistischen Glaubensgemeinschaft, der Herrnhuter Brudergemeinde, Zuflucht. Tausend Menschen lebten hier in einer „Lebens- und Dienstgemeinschaft“ bei der Standesunterschiede weitgehend aufgehoben waren.
Graf Gustav Friedrich von Ysenburg-Büdingen, Nachfolger von Ernst Casimir, der den Glaubensflüchtlingen Zuflucht gewährt hatte, verlangte von den Herrnhutern einen Untertaneneid, den diese verweigerten. Daraufhin verwies Gustav Friedrich die Herrnhuter des Landes, so dass die wirtschaftlich äußerst erfolgreiche Gemeinschaft schon 15 Jahre nach ihrer Gründung wieder aufgelöst wurde.
Danach wurde die Siedlung Sommersitz der Grafen zu Ysenburg-Büdingen, Lager der Truppen Napoleons, Quartier des Reichsarbeitsdienstes und Gefangenenlager während der Zeit des Nationalsozialismus. Heute arbeitet der Verein der Freunde des Herrnhaag an der Renovierung der Gebäude. Das Grafenhaus dient heute als Veranstaltungsort für Freizeiten und kulturelle Veranstaltungen.
Wir gehen zwischen Grafenhaus und den Scheunen hindurch und laufen auf einer Pappelallee bergab. Zur Linken kommen wir an einem Friedhof mit Denkmal für die Herrnhuter vorbei. Unser Weg führt uns direkt auf zwei Teiche zu. Zwischen ihnen verläuft ein schmaler Pfad, an dessen Ende wir auf das Vereinsgebäude der Vogelschutzgruppe Lorbach stoßen. Hier gehen wir links und nehmen an der Abzweigung den linken Weg, den Taleinschnitt zur Rechten.
Nach knapp einem Kilometer wechseln wir die Seite und passieren die Fabianshütte. Jetzt laufen wir direkt auf den Büdinger Stadtteil Calbach zu. 300 Meter hinter der Fabianshütte geht es nach links bergab. Wenn sich jetzt aber der Hunger regt, dann sollten wir noch gut 200 Meter weiterlaufen. Dort befindet sich ein herrlich gelegener Ruhe- und Aussichtsplatz. Zwei Bänke und ein Tisch laden zum verspeisen der mitgebrachten Brote ein. Den Fernblick, den wir hier oben über Streuobstwiesen und Felder haben entschädigt uns für den kleinen Umweg.
Abkürzung:
Wer nicht durch Calbach wandern mag, der kann auch am Waldrand weiter gehen und stößt dann auf den Weg der von Calbach kommend in den Wald hineinführt. Hier gehen wir dann rechts.
Zurück zur Abzweigung gehen wir den Weg bergab und kommen in Calbach zunächst auf den Haagweg und über die Mittelstraße in die Ortsmitte. Calbachs Geschichte reicht in das frühe Mittelalter zurück, die erste urkundliche Erwähnung erfolgte im Jahre 750. Lange gehörte Calbach, wie manche andere Wetterauer Kommunen auch, zu den geteilten Siedlungen in der Wetterau. Die linke Dorfseite gehörte zum Gericht Büdingen während die rechte zum Gericht Glauberg/Ortenberg gehörte. Die Trennung wurde vor 300 Jahre aufgehoben.
Vorbei an der Feuerwehr und dann weiter auf dem „roten Weg“ ist der Ort mit seinen 500 Einwohnern schnell durchwandert. Kurz vor Ortsende gehen wir den Feldweg nach rechts, Richtung Wald. Wir folgen diesem Weg fast einen Kilometer lang, um dann an der Kreuzung nach links zu gehen und nach weiteren 300 Metern nach rechts. Wir gehen jetzt immer geradeaus und stoßen direkt auf das, was von der ehemaligen Burgruine Hardeck übrig geblieben ist.
Das eigentlich faszinierende an den hoch überwachsenen Ruinenresten ist die Wallanlage mit einem Umfang von mehr als 300 Metern, deren Grabentiefe bis zu neuen Metern beträgt. Die Burg wurde im zehnten bis elften Jahrhundert von den Herrn von Büdingen gebaut und diente vermutlich der Sicherung der mittelalterlichen Fernstraße „Antsanvia“, die von Mainz nach Eisenach führte und regional auch als „Hohe Straße“ beziehungsweise „Reffenstraße“ bezeichnet wird.
Wir gehen auf dem Pfad rund um die Wallanlage und kommen auf unseren Weg zurück, um uns dann an der ersten Abzweigung nach rechts zu wenden. In einem weiteren großen Bogen umgehen wir die Hardeck und stoßen auf einen breiten Waldweg, den wir scharf nach links gehen. Wir folgen dem Weg bis wir nach 500 Metern auf einen weiteren Waldweg stoßen wo wir nach rechts bis zum Wandrand gehen. Hier genießen wir den Blick auf Herrnhaag und gehen dann nach links am Waldrand entlang.
Wir bleiben auf dem Weg und werden in einem Bogen und über die Hardecker Straße nach Lorbach geführt. Wir stoßen dabei auf die Landesstraße, die von Büdingen kommend weiter nach Vonhausen führt. Hier gehen wir für wenige Meter nach links und dann nach rechts in den Wannweg, an dessen Ende wir in einer links-rechts-Kombination auf Feldwegen Lorbach östlich umgehen.
Am Ortsende absolvieren wir eine weitere links-rechts-Kombination und laufen dann direkt auf Vonhausen zu, wo wir abermals auf die Kreisstraße stoßen und nach noch 300 Meter bis zu unserem Ausgangspunkt rechts gehen müssen.
Ortsfest zum 750jährigen Bestehen
Vonhausen wurde im Jahre 1261 erstmals urkundlich erwähnt. Folglich feiert der Ort in diesem Jahr sein 750-jähriges Bestehen. Die Feierlichkeiten für das Jubiläum finden am letzten (langen) Wochenende in Juni statt. Dazu gibt es ein reichhaltiges Festprogramm und eine eigene Homepage (www.750-Jahre-Vonhausen.de).

die Lichtenburg im Herrnhaag
herrlicher Rastplatz oberhalb von Calbach
ein Meer von Buchen
Blick auf Büdingen, recht der markante Sandsteinbruch
durch Wald und durch die offenen Feldflur führt unsere heutiger Wanderweg
die Ronneburg zieht unsre Blicke auf sich
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