Weglänge: 13 Kilometer.
Reine Gehzeit: drei Stunden.
Einkehrmöglichkeiten gibt es in Bingenheim und Reichelsheim.
Anfahrt: Bingenheim über den Hauptort Echzell, über Reichelsheim oder über Florstadt/Staden.
Parken: entweder an der Kirche oder am Sportplatz in Bingenheim.

Unsere Wanderung beginnt an der Evangelischen Kirche mit schön erhaltenen Fresken aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Vorbei am Bingenheimer Schloss, dessen älteste Teile aus dem 11. Jahrhundert stammen und heute von einer anthroposophisch ausgerichteten Institution mit Heim, Schule und Werkstätten für seelenpflege - bedürftige Menschen genutzt wird.
Wir biegen in die Weidgasse ein und laufen bis zum Kindergarten, wo wir uns rechts halten. Nach Überqueren des Horloff-Flutgraben laufen wir links und sehen schon von weitem einen Aussichtsturm. Wir gehen rechts und überqueren noch einmal die hier schnurgerade Horloff und kommen zum Bingenheimer Ried, einer Feuchtwiese mit beachtlichem Artenreichtum. Das Ried ist ein wichtiger Trittstein für Zugvögel bei ihren Wanderungen nach Süden beziehungsweise zurück zu den Brutgebieten im Norden. Auch wer ohne Kinder unterwegs ist, sollte sein Fernglas nicht vergessen, denn hier gibt es viel zu sehen. Störche, Enten, Gänse, Silber- und Graureiher teilen sich diesen Lebensraum.
Wir folgen jetzt dem asphaltierten Radweg rechts der Eisenbahnlinie und können rechter Hand auf einer Weide noch Auerochsen bewundern, die hier einen wichtigen Beitrag im Ökosystem leisten. Am Ortseingang von Reichelsheim steht rechts ein Insektenhotel, das sich im verkleinerten Maßstab auch zum Nachbau für den heimischen Garten eignet. Nach ungefähr 300 Meter gehen wir links über den Bahnübergang und halten uns gleich rechts. Der Bingenheimer Straße folgen wir jetzt bis zum Ortsausgang. Vorher sehen wir auf der linken Seite die Evangelische Kirche, ein spätgotischer Kirchenbau aus dem 15. Jahrhundert. Die Reste der einst wehrhaft angelegten Kirchhofummauerung erinnern uns daran, dass es hier nicht immer so friedlich zuging wie dieser Tage.
Pausenbrot am Abflugsort
Auf dem neuen Radweg entlang der Kreisstraße in Richtung Nieder-Florstadt laufen wir jetzt gut einen Kilometer aus dem Ort heraus und biegen dann links in den Feldweg, wo nach ungefähr 200 Meter die Horloff erneut überquert wird. Jetzt geht es durch die freie Feldflur und wir gelangen nach wenigen Metern zum Ende der Startbahn des Flughafens Reichelsheim. Eltern mit Kindern werden hier eine Bank vermissen, da Kinder schon gerne dem quirligen Treiben auf dem Flugplatz zuschauen, bei dem immerhin fünf Flugschulen für regelmäßige Starts und Landungen sorgen. Die ein- und zweimotorigen Propellermaschinen fliegen nur wenige Meter über unsere Köpfe hinweg.
Wir lassen den Flugplatz rechts liegen und folgen dem asphaltierten Feldweg in Richtung Florstadt/Leidhecken. Am Ortseingang von Leidhecken biegen wir nach links in die Unterdorfstraße. Die führt uns direkt auf die Bingenheimer Straße. Kurz vor dem Ortsausgang wenden wir uns nach links in den Bleichweg, der sich an seinem Ende zu einem Wirtschaftsweg verengt. Am Ende des Weges halten wir uns links. Von der Anhöhe lassen wir unseren Blick noch einmal über die fruchtbare Landschaft der Wetterau schweifen.
Am Waldrand halten wir uns rechts und gehen gleich darauf halblinks in den Wald hinein. Wir befinden uns jetzt auf dem Limes-Wanderweg, den wir bis Bingenheim nicht mehr verlassen werden. Kennzeichen ist ein schwarzes Kreuz, das mit einem Dreieck bedeckt ist, auf weißem Feld. Nach mehreren Kurven kommen wir an eine Kreuzung an der wir uns links halten (unser Wegweiser ist etwas verborgen) und ein Stück bergan gehen. Rund zwei Kilometer bleiben wir in diesem abwechslungsreichen Wald. Wenn wir die ersten Häuser von Blofeld erblicken, passieren wir rechts den Eingang der alten Kreismülldeponie. Gleich hinter dem Tor halten wir uns links und wandern mit dem Wegweiser über eine Wiese mit altem Streuobstbestand.
Nach einem Zickzackkurs und Überquerung der Kreisstraße gelangen wir zum Blofelder Friedhof. Gleich dahinter führt uns rechts der Weg sicher zurück nach Bingenheim. Hier zeigt sich die Wetterau noch einmal von ihrer schönsten Seite.
Aktuelle Broschüre zum Bingenheimer Ried
Ganz aktuell ist eine Broschüre des Forstamtes Nidda und des Regierungspräsidiums Darmstadt zum Bingenheimer Ried herausgegeben worden. Hier sind viele der im Ried vorkommenden Amphibien, Libellen und Vögel aufgeführt. Sie kann direkt beim Forstamt (Tel 06043/96570) oder beim Vorsitzenden der NABU-Gruppe Bingenheim, Udo Seum (Tel. 06035/207302) angefordert werden. Als pdf. Dokument steht sie auf der Internetseite des Regierungspräsidiums, www.rp-darmstadt.hessen.de zum herunterladen bereit. Am besten über das Suchprogramm.
DER STEINTISCH ZU BINGENHEIM
In dem hessischen Ort Bingenheim in der Wetterau wurden ehemals vor dem Rathaus unter der Linde jährlich drei Zentgerichte gehalten, wozu sich viel vornehmer Adel, der in der fuldischen Mark angesessen war, leiblich einfand. Unter der Linde stand ein steinerner Tisch, von dem erzählt wurde, er sei aus dem Hohen Berg, einem gegen Staden hin gelegenen Walde, dahin gebracht worden. In diesem Wald hätten früherhin wilde Leute gehaust, deren Handgriffe man noch in den Steinen sähe und von denen sich noch drei ausgehöhlte Steinsitze vorfänden. Im Jahr 1604 bei Sommerszeit habe man in gedachtem Wald an hellem Tag drei Leute in weißer Gestalt umwandern sehen.
Kommentar: Winkelmann: Beschr. von Hessen, S. 184, aus dem Munde des Dauernheimer Pastors Draud
Quelle: Deutsche Sagen, Jacob Grimm, Wilhelm Grimm (Brüder Grimm), Kassel 1816/18, Nr. 166

Ev. Kirche in Bingenheim

Bingenheimer Ried mit Aussichtsturm

Insektenhotel am Ortseingang von Reichesheim
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