Rund um das Kloster Engelthal

Weglänge: Acht Kilometer
Reine Gehzeit: Knapp zwei Stunden, 220 Höhenmeter. Unterwegs keine Einkehrmöglichkeiten. Auf festes Schuhwerk achten. Im Sommer ist Mückenschutz empfohlen.
Anfahrt: Über die B 275, die vom Süden her aus Frankfurt, Heldenbergen, Eichen kommt. Kurz vor Altenstadt nach links abbiegen oder  von Norden aus Richtung Büdingen, Altenstadt kurz hinter Ortsende Altenstadt nach rechts abbiegen. Oder die Anfahrt über Florstadt Richtung Altenstadt , am Golfplatz Oppelshausen links.
Parkplatz: Vor dem Kloster Engelthal
Startpunkt: Am Bildstock an der Klosterpforte
ÖPNV-Verbindungen:  keine

Kloster Engelthal

Klöster gab es früher zuhauf, heute sind sie selten geworden. Immer weniger Menschen können sich ein Leben allein mit Gott vorstellen. In Engelthal wurde schon im 13. Jahrhundert das erste Kloster gegründet. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Gelände vollständig zerstört, die Schwestern mussten fliehen. Nach dem verheerenden Krieg wurde das Kloster im spätbarocken Stil wieder aufgebaut und erhielt im Wesentlichen seine heutige Gestalt.

Im Zuge der napoleonischen Besatzung wurde das Kloster 1803 aufgelöst, aus dem Kloster wurde ein landwirtschaftliches Gut. Nach dem Zweiten Weltkrieg erwarb das Bistum Mainz die Kirche und den gesamten Klausurbereich innerhalb der Mauern. 1962 besiedelten 20 Benediktinerinnen Engelthal und erfüllten es erneut mit klösterlichem Leben. Das Kloster wird von Äbtissin Elisabeth Kralemann geleitet. Es bietet heute Kurse für Einzelgäste und Gruppen. In einer Restaurierungswerkstatt werden Gemälde und Skulpturen wiederhergestellt, außerdem ist dem Kloster eine Buch- und Kunsthandlung angeschlossen.

Unser heutiger Weg wurde von der Natur und - Kulturführerin Annette Miksch ausgewählt. Die Vorsitzende des Vereins der Natur- und Kulturführer in der Wetterau bevorzugt Wege, die nicht jeder geht und die ein bisschen verwunschen wirken. Bei der heutigen Wanderung kommt man dabei auf jeden Fall auf seine Kosten.

Unsere Wanderung beginnen wir direkt an der Klosterpforte. Vorbei an dem Bildstock haben wir links die Klostermauer und rechts ein Pferdegestüt. Rund 500 Meter gehen wir auf diesem Weg und nehmen die erste Abzweigung nach rechts (1). Der wenig begangene Weg kann nach längeren Regenfällen sehr matschig sein, festes Schuhwerk ist deshalb für die Wanderung unbedingt zu empfehlen.

Nach rund 200 Metern erreichen den höchsten Punkt unserer Wanderung, den Steinberg (212 Meter). Woher der Berg seinen Namen hat, erschließt sich uns gleich an dieser Stelle (2). Wir sehen einen ehemaligen Steinbruch, dessen Basaltsteine für Engelthal verwendet wurden. Der Basalt ist ein Ausläufer des Vogelsbergvulkans. Nach gut 200 Meter kommen wir an eine Kreuzung, wo wir halblinks gehen. Der Weg ist jetzt wieder breiter. Wir folgen ihm für rund 200 Meter. Dann macht der Weg einen Rechtsknick, wir aber gehen nach links, erneut auf einen schmalen Pfad (3). Ein Schild am Baum zeigt uns, dass wir uns im „Stadtwald Engelthal 124“ befinden.

Wir gehen jetzt gut einen Kilometer immer der Nase nach. An einer Abzweigung folgen wir dem Wegweiser „grünes Kreuz“ nach rechts (4). Vorher sollten wir aber noch einmal den Blick nach links wenden, dort sehen wir recht wunderliche Gestalten. Es sind grob geschnitzte Skulpturen, denen ein Zeitgenosse eine angemessene Kleidung verordnet hat. So tragen jetzt zwei Baumstümpfe Hose und Hemd und dazu die passende Mütze. Ein ungewöhnlicher Anblick in diesem prächtigen Laubwald.

Auf unserem Weg stoßen wir auf eine Hütte. Kurz davor wenden wir uns nach links, nach etwa 600 Metern der Strecke kommen wir linker Hand an eine große Lichtung. Hier halten wir zunächst einmal inne und blicken nach rechts (5). In diesem unscheinbaren Waldstück stand vor fast 2.000 Jahren eine römische Niederlassung. Zu erkennen ist davon nichts mehr, genauso wenig wie von den mittelalterlichen Siedlungen Winnen und Wartberg, die bereits im 12. Jahrhundert wüst gefallen sind.

Wir treten aus dem Wald heraus, um kurz den herrlichen Blick zu genießen und gehen in einem scharfen Winkel zurück (6), wobei wir die große Lichtung wieder links liegen lassen. An der ersten Abzweigung halten wir uns rechts, hier treffen wir auch wieder auf das „grüne Kreuz“. An der ersten Abzweigung gehen wir links und an der nächsten Kreuzung heißt es schon wieder Abschied nehmen von unserem Wegweiser „grünes Kreuz“.

Wir gehen nach rechts und kommen bald auf die Bonifatiusroute, der wir aber nur ein ganz kleines Stück folgen. Dort wo die Bonifatiusroute nach rechts abknickt, laufen wir weiter geradeaus (7). Wir befinden uns nun auf einem alten Grenzweg. Eine ganze Reihe historischer Grenzsteine zeugt davon (8). Am Waldrand gehen wir für wenige Meter nach links und am Wasserhochbehälter nach rechts auf den Teerweg (9). Hier haben wir wieder einen herrlichen Blick in die Landschaft und können links bereits die Dächer von Engelthal erkennen. Nach 200 Metern stoßen wir auf einen Weg, dem wir nach links folgen und sind nach weiteren 500 Metern zurück am Kloster und an unserem Fahrzeug.

Annette Miksch ist Natur- und Kulturführerin und kennt sich bestens aus in und um Engelthal.

 

Interessante Weggenossen mitten im Wald.

Am Grenzweg findet man eine ganze Reihe von Grenzsteinen. Hier verlief die Grenze zwischen dem Königreich Preußen (K.P.) und dem Großherzogtum Hessen (G.H.).

Einen herrlichen Blick kann man bei der Wanderung in die östliche Wetterau genießen.

Das Kloster Engelthal bietet Seminare für ruhebedürftige Menschen an.







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