KERNSÄTZE:

Spirituelles Berufscoaching ist nichts Abgehobenes. Es verbindet einfach sinnvolles Leben und Business miteinander.

RESERVE:

„Es ist nie zu spät, das zu werden, was wir sind.“ (George Eliot)

Pilgern Sie zu Ihrer Berufung

Mit dem Jakobsweg und spirituellem Berufscoaching zum Wesenskern

Viele Berufstätige empfinden ihre Situation als festgefahren. Ein Grund für das Gefühl von Lebendigkeit im Beruf ist sicher auch, ob man seine Berufung lebt oder nicht. Doch die meisten warten, bis Wirtschaftskrisen oder Arbeitslosigkeit eine neue berufliche Orientierung erforderlich machen. Spätestens dann sollte man sich bewusst machen, dass die Findung der Berufung ein Prozess ist, der mit einem lebendigen inneren Weg vergleichbar ist und  noch eine andere, tiefere Dimension hat. Was wäre besser, als eine längere Auszeit dazu zu nutzen, um zu der eigenen Quelle zu pilgern? Dreh- und Angelpunkt hierfür ist Ihr Wesenskern. Spirituelles Berufscoaching zeigt, wie Sie Ihre Berufung entdecken und Ihre einzigartige Identität in den beruflichen Neuanfang einbringen.

Martin ist so ein Beispiel. Schon seit einigen Jahren arbeitete der gelernte Bankkaufmann in einem großen Unternehmen als Kreditreferent. Wirklichen Spaß machte ihm die Aufgabe schon lange nicht mehr. Doch weil er von sich das Selbstbild eines gewissenhaften und verantwortungsbewussten Familienvaters hat, erlaubte er sich keine Gedanken an eine  berufliche Neuorientierung. „Vor einigen Monaten präsentierte die Firma den Mitarbeitern die Entscheidung, den Standort in eine andere Region zu verlegen. Meine Familie und ich standen vor der Entscheidung und ich spürte in mir den Ruf zu einem Neuanfang. Martin war an dem Punkt angekommen, an dem er sich danach sehnte, beruflich etwas zu befreien, etwas, das ihm sowohl Freude als Einkommen verspricht. Aber er fühlte sich zunächst wie eingekapselt. Ein guter Freund schenkte ihm das Buch von Paulo Coelho über den Jakobsweg. Kurze Zeit später beschloss er, sich selbst Zeit für eine mehrwöchige Pilgerschaft nach Santiago de Compostela zu schenken.   

Bewegen, dann bewegt sich was

Die erste Woche auf dem Jakobsweg war für den bis dato unsportlichen Mann eine Qual. Immer wieder tauchte der Gedanke auf, die Tour abzubrechen und mit einem bequemeren  Familienurlaub in der Heimat weiterzumachen. Diese Gedanken waren ihm wohlvertraut und er erkannte zunehmend, dass es seine eigenen Gedanken waren, die ihm das Gefühl von Stillstand bescherten. Jetzt aber war er in Bewegung und er verspürte auch Dankbarkeit. „Zunächst war ich sehr ungeübt mit der Stille und der Tatsache, dass es auf diesem Weg nur um mich geht. Wann kümmerte ich mich zuletzt um mich selbst? Wann fühlte ich mich jemals mir selbst so nah? Ich wurde immer sensibler und weinte häufig. Es waren sehr viele Tränen der Dankbarkeit dabei. Die Dankbarkeit brachte auf dem Jakobsweg einiges in Bewegung. Ich kam in das Gespräch mit anderen Pilgern und setzte meine Reise fort.“

In den letzten Tagen seiner Pilgerschaft machte sich Martin klar, wie viel ihm doch die Begegnungen mit immer neuen Menschen bedeuten. In seiner Tätigkeit war er immer mit den gleichen Menschen zusammen und den Großteil des Tages verbrachte er vor dem Bildschirm. Er erinnerte er sich daran, dass er als Kind mit dem Kaufladen seiner Schwester spielte und in der Berufsausbildung gerne den Kontakt zu Kunden am Schalter hatte. Der Weg in höhere Gehaltsstufen lockte ihn in die Firmenzentrale und einige Jahre später folgte er einem weit besseren Angebot in eine Tochtergesellschaft. Mit der Familiengründung  entschied er sich für den Bau eines Hauses und seine Kontaktfreude verlegte er auf die neu gewonnenen Freundschaften in der Nachbarschaft. Jetzt aber stand ein erneuter Wechsel an und ihm war bewusst, wie bedeutungsvoll Begegnungen und Beziehungen für sein Glück sind.

Als Martin in das Coaching kam wurde schnell deutlich, dass er viele anspruchsvolle und wichtige Tätigkeiten für seine Firma verrichtete, die er zwar sehr gut kann und ihm auch im Prämiensystem viel Anerkennung einbrachten, ihm aber nie vom Herzen her etwas bedeuteten. Seine Laufbahn hatte er zwar selbst pro-aktiv vorangetrieben, mit eigenen Weiterbildungsanstrengungen stets untermauert und er war mit seinem Arbeitgeber loyal verbunden. Vom Lebenslauf stimmt alles, einem ähnlichen Einsatz in einem anderen Unternehmen stand sachlich nichts im Wege, doch nach seinem Jakobsweg wollte er nun tun, wozu er berufen ist.

Selbsterneuerung durch Berufszielfindung

Durch die Tage auf dem Jakobsweg wurden für Martin die Prioritäten neu geordnet. Er wollte fortan wieder gut mit sich selbst umgehen. Auch seine Frau und seine Umgebung stellte fest, dass von Martin wieder mehr Lebensfreude ausgeht. Ihm war bewusst, dass er seine Berufung finden und leben musste, wenn er wirklich weiter gesund und glücklich arbeiten möchte.

Nach einem gemeinsamen Coaching war die Zielrichtung gefunden: Martin ist ein Mann der Finanzwelt mit viel Gespür für Zahlen und Märkte. Wir arbeiteten intensiv an seinen inneren Bildern. Seine eigene Kindheit und Jugend waren geprägt vom Beruf des Vaters, der als Reisender gerne Menschen besuchte und erfolgreiche Verhandlungen führte. Er erinnerte sich gut daran, dass er seinen Vater manchmal zu Ausstellungen begleitete und viel Freude daran hatte.  Verkaufspsychologie, Marketing und Kommunikationstraining hatten ihn stets interessiert. Besuchte er einschlägige berufliche Seminare, in denen er in der Zusammenarbeit mit Kollegen geschult wurde, fühlte er sich noch Tage später heiter und motiviert. Seine berufliche Vision war gefunden: eine Vertriebsaufgabe in der  Finanz- und Altersvorsorge. Das Ergebnis war zwar einfach. Viel wichtiger war jedoch: Die Energie und Entschiedenheit im Tun wurde wiedergewonnen.

Martin hat die Abfindung dem möglichen Umzug in eine andere Stadt vorgezogen. Heute ist er auf dem Weg, sich eine eigene selbstständige Existenz in der Finanzdienstleistungsbranche aufzubauen. „Meine früheren Glaubensätze die alten Gedanken von gestern. Mir geht es heute darum, das zu erschaffen, wozu ich berufen bin. Die Menschen werden immer älter und brauchen einen fundiert ausgebildeten Fachmann, der sowohl Zahlen als auch Menschen liebt.“

Guido Ernst Hannig

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