Auf dem Mühlenweg um Nieder-Rosbach

Rosbach ist eine wasserreiche Kommune. Daran erinnert nicht nur das berühmte Mineralwasser, das mittlerweile in Bad Vilbel abgefüllt wird, sondern auch drei Mühlen, die in Nieder-Rosbach einst standen und Getreide mahlten. Heute sind sie längst Vergangenheit, nur die Flurnamen erinnern noch an die Harbmühle, die Seemühle und die Brunnenmühle, dazu kommt das Wasserschloss in Nieder-Rosbach zum Ende unserer Wanderung.

Weglänge: zehn Kilometer; kaum Höhenunterschiede; Wald- und Feldwege; ein kleines Stück gehen wir der Kreisstraße entlang
Reine Gehzeit: 2 ½ Stunden
Einkehrmöglichkeiten: in Rosbach gibt es zahlreiche Einkehrmöglichkeiten
Parkplatz: an der Rodheimer Straße
ÖPNV-Verbindungen: Bahnhof Nieder-Rosbach, an der Bahnstrecke zwischen Friedberg und Friedrichsdorf, regelmäßig verkehrende Züge, auch am Wochenende

 

Wir starten in der Rodheimer Straße (1) unweit des Bahnhofs und gehen diese in Richtung Wöllstadt. Nach einer Rechts-Links-Kombination auf der Rodheimer Strasse nehmen wir den Weg nach rechts und gehen jetzt erst einmal immer geradeaus. Wir überqueren den „Fliederweg“, den „Lilienweg“, „In der Laubach“ und kommen schließlich vorbei am Sportplatz ins freie Feld. Den Asphaltweg nehmen wir rechts und gehen über die Eisenbahnbrücke und danach gleich links auf den Wiesenweg(2).

Jetzt laufen wir ein Stück entlang der Bahnstrecke, die Friedberg mit Friedrichsdorf verbindet und Rosbach einen Bahnanschluss beschert. Die nächste Eisenbahnbrücke schon gehen wir erneut nach links und dann in einer scharfen Kurve nach rechts, vorbei am Wasserwerk (3). Auch das hat etwas mit dem Reichtum des Nahrungsmittels Nummer eins in Rosbach zu tun. Es handelt sich nämlich um ein Wasserwerk, das die Stadt Karben betreibt und vor einigen Jahrzehnten an den südlichen Nachbarn verkauft wurde.

Wir stoßen bei unserem weiteren Wanderweg auf einen Bauernhof, einst stand hier die Harbmühle. Sie wurde in den 1970er Jahren abgerissen. Die Harbmühle war eine von drei Getreidemühlen in Nieder Rosbach. Wir treffen nun auf die Landesstraße, der wir nach rechts auf dem Radweg folgen (4). Nach etwa 200 Metern überqueren wir die Straße und kommen jetzt auf einen gepflasterten Weg. So waren einst die besseren Feldwege beschaffen, die meisten Feldwege der früheren Zeiten waren freilich unbefestigt.

Rund 1 ½ Kilometer laufen wir auf diesem Weg. Links sehen wir eine Talaue und im Wald einen See (5), den einst der Nieder-Rosbacher Mediziner Dr. Eugen Schmidt angelegt hat und damit die Grundlage für ein Paradies für Amphibien und Wasservögel geschaffen hat. Besonders auffällig ist der Graureiher, von dem hier gut ein Dutzend lebt. Dr. Eugen Schmidt wurde für seine Verdienste um den Naturschutz 1994 mit dem Umweltschutzpreis des Wetteraukreises ausgezeichnet.

Der Pflasterweg geht jetzt in einen Asphaltweg über. Noch ein kleines Stück gehen wir weiter geradeaus. Bevor dieser Weg in einen Wiesenweg übergeht, wenden wir uns direkt an dem Radwegweiser nach links, vorbei an dem Wohnhaus, wo einst die Seemühle stand. Der Graben, wo früher das Mühlrad angetrieben wurde, ist noch gut zu sehen.

Hinter dem Haus gehen wir gleich links vorbei am Gatter. Auf der linken Seite sehen wir ein Wohnhaus in futuristischer Architektur. Kurz danach stoßen wir auf einen Asphaltweg, den wir nach rechts schnurgeradeaus gehen. Wir überqueren die Kreisstraße 11, die Nieder-Rosbach mit Wöllstadt verbindet.

Hier gehen wir für rund 100 Meter rechts am Straßenrand und dann links (Schild Brunnenmühle) (6). Kurz hinter dem Bach, der den gleichen Namen wie die Großgemeinde trägt, wenden wir uns nach links. Das Haus mit Namen „Brunnenmühle“ lassen wir links liegen und haben die große hellgrüne Halle des Rosbacher Brunnen im Blick. Der Rosbacher Brunnen, einst ein bedeutender Arbeitgeber in Rosbach, fördert zwar noch immer sein Wasser hier, abgefüllt aber wird es in Bad Vilbel. Den Weg dorthin nimmt das wertvolle Mineralwasser durch eine Pipeline, die unter unserem Wanderweg verläuft.

Wir laufen vorbei an Obstgärten und kommen schließlich in Nieder-Rosbach auf die Brunnenstraße ins Wohngebiet. Die erste Straße (Am Friedhof) gehen wir rechts und kommen so zur Rosbacher Wasserburg (7). Auf der rechten Uferseite des Rosbachs gelegen, soll die Burg im 13. oder 14. Jahrhundert von den Herren von Carben errichtet worden sein. Nach mehreren Besitzerwechseln hat die Gemeinde Nieder-Rosbach die Wasserburg vor rund 100 Jahren erworben und zunächst als Verwaltungssitz und Lehrerwohnung genutzt. In den letzten Jahren wurde die Wasserburg sorgfältig und aufwändig restauriert und steht den Vereinen und Bürgern der Stadt zur Verfügung.

Unsere Wanderung ist mit der Besichtigung der Wasserburg fast abgeschlossen. Entlang des Rosbachs wandern wir jetzt durch den Park und gehen an der Straße links, folgen der „Frankenstraße“, gehen rechts in die „Bäckergasse“, entlang der historischen Dorfmauer, und dann in die „Schulstraße“, die alsbald wieder auf die „Rodheimer Straße“ mündet.

Der große Teich ist ein Teil des Biotops, das der Rosbacher Mediziner Dr. Eugen Schmidt vor Jahrzehnten angelegt hat. Heute ist es ein Refugium für Amphibien und Wasservögel.

Es muss nicht immer Sonnenschein bei Wanderungen sein, auch ein grauer Himmel kann sehr reizvoll sein.

Auf bequemen Wirtschaftswegen führt unsere heutige Wanderung.

Der Rosbach

 

Der Wegweiser zum Rosbacher Brunnen ist mittlerweile von Brombeeren überwachsen.

Die Wasserburg in Nieder-Rosbach.

Kartengrundlage: Open Street Map








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