Wirtschaftsförderung Wetterau
Wirtschaftsförderung Wetterau

Museumslandschaft

Geschichte erleben

Die Wetterau zählt zu den bedeutendsten Kulturlandschaften Deutschlands und wird seit Jahrtausenden von Menschen besiedelt. Viele Völker haben hier ihre Spuren hinterlassen, haben Geschichte und Kultur der Region und ihrer Menschen geprägt. Wie in einem Brennglas wird dieses reiche Kulturerbe an einem Ort sichtbar und nachvollziehbar: Die Funde zweier reich ausgestatteter keltischer Fürstengräber Mitte der 1990er Jahre machen den Glauberg zu einem der wichtigsten bronzezeitlichen Fundstellen Europas. Aber schon weit früher nutzten Menschen die strategische Lage des Höhenzuges am Ostrand der Wetterau. Vermutlich seit der Jungsteinzeit wurde der Glauberg immer wieder besiedelt. Funde belegen dies für einen Zeitraum ab 5000 vor Christus. Auf dem Plateau und den Hängen des Tafelberges ist Geschichte heute erleb- und begehbar. Viele Relikte vergangener Epochen sind hier dokumentiert und - soweit möglich - nach ihrer wissenschaftlichen Dokumentation auch rekonstruiert.

Zusammengefasst sind sie im „Archäologischen Park Glauberg“ (APG), der bereits jetzt jährlich viele Tausend Besucher anzieht. Im Frühjahr 2010 wird oberhalb des rekonstruierten Grabhügels 1 auch das konzeptionelle Herzstück der Archäologielandschaft fertig sein. In einem Museumsneubau werden dann in unmittelbarer Nähe ihres Fundortes nicht nur die spektakulären Funde aus den keltischen Fürstengräbern vom Glauberg zu sehen sein, sondern die wichtigsten Artefakte einstigen keltischen Lebens aus Hessen präsentiert. Wissenschaftler werden in der angegliederten Forschungsstelle weiter an Geschichte und Kultur dieses Volkes forschen, dass an etlichen Stellen der fruchtbaren Wetterau siedelte. Im nahen Bad Nauheim etwa betrieben sie eine Saline und nutzen damit erstmalig historisch belegbar die salz- und mineralhaltigen Quellen, die mehr als zwei Jahrtausende später die Entwicklung der kleinen Siedlung zu einem wichtigen Kurort des europäischen Hochadels erst möglich machte.

Untergebracht ist dem Museum auch eine touristische Informationsstelle, in der Besucher mehr über das weitere reiche historische Erbe der Region, das Projekt  „Archäologielandschaft Wetterau“  und die touristische Infrastruktur erfahren können. Viel Wert legten die Verantwortlichen dabei auf die Architektur des Museums im Grünen. Der klar konturierte, kubische Bau spricht eine klare Sprache, passt sich gleichwohl gut in die Landschaft der östlichen Wetterau ein: Aus dem Hang heraus wachsend, orientiert sich das Gebäude zum rekonstruierten Fürstengrabhügel. Große Panoramafenster lenken den Blick auf das zentrale Landschaftselement im Archäologischen Park. Ganz ohne Glas kann man von einer Aussichtsplattform auf dem Dach des Museums sich ein eigenes Bild davon machen, warum der Keltenfürst wohl gerade diesen Ort am Rand der fruchtbaren Wetterau zu seinen Herrschaftssitz gewählt hat.  

Auch wenn die Präsentation der rund 2500 Jahre alte Sandsteinstatue des Keltenfürsten vom Glauberg und die spektakulären Grabbeigaben im Zentrum stehen, bietet die moderne Konzeption des Archäologischen Parks „Keltenwelt am Glauberg“ noch einiges mehr: In unmittelbarer Nähe zum großen Fürstengrabhügel wurde ein keltisches Kalenderbauwerk rekonstruiert. Es fußt auf den Ausgrabungsergebnissen der neunziger Jahre und besteht aus 16 bis zu acht Meter hohen Holzpfosten. Mit ihrer Hilfe ließen sich nach Forschungen des Frankfurter Physikers Professor Bruno Deiss verschiedene astronomische Phänomene und der Jahresrhythmus bestimmen. Eine solche keltische Anlage konnte bisher nur am Glauberg entdeckt werden, die Rekonstruktion ermöglicht Einblicke in die astronomische Geisteswelt eine der frühesten  europäischen Hochkulturen.

Ein kulturhistorischer Lehrpfad mit Beschreibung der archäologisch- historischen Details sowie naturkundlichen Besonderheiten führt die Besucher vorbei an mächtigen Ringwällen, einem riesigen keltischen Wasserreservoir, Teilrekonstruktionen aus der staufischen Zeit und weiteren baulichen Befunden aus den verschiedenen Besiedlungsepochen.

Daneben gibt es eine breite Palette an Veranstaltungen, die von den Mitarbeitern des APG auf Wunsch auf die Ansprüche der jeweiligen Gruppe zurecht geschnitten werden. Die praktischen Angebote reichen von Keltischer Brettchenweberei über experimentelle Archäologie bis zu museumspädagogischen Projekten für Schulklassen. Führungen und Vorträge werden zu vielfältigen Themen rund um die Geschichte des Glaubergs und die archäologischen Funde angeboten.  Mit der „Keltenwelt am Glauberg“ erhält der Besucher die Möglichkeit, in einer landschaftlich reizvollen Umgebung in der direkten Auseinandersetzung mit den archäologischen Funden und Denkmälern die spannende Geschichte der Kelten in der Wetterau zu erleben.

Adresse:

Archäologischer Park Glauberg gGmbH
c/o Gemeinde Glauburg
Bahnhofstraße 34
63695 Glauburg

Kontakt:

Telefon: 06041.969550
Fax: 06041.969551
eMail: info@glauberg.de

Weitere Informationen und das aktuelle Veranstaltungsprogramm gibt es auch im Internet unter der Adresse http://www.glauberg.de/.

Kelten, Chatten, Römer und Alemannen haben in dem fruchtbaren Landstrich am Fuß des größten erloschenen Vulkans Europas – dem Vogelsberg – gelebt. Neben der Fruchtbarkeit des Bodens und dem lieblichen Erscheinungsbild der Landschaft war es vor allem die zentrale geostrategische Lage, die Menschen schon früher zum Bleiben veranlasste. Ein Kriterium, das auch heute nichts von seiner Überzeugungskraft verloren hat. In der Region Oberhessen gibt es sehr viele kleine und gute Museen, die diese historischen Spuren aufgreifen und die es zu entdecken gilt. Die hier ausgewählten stehen stellvertretend für die Vielzahl dieser sehenswerten Einrichtungen und decken gleichzeitig als Regional-Museen ein breiteres Themenspektrum ab oder stellen als Spezial-Museen regionale Besonderheiten heraus.

Wetterau-Museum

Die Geschichte der Wetterau von der Steinzeit in die Gegenwart zeigt das Wetterau-Museum in der Kreisstadt Friedberg. In mehreren Abteilungen werden Fundstücke und archäologische Zusammenhänge von den vorgeschichtlichen Anfängen bis in unsere Zeit dokumentiert. Bemerkenswert ist die Sammlung keltischer Funde, die einen umfassenden Einblick in das Leben der Kelten in der Region gibt. Zu den Besonderheiten zählt ein Bronzereif mit figürlichen Ornamenten als seltener Beleg des frühkeltischen Kunsthandwerks. Die Ausstellung „Supermarkt der Jahrhundertwende – Kolonialwarenladen Steinhauer“ informiert über die 200-jährige Geschichte des Einzel- und Großhandelsgeschäftes der Friedberger Familie Steinhauer.  Die Geschichte der Stadt und der Burg Friedberg bildet einen Schwerpunkt in der Dauerausstellung „Glanzstücke des Wetterau-Museums vom Mittelalter bis zur Gegenwart“, in der herausragende historische Objekte präsentiert werden. Besonders zahlreich und qualitätvoll sind die Relikte aus der römischen Besiedlungsepoche vertreten. Optischer Anziehungspunkt ist dabei der 1984 geborgene Münzschatz von Ober Florstadt, der mit seinen 1136 Denaren zu den größten römischen Münzschatzfunden nördlich der Alpen zählt. Von der Religiösität der Römer zeugen die zahlreichen Weihesteine, Götterabbildungen und Götterstatuen. Die Verantwortlichen im Wetterau-Museum Friedberg sind zugleich auch Ansprechpartner/innen in allen Belangen des „UNESCO-Welterbe Limes" auf dem Gebiet des gesamten Wetteraukreises.

Adresse

Haagstraße 16
61169 Friedberg

Telefon: 06031/88215

E-mail
wetteraumuseum@aol.com

Öffnungszeiten

Dienstags bis freitags von 9–12 und 14–17 Uhr, samstags von 10–12 und 14-17 Uhr sowie sonntags von 10–17 Uhr

Museum Butzbach

Von Kelten, Römern und „Hurdy-Gurdy-Girls“ - Einen Überblick über die mehr als zweieinhalb Jahrtausende währende Besiedlungsgeschichte können Besucher sich im Museum Butzbach auf dem Gelände des ehemaligen Solms-Braunfelser Hofes verschaffen.  Die umfangreichen Sammlungen des Regionalmuseums werden in sieben Abteilungen präsentiert. Im Gewölbekeller des Altbaus wird der Butzbacher Raum in der Römerzeit mit zahlreichen Originalfunden und Nachbildungen plastisch dargestellt. Die Abteilung Stadtgeschichte widmet sich dem Werden Butzbachs den Anfängen bis zum Zeitalter der Industrialisierung. Dargestellt werden namhafte Butzbacher Firmen, die aus heimischen Handwerksbetrieben hervorgingen.  In der noch im Aufbau befindlichen „volkskundlichen Abteilung  sollen soziale und wirtschaftliche Probleme der dörflichen Gesellschaft besonders des 19. Jahrhunderts im Vordergrund stehen und zum Beispiel Themen wie Auswanderung, „Landgängerei“ und „Hurdy-Gurdy-Girls“ behandelt werden. Diese vornehmlich aus Hessen stammenden Mädchen waren im 19.Jahrhundert in ganz Nordamerika als Tänzerinnen bekannt. Hurdy-Gurdy ist das englische Wort für Drehleier. Die Grenze zur Prostitution war dabei fließend.  

Adresse

Färbgasse 16
35510 Butzbach

Telefon: 06033/995-250

E-mail
museum@stadt-butzbach.de

Internet
http://www.stadt-butzbach.de/

Öffnungszeiten

Dienstags bis freitags sowie sonntags von 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr, samstags 14 bis 17 Uhr

Heuson-Museum

Seit 1971 befindet sich das Regionalmuseum im historischen Rathaus der ehemaligen Kreisstadt. Der Ort des Museums ist dabei selbst ein Baudenkmal, wurde es doch 1458 im gotischen Stil errichtet. Eindrucksvoll ist der im Mittelalter und in der Neuzeit als Kauf- und Markthalle dienende große Saal des Erdgeschosses. Auf drei Stockwerken präsentiert das Museum die Geschichte und das historische Handwerk und Leben der früheren Ackerbauer aus der Region. Dem Besucher werden die Informationen anhand von Modellen, Fotos, Texten und archäologischen Fundobjekten von der Jungsteinzeit bis zur Römerzeit vermittelt. Im Erdgeschoss wird die Geschichte der Stadt und des Büdinger Umlandes anhand von Fotos, Modellen, Karten und Exponaten veranschaulicht. Das Modell eines Keltendorfes verweist auf Spuren der Kelten vom nahegelegenen Glauberg. Im Modell können auch eine Villa rustica aus der Römerzeit, die nahegelegene Ronneburg und die historische Lage der Stadt Büdingen studiert werden. Im ersten Obergeschoss werden vorgeschichtliche und römische Funde aus der Region gezeigt.  Ergänzend zur Ausstellung über die einstigen Handwerksberufe im Dachgeschoss kann die historische Schmiede Schmück besichtigt werden, die sich gegenüber dem Museum befindet.

Adresse

Rathausgasse 6
63654 Büdingen

Telefon: 06042/950032 und 06042/2853

E-mail
wluh@stadt-buedingen.de

Öffnungszeiten

Dienstags, donnerstags, freitags und sonntags von 10–12 Uhr
mittwochs von 10-12 und 15-17 Uhr
samstags von 15-17 Uhr

Quellen-Museum

Im Juni 2004 wurde das neue Hassia-Quellenmuseum eröffnet. Für alle, die an regionaler Industriegeschichte interessiert sind, ist die an Exponaten reiche Dauerausstellung des Museums im wahrsten Sinne des Wortes eine Quelle der Information. Das Museum vermittelt einen einzigartigen Überblick über die 140-jährige Unternehmenshistorie, die zugleich auch ein Stück Industrie,- Familien- und regionale Geschichte widerspiegelt. Mit ihrem Sponsoring hat Hassia Mineralquellen die Rekonstruktion ein außerordentliches Stückes regionaler Kulturgeschichte ermöglicht: Mit ihrer finanziellen Unterstützung wurde aus rund 400.000 Steinen die originalgetreue Replik eines römischen Mosaikbodens angefertigt, der 1849 beim Bau der Eisenbahn in Bad Vilbel entdeckt wurde und einst den Boden einer Badeanlage schmückte. Seit Mai 2007 ist das Mosaik, dass Meereswesen und den römischen Meeresgott Oceanus zeigt und als eines der schönsten Mosaiken Deutschlands gilt, in seiner Originalgröße von 7,05m mal 4,75m in einem neu geschaffenen Glaspavillon im Kurpark Bad Vilbel für die Öffentlichkeit zugänglich.  

Adresse

Hassia Mineralquellen
Bad Vilbel GmbH & Co. KG
Gießener Straße 18-30
61118 Bad Vilbel

Telefon: 06101/403-0

Öffnungszeiten

Sonntags  14 bis 16 Uhr sowie nach Voranmeldung

Internet

http://www.hassia.com

Rosenmuseum Steinfurth

„Rosige Zeiten in Steinfurth“ - Ein ganzes Museum hat man in dem Bad Nauheimer Stadtteil der Königin der Blumen gewidmet. Der Grund dafür ist im Wortsinn „nahe liegend“. Rund um Steinfurth liegt das größte hessische Freiland-Anbaugebiet. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts werden hier hunderte von Sorten kultiviert, was den Ort zum weltbekannten Rosendorf machte. Das Rosenmuseum befindet sich in einem historischen Fachwerkgebäude, wo unter anderem Grafiken, Gemälde, Porzellan, Kunsthandwerk, Gebrauchsgegenstände sowie Literatur zum Thema Rose zu sehen. In weiteren Abteilungen sind Potpourrivasen, Flakons, Rosenölbehälter aus Metall und Rosenwasserflaschen zu sehen, die die Rolle der Rose als „Duft aus 1001 Nacht“ in der Alltagskultur thematisieren. Ein weiterer Schwerpunkt vermittelt Einblicke in den gegenwärtigen Rosenanbau.

Adresse

Alte Schulstraße 1
61231 Bad Nauheim-Steinfurth

Telefon: 06032/86001

E-mail
rosenmuseum@bad-nauheim.de

Internet
http://www.bad-nauheim.de/

Öffnungszeiten

1. Mai bis 31.Oktober: Mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr

1.November bis 30.April: Mittwochs bis samstags von 14 bis 17 Uhr, sonntags von 10 bis 17 Uhr

Musikinstrumentenmuseum Lißberg

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht eine bedeutende Drehleier- und Dudelsacksammlung mit rund 130 Exponaten. Neben Leiern aus Schweden, Russland und anderen osteuropäischen Ländern ist auch eine deutsche Besonderheit zu sehen: das fünfrädrige „Nürnbergisch Geigenwerk“. Darüber hinaus sind neben deutschen, polnischen, spanischen oder italienischen Exemplaren auch Instrumente aus Nordafrika oder Ägypten zu sehen. Eines der wertvollsten Stücke der Sammlung ist die mit einem Blasebalg ausgestattete höfische Musette von Chedeville aus dem 18. Jahrhundert. Zu den Raritäten zählen in der Ausstellung Dulcaina, Bassanello, Tartölt und eine Orgelleier sowie eine tibetanische Menschenknochenflöte, die zur ethnologischen Instrumentensammlung des Museums gehört. Als akustische Ergänzungen stehen Tonbeispiele auf Kassetten und CDs zur Verfügung, aber auch Instrumente, die an einem nachgebauten Renaissance-Musiziertisch ausprobiert werden können.

Adresse

Schlossgasse
63683 Ortenberg-Lißberg

Telefon: (0 60 46) 4 67

E-mail
kurt.racky@t-online.de

Internet
www.museum-lissberg.de

Öffnungszeiten  
Eine Besichtigung mit Führung (inklusive Burgturm und Kirche) ist jederzeit nach telefonischer Anmeldung möglich: Kontakt: Hiltrud Richter, 06042/953746
Beate Schubert, 06046/432, Kurt Racky, 06046 / 467

Einen ausführlichen Überblick über die musealen Angebote in der Region gibt das Faltblatt „Museumslandschaft Oberhessen“, in dem 34 Museen aus Wetterau und Vogelsberg vorgestellt werden, die teilweise für Hessen, Deutschland oder gar darüber hinaus einzigartige Exponate und Themen bieten. Das Faltblatt und weitere Informationen sind beim Dienstleistungszentrum des Wetteraukreises, Europaplatz, 61169 Friedberg, erhältlich.

Kontakt:

Telefon: 06031/830

E-Mail: info@wetteraukreis.de

Internet: http://www.wetteraukreis.de

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