Ein Landschaftspark im Stile des Fürsten Pückler

Wegelänge: 10,4 Kilometer, 160 Höhenmeter
Reine Gehzeit: 2 ½ Stunden,
Überwiegend asphaltiert, zum Teil aber auch recht unwegsam, festes Schuhwerk empfohlen.
Einkehrmöglichkeiten: in Staden und Stammheim
Anfahrt: über die Bundesstraße 275
Parkmöglichkeiten: am Stadener Schloss

Bevor wir uns auf den Weg machen, bewundern wir den schönen Schlosspark, der im 18. Jahrhundert angelegt, 1874 saniert und erweitert worden war und seit 1904 einen Dornröschenschlaf führte. Erst durch die Bemühungen des „Verkehrsverein der Stadt Staden e.V.“ und der Gemeinde Florstadt  wurde er wieder schön hergerichtet, einige seltene Bäume sind hier zu entdecken.

Hier am Park beginnt auch unser Wanderweg. Wir gehen in Richtung der Bundesstraße verlassen den Park und überqueren die Bundesstraße an der Ampel. Wir gehen links und gleich wieder rechts in die Römerstraße, die uns schon einen wichtigen Hinweis gibt auf das, was wir heute zu sehen bekommen, nämlich Relikte der römischen Besatzung vor fast 2.000 Jahren.

Wir gehen die Römerstraße weiter dorfauswärts, wo sie in einen asphaltierten Feldweg übergeht. Direkt am Ortsausgang ist linker Hand eine große Wiese, unter der sich die Reste eines römischen Kastells, möglicherweise ein Vorkastell zu Ober-Florstadt, befinden. In diesen Tagen ist eine Spezialfirma dabei mit geo-magnetischen Messungen und mit Ultraschall, ohne die Erde zu bewegen, die Reste des Kastells zu vermessen. Die unterschiedlichen elektrischen Widerstände lassen sich in Farben wiedergeben und dokumentieren so die unterschiedliche Stärke und die Tiefe der im Erdreich gelegenen Mauern. Wir folgen dem Hinweisschild des Limeswanderweges bis zum T-Kreuz, wo wir uns nach rechts in Richtung Stammheim wenden. Hier im Ort gehen wir nach links, entlang der Landesstraße 3188.

Stammheim kam in den letzten Jahren in den Genuss des Dorferneuerungsprogramms und hat die Landesmittel gut investiert, etwa in die Herrichtung der „Alten Treppe“ zum Friedhof oder der „Alten Waage“, die zu einem hübschen Treffpunkt im Ort geworden ist. Wir durchqueren Stammheim und kommen an das gut erhaltene Schloss, das sich heute in Privatbesitz befindet. Es wird oft zu privaten Anlässen, etwa für Hochzeitsfeiern im festlichen Stil, vermietet.

Wir verlassen den Ort, passieren zwei Angelteiche und gehen schnurgerade in den Wald, wo wir einen ordentlichen Anstieg zu bewältigen haben. Wir kommen an eine Lichtung, wo wir zwei Möglichkeiten haben: Wenn wir gutes Schuhwerk dabei haben, gehen wir noch rund 100 Meter weiter und schlagen uns dann nach links in den Wald, wo wir nach etwa 100 Metern direkt auf den Wall des Limes stoßen. Den gehen wir jetzt einfach ein Stück zurück und kommen dann schließlich wieder auf unseren Wanderweg. Vor allem bei unseren jugendlichen Mitwanderern wird hier die Phantasie ordentlich angeregt und es braucht nicht viel, um sich hier in die Zeit von Römern und Germanen zurückzuversetzen. Wer diesen Umweg vermeiden möchte, geht an der Lichtung gleich nach links. Nach längerer Regenzeit kann der Boden schon ziemlich aufgeweicht sein, ordentliche Wanderschuhe sind hier von großem Vorteil.

Wenn wir den Wald wieder verlassen, stehen wir an der Kuppe des Winterberges und haben mit 216 Höhenmetern den höchsten Punkt unserer Wanderung erreicht. Wir gehen geradeaus in Richtung der Windräder, die hier umweltfreundliche Energie liefern. Unser Weg führt uns parallel zur Kreisstraße 236, die Altenstadt mit Stammheim verbindet. Nach 100 Metern überqueren wir nach rechts die Kreisstraße und kommen auf einen betonierten Feldweg. Wir laufen jetzt auf den Markwald zu, ein Wald, den sich mehrere Kommunen teilen.

Wir gehen in einer Rechtskurve ein Stück des Waldes entlang und nehmen dann den ersten betonierten Weg nach links, der uns direkt zu zwei Teichen des Angelvereins Staden-Leidhecken führt. Wir gehen nach rechts und nach wenigen Metern links über ein kleines Brückchen zum Teich. Am Weg gehen wir links und laufen parallel zur Autobahn A 45, die uns jetzt ein ganzes Stück begleiten wird. Die Unterführung nehmen wir nach rechts und gleich danach links, weiter parallel zur A 45. Nach einer Weile sehen wir auf der rechten Seite das Gewerbegebiet von Nieder-Mockstadt mit dem dominierenden Hochregallager eines Pharmakonzern. An der Bundesstraße wenden wir uns nach links und überqueren auf dem Radweg die Autobahnauffahrt. Jetzt sind es noch rund 500 Meter bis nach Staden und zum Schlosspark.

Ehemaliges v. Löw'sches Schloss mit Park

Der 1746 begonnene Bau ersetzte ein älteres v. Löw'sches Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert Ein das Schloss umgebender Park, ursprünglich als regelmäßiger Garten angelegt und im 19. Jahrhundert zum landschaftlichen Park erweitert und umgestaltet, ist als Grünfläche mit reichem Baumbestand erhalten. 1872 beauftragte Freiherr vom Stein zu Staden als damaliger Herr des Löw'schen Anwesens den in Muskau unter Fürst Pückler ausgebildeten Landschaftsgärtner Eduard Petzold (1815-1891) mit einer Überplanung des Parkgeländes. Petzold erneuerte das Wegenetz des Parks und schuf durch eine Vielzahl neuer Baum- und Gehölzgruppen ineinander übergehende Landschaftsräume. 1885 wurde der Park Gemeindebesitz.

Nach verschiedenen Erbgängen erwarb die Gemeinde Staden 1904 das ehemalige v. Löw'sche Schloss und richtete dort eine Schule ein. Heute wird es auch als Bürgerhaus genutzt.

Schloss Stammheim

Am südlichen Ortsrand gelegener hoher dreigeschossiger Steinbau über Kellergeschoß mit Schießscharten, ursprünglich von einem Graben umgeben. Das Schloss wird im Allgemeinen als das der Grafen von Schlitz, genannt zu Görtz, überliefert, die bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts Eigentümer waren. 1850 wechselte das Gebäude in den Besitz der Gemeinde, die dort einen Ratsaal und Schulräume einrichtete. Gegenwärtig ist es in privatem Besitz und wird zu Wohnzwecken genutzt.

Das Schloss in Staden wird heute als Bürgerhaus genutzt, Teile des Hauses sind auch für Wohnzwecke vermietet.

Das Stammheimer Schloss dient auch als schöne Kulisse für Hochzeitsgesellschaften, dazu gehört ein repräsentativer Garten.

Der 2. Vorsitzende des Stadener Verkehrsvereins Dieter Schwendemann auf dem hier gut sichtbaren Limeswall.







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