Weglänge: Neun Kilometer
Reine Gehzeit: Zwei Stunden, 100 Höhenmeter,
unterschiedliche Wegebeschaffenheit, Wiesen- und Asphaltwege wechseln sich ab.
Anfahrt: Mit dem eigenen Auto über Friedberg
nach Dorheim. Von der Hauptstraße, die hier Wetteraustraße heißt, nach rechts
in den Kuhweidweg in Richtung Tennisplätze.
Parkplatz: Am Ende der Straße im Bereich der
Tennisplätze am Straßenrand parken.
ÖPNV-Verbindungen: Buslinien 362 und 363 der VGO sowie die
Bahnlinien von Friedberg nach Wölfersheim und Nidda.
Vom Bahnhof die Wetteraustraße nach
rechts und die nächste Straße links in den Kuhweidweg bis zum Ende des Weges.
Wer mit der Bahn anreist wandert etwa zwei Kilometer länger.
Einkehr:
in Dorheim und in Ossenheim

Wir starten unsere Wanderung in Höhe des Tennisplatzes (1) und laufen dorfauswärts. Wir nehmen die erste Möglichkeit nach rechts unter einer Stromleitung hindurch. In Höhe des ersten Strommastes beginnt das Naturschutzgebiet Hechtgraben. Ein Name, den es fast in jeder Gemarkung gibt. Hechte haben in früheren Zeiten gerne auf überfluteten Wiesen gelaicht. Die jungen Fische sind dann über die Gräben wieder in das Flusssystem zurück geschwommen. Diese Möglichkeit ist den Fischen heute meist versagt, da der Überflutungszeitraum nur noch sehr kurz währt, falls eine Überflutung der Wiesen überhaupt noch möglich ist.
Das Naturschutzgebiet Hechtgraben in der Friedberger Gemarkung Dorheim gehört mit den Gemarkungsteilen Bauernheim und Ossenheim zu den ökologisch wertvollsten Gebieten in Friedberg und mit einer Größe von über 150 Hektar zu den bedeutendsten Schutzzonen in der Wetterau. Hier überlagern sich gleich vier Schutzgebiete: Neben dem „Hechtgraben bei Dorheim“ das „Landschaftsschutzgebiet Auenverbund Wetterau“, das FFH-Gebiet „Grünlandgebiete der Wetterau“ und das „EU-Vogelschutzgebiet Wetterau“. Unter Leitung des Forstamtes Nidda wird das Naturschutzgebiet betreut, aber auch andere Beteiligte wirken an dieser großen Aufgabe mit, so etwa die örtliche Naturschutzgruppe und der Naturschutzfonds Wetterau. Dessen Geschäftsführer Dr. Burkhard Olberts nennt als Grund der Unterschutzstellung des Gebietes seltene Pflanzen, wie etwa die Trollblume, die Prachtnelke oder das Pfeifengras.
Unmittelbar hinter dem Strommast gehen wir nach links und laufen direkt auf den „Roten Berg“ zu, zuvor überqueren wir erstmals den Hechtgraben (2). Das gut zwei Meter breite Gewässer führt das ganze Jahr über Wasser. In den vergangenen Jahren wurden hier sechs je 300 Quadratmeter große „Grabentaschen“ angelegt und die Uferzone abgeflacht. Dadurch wurden wertvolle Lebensräume für Amphibien und seltene Pflanzen geschaffen.
Wir überqueren den Graben, gehen vor dem Anstieg nach rechts und folgen dem Weg parallel zum „Roten Berg“, der seinen Namen der Farbe seines Bodens verdankt. Der Berg mündet gemächlich in der Landschaft und unser Wiesenweg, der uns von Anfang an begleitet hat, geht in einen Asphaltweg über. Der Hechtgraben verläuft jetzt zu unserer rechten Seite. Wir stoßen bald auf die Straße, die die Friedberger Stadtteile Dorheim und Bauernheim verbindet.
Wir wenden uns nach rechts, überqueren die Wetter (3), und nach 200 Metern gehen wir links über die Straße auf einen zunächst geschotterten, später unbefestigten Weg. Hier sind wir in den „Markwiesen“ zwischen Bauernheim und Ossenheim (4). Über die Jahrhunderte hinweg hatten die Markwiesen erhebliche Bedeutung als Heulieferant für die Landwirte der Wetterau. Um die Erträge der Wiese zu steigern, hat man ein ausgeklügeltes Be- und Entwässerungssystem geschaffen, und so die Nährstoffe der Hochwasser führenden Wetter nutzen können.
Wir bleiben auf unserem Weg und laufen direkt auf Ossenheim zu. Nach vielen Jahren hat sich hier wieder ein Storchenpaar niedergelassen. Die Bedingungen sind auch allzu günstig. Dr. Olberts verrät das Rezept, um Störche anzusiedeln: Die Beweidung der Wiesenflächen, Feuchtgebiete und Teiche schaffen und ein Storchennest sind absolut anziehend für Meister Adebar, dessen Anwesenheit jedermann erfreut.
Wir stoßen auf unserem Weg auf einen Acker, dessen Niveau etwas höher als unser Weg liegt. Hier wurden in den vergangenen Jahrzehnten die Schlämme aufgebracht, die beim Waschen der Rüben in der Friedberger Zuckerfabrik angefallen sind. Sinnigerweise werden auf diesen Feldern regelmäßig Zuckerrüben angebaut.
Wir gehen nach links in Richtung Wetter. Bald sehen wir auf der linken Seite die Häuser von Ossenheim und die Wetterbrücke. Wir überqueren den Fluss (5), der den natürlichsten Verlauf aller Flüsse in der Wetterau aufweist. Über den „Markwiesenweg“ kommen wir auf die „Florstädter Straße“, die wir nach links nehmen. Vorher bietet sich die Gelegenheit, bei einem Direktvermarkter einzukaufen, etwa bei Bauer Walther, der für seine Apfelprodukte berühmt ist insbesondere für seinen „CalvadOssenheimer“.
Auf der Florstädter Straße wandern wir vorbei an der Schule und gehen die dritte Straße nach links (Bauernheimer Weg). Das Radwegeschild weist uns den knapp zwei Kilometer langen Weg nach Bauernheim (6). In Bauernheim gehen wir links und gleich wieder rechts in die Hoherodskopfstraße und folgen dabei der Radwegeweisung nach Dorheim.
Am Ende der Straße nehmen wir den Weg links durch das Wohngebiet, bis wir linker Hand die kleine Dorfkirche von Bauernheim sehen.
Die Ursprünge der Kirche reichen bis ins 8. Jahrhundert zurück. Die Bausubstanz des heutigen Gebäudes stammt im Kern aus der Zeit um 1300. Aufgrund mangelnder Standsicherheit musste der Chor der Bauernheimer Kirche 1847 niedergelegt werden; über demselben Grundriss wurde er wiederaufgemauert.
Hier gehen wir rechts in Richtung Dorheim. Wir erreichen bald den höchsten Punkt unserer Wanderung: fast 160 Meter hoch befinden wir uns, immerhin gut 40 Meter über unserem Ausgangsniveau. Wir wandern jetzt auf der Höhe des „Roten Berges“. Rechts vor uns sehen wir den Vogelsberg, links hinter uns die Höhen des Taunus mit Feldberg und Winterstein. An dieser Stelle wurde im 19. Jahrhundert für etwa 60 Jahre Braunkohle gefördert und sorgte für eine Blütezeit des Dörfchens Dorheim (7).
Hinter der Schafkoppel mit den Heidschnucken nehmen wir den leicht geschotterten Weg bergab, entlang des kleinen Kiefernwäldchens in gerader Linie auf den Hechtgraben zu. Die letzten 500 m läuft man dann wieder auf der ursprünglichen Route zurück zum Ausgangspunkt

Ein alter Apfelbaum ist noch immer ein wertvoller Lebensraum für seltene Tiere.

Hechtgraben mit Grabentasche

Beweidung, ein Flachwasserteich und eine Nisthilfe für Störche sind ein sicheres Rezept für die Ansiedlung von Meister Adebar.

Wirtschaftsförderung Wetterau GmbH
Hanauer Str. 5 | 61169 Friedberg
Christian Agne
Tel: +49 (0) 6031. 692144
Fax: +49 (0) 6031. 692159
E-Mail: info@wfg-wetterau.de
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