Keltenwelt am Glauberg

Ein Konzept der Gemeinde Glauburg und des Heimat- und Geschichtsvereins Glauburg e.V. in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege Hessen und der Archäologischen Denkmalpflege Wetteraukreis:

Vorbemerkung

Die Ausgrabungen des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen am keltischen Fürstensitz in Glauberg und die dabei geborgenen sensationellen Funde finden ein sehr großes Interesse sowohl in der Fachwelt als auch in der breiten Öffentlichkeit. Man ist sich ausnahmslos einig, dass der Glauberg und seine Funde unter den keltischen Fundplätzen Europas eine herausragende Stellung einnehmen.

Im Vergleich mit anderen keltischen Plätzen zeichnet sich der Glauberg ganz besonders durch die Verbindung von großflächiger Befestigungsanlage auf einem weithin sichtbaren Bergplateau mit zugehörigen, reich ausgestatteten Gräbern und heiligem Bezirk aus. Die in Glauberg entdeckte Fürsten-Statue und weitere Figurenreste sind einzigartig im keltischen Europa. Ebenso konnte bisher keine vergleichbare Anlage eines Fürstengrabhügels mit zugehöriger Prozessionsstraße nachgewiesen werden.


Das Projekt "Keltenwelt am Glauberg"

Derzeit wird am Glauberg manches bewegt, im wörtlichen und im übertragenen Sinne. Als Projekt des Landes Hessen entsteht ein Museum, das die herausragenden Funde vom Glauberg im gesamten Zusammenhang der keltischen Kultur präsentiert. Ein archäologischer Park wird dazu einladen, die Spuren aus der Vergangenheit zu entdecken und sich das Leben auf dem Glauberg zu verschiedenen Zeiten vorzustellen. Und im großen "Keltenwelt-Garten" kann man künftig die verschiedenen Facetten der keltischen Kultur- und Naturlandschaft mit allen Sinnen erforschen.

Das Museum

Im Spätsommer 2008 wurde mit dem Bau des modernen Museumsgebäudes, entworfen vom Büro kadawittfeldarchitektur Aachen, begonnen. Es ist ein klar umrissenes, mit Corten-Stahlplatten verkleidetes Gebäude, das sich aus dem Hang des Glaubergs herausschiebt und auf den Grabhügel des Keltenfürsten ausgerichtet ist – eine Art Fernrohr in die Vergangenheit. Die drei Etagen haben jeweils spezifischen Funktionen: Im Erdgeschoss befindet sich der Eingangsbereich mit der Cafeteria, die einen beeindruckenden Ausblick bietet. Das darüber ragende Geschoss beinhaltet die Ausstellungsräume sowie die Museumsverwaltung. Das dominierende große Panoramafenster gibt im Verlauf des Ausstellungsbesuches den Blick auf den Grabbezirk und die umgebende Landschaft frei und lässt diese selbst zu einem Ausstellungsstück werden. Vom Dach erleben die Besucher schließlich das weitere naturräumliche Umfeld des Glaubergs.

Die Ausstellung

Der Ausstellungskonzeption liegt die Idee zugrunde, das Leben und die Kultur der Kelten umfassend darzustellen und den Besuchern dabei verschiedenste Zugänge zu den scheinbar so weit entfernten eisenzeitlichen Menschen am Glauberg zu erschließen. Die Funde vom Glauberg sind die Herzstücke der Ausstellung, sie werden in ihrer Bedeutung und ursprünglichen Funktion anschaulich vermittelt. Multimediale Installationen und eine fiktive Begleitgeschichte, die die Besucher in die Zeit der Kelten entführt, begleiten den Ausstellungsrundgang.

Der Archäologische Park

Im 20 Hektar großen Gelände des Archäologischen Parks sind einige der archäologischen Denkmäler noch oder jetzt wieder sichtbar: die Überreste der Befestigungsanlagen aus keltischer Zeit und Mittelalter, der große keltische Grabhügel 1, ein von Gräben begleiteter Weg – die so genannte Prozessionsstraße, ein Rekonstruktionsvorschlag zu einem keltischen Kalenderbauwerk, Reste der mittelalterlichen Burganlage und Siedlung. Auf einem archäologisch-naturkundlichen Rundweg erhalten Sie heute schon die wichtigsten Informationen zu den archäologischen Monumenten und zur Geschichte des Glaubergs. Doch künftig gibt es hier noch viel mehr zu entdecken: Rekonstruktionen und Installationen zu den vielfältigen, teils noch verborgenen archäologischen Spuren, Fernrohr-Blicke in die Vergangenheit, ein innovatives Informationssystem und ein Keltenwelt-Garten, in dem der Naturraum der Zeit vor 2500 Jahren wieder erlebbar wird.

Das Forschungszentrum

Die Forschungen am Glauberg sind nicht abgeschlossen. Noch gibt es auf viele Fragen der Archäologen, Archäobotaniker, Historiker und Archäo-Astronomen nur erste Antworten und Theorien. Diese sollen zukünftig durch vertiefende Untersuchungen und vor allem auch Vergleiche mit anderen Fundstellen auf europäischer Ebene und den intensiven Austausch mit Fachkollegen weiter diskutiert, bestätigt oder verändert werden, um der vergangenen Lebenswelt der Menschen am Glauberg nach und nach ein Stück näher zu kommen.

Weitere Informationen finden Sie auf folgenden Seiten:
www.keltenwelt-glauberg.de
www.keltenfuerst.de/park

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