Wirtschaftsförderung Wetterau
Wirtschaftsförderung Wetterau

Glauberg news

Hier finden Sie neue Informationen zum Archäologischen Park Glauberg

 

Allgemeine Meldung im Juli 2009

Verein „KeltenWelten in Deutschland e.V.“ geht jetzt bundesweit an den Start

Im Jahre 2006 wurde der Verein KeltenWelten – keltische Stätten in Deutschland e. V. in Hessen gegründet. Der Verein hat sich zum Ziel gesetzt, das Interesse an der keltischen Geschichte zu stärken. Er wird Orte mit keltischem Erbe in einem überregionalen Netzwerk verbinden und den gegenseitigen Erfahrungsaustausch fördern. Der Verein erstellt Informationsmaterial, kümmert sich um gemeinsame Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und koordiniert Werbemaßnahmen. Des Weiteren ist die Erarbeitung einer Wanderausstellung in Planung. Unterstützt wird die Tätigkeit des Vereins von einem Fachbeirat.
Zu den Mitgliedern zählen Kommunen und Tourismuseinrichtungen ebenso wie Museen und andere wissenschaftliche Institutionen. Neue Mitglieder sind herzlich willkommen!

Das nächste Treffen der Mitglieder und Interessenten (mit anschließender Mitgliederversammlung) findet am 8. Oktober 2009 im Landesamt für Denkmalpflege Hessen Schloss Biebrich/Westflügel, 65203 Wiesbaden, Blauer Salon, statt.

Beginn der Veranstaltung ist um 11.00 Uhr mit einem Empfang des Staatssekretärs im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Gerd Krämer.

Weitere Informationen und Anmeldung unter Telefon 0 61 75 / 93 74 18.

 

Allgemeine Meldung Dezember 2008:

Keltenwelt am Glauberg - Jahresrückblick 2008

Am 31. Oktober ging auf dem Glauberg mit der offiziellen Grundsteinlegung für das Museum der Keltenwelt durch die Staatsministerin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst Silke Lautenschläger wieder ein ereignis- und besucherreiches Jahr zu Ende.

Bei den rund 250 angemeldete Führungen, den regelmäßigen öffentlichen Sonntagsführungen und den facettenreichen Sonderveranstaltungen konnten etwa 8000 Besucherinnen und Besucher aus dem gesamten Bundesgebiet gezählt werden. Durch diese Angebote wurde nicht nur dem steigenden Informationsbedürfnis der Besucher Rechnung getragen, sondern auch intensive Werbung für das zukünftige Museum und die besondere Kulturlandschaft in Oberhessen betrieben. Zahlreiche Gäste verbanden beispielsweise den Besuch der Keltenwelt mit einem Ausflug in das benachbarte Büdingen.

Erlebnispädagogische Kurse für Schulklassen, unter dem Motto „Lernen & Spaß, führten spielerisch in die Bereiche Archäologie oder Archäobotanik ein. Ergänzende museumspädagogische Angebote für Erwachsene kamen hinzu. Im Rahmen des Sommertheaters waren Jung und Alt begeistert von den Vorstellungen der Theatergruppe TheodoBo auf der Freilichtbühne. Der alte Steinbruch erwies sich dabei als optimale Kulisse für die Komödie „Martin Müllers Traum oder wie der Vogelsberg zu seinem Namen kam“.

Im August begann dann pünktlich der langersehnte Bau des neuen Museums. Die Dimensionen der Baustelle vermitteln schon heute einen Eindruck von dem zukünftigen Gebäude. Parallel zum Baubeginn verwandelte sich - mit Unterstützung der Sparkasse Oberhessen – der Aussichtsturm am Glauberg in eine auffällige „Red Box“. Von hier haben Besucher einen beeindrucken Ausblick auf das Baustellengeschehen und können unmittelbar an der Entstehung des Gebäudes teilhaben. Neue Informationstafeln und ein roter Info-Flyer informieren über das Projekt „Keltenwelt“ und die Baufortschritte.

Als Highlight des Jahres 2008 kann auch der „Tag des offenen Denkmals“ im September bezeichnet werden, an dem über 600 Besucher an den Kurzführungen und Kinder-Erlebnisprogrammen teilnahmen. Archäologen demonstrierten anschaulich, wie moderne Bodenuntersuchungen durchgeführt werden, die vor der Ausgrabung Aufschlüsse über im Boden verborgene Spuren geben. Und die engagiert betreute Keltenwelt-Cafeteria fand trotz schlechter Wetterprognosen regen Zuspruch.

Durchweg hohe Besucherzahlen waren beim Glauberg-Forum zu verzeichnen, in dem ausgezeichnete Dozenten wissenschaftlich fundiert über mögliche Formen der Landbewirtschaftung am Glauberg, Umwelt und Ernährung der Kelten oder deren Körperpanzerung informierten. Dass archäologische Themen immer stärker in den Fokus des öffentlichen Interesses rücken, zeigten auch die fast 150 Anmeldungen zum internationalen Kolloquium „Archäologie und Politik – 75 Jahre Ausgrabungen auf dem Glauberg und ihr zeitgeschichtlicher Kontext.“, das im Oktober in Bad Salzhausen stattfand. Vortragende und Teilnehmer waren von dem Programm und dem idyllischen Veranstaltungsort begeistert. Auch die regionale und überregionale Presse berichtete ausführlich über die Tagung.

Erfolgreich verlief in diesem Jahr auch wieder die Landschaftspflege auf dem Glauberg. In fast siebentausend Stunden haben Gemeinwohlarbeiter der Regionalen Dienstleistungen Wetterau (RDW) mit fachlicher Anleitung und Unterstützung durch die Mitarbeiter der „Keltenwelt am Glauberg“ gute Arbeit geleistet. Bei einer öffentlichen Begehung der Unteren Naturschutzbehörde und des Naturschutzfonds Wetterau wurden die Belange der Pflege und der Tourismuslenkung mit dem laufenden Pflegeplan abgeglichen und dessen Umsetzung als vorbildlich bezeichnet.

Im Herbst entstand die bereits stark nachgefragte Neuauflage der Broschüre „Keltenwelt am Glauberg“, in der neben Veranstaltungs- und Führungsangeboten auch Infos über die touristischen Angebote der Region und gute Tipps zur Einkehr in Gaststätten oder Hotels der Umgebung zu finden sind.

Der Besucherpavillon schließt am 28. November für die Winterpause seine Pforten. Ab Dienstag 20. Januar 2009 können sich Besucher wieder für Führungen und Veranstaltungen in der „Keltenwelt am Glauberg“, Tel.: 06041-969550, anmelden. Weiter Infos unter http://www.keltenwelt/

 

aus dem Kreisanzeiger vom 1.11.2008:

Ministerin Lautenschläger legt Grundstein fürs Keltenmuseum

Zahlreiche Gäste dabei - Bürgermeister Mordier spricht von Aufbruchstimmung

Etliche Bürgermeister des Ostkreises waren erschienen und viele andere Vertreter hiesiger Einrichtungen, als Staatsministerin Silke Lautenschägern gestern bei misslicher Witterung auf dem Glauberg die Grundsteinlegung für das Keltenmuseum vornahm. Der örtliche Bürgermeister Gerd Mordier sprach zur Feier des Tages von echter Aufbruchstimmung und einem positiven Einfluss auf die Infrastruktur der gesamten Region. Ministerin Lautenschläger, die das Wissenschafts- und Kunstressort von ihrem Amtsvorgänger Udo Corts (häufiger Gast auf dem Glauberg) übernommen hat, gab ihrer Hoffnung Ausdruck, "dass dieses Museum ein Besuchermagnet wird, der breite Bevölkerungsschichten erschließt". Schließlich investiere das Land Hessen eine Menge.

Nach neuesten Berechnungen pendelt sich der Kostenaufwand bei 7,4 Millionen Euro ein, wobei in der Summe die gesamte Einrichtung mit enthalten sei. Das Projekt sei gleichzeitig ein großer Schritt zur Verwirklichung des Konzepts einer dezentralen Landesarchäologie. Der offizielle Name "Keltenwelt am Glauberg - Archäologischer Park, Museum, Forschungsinstitut" verdeutlicht, welch breites Spektrum die Einrichtung bieten wird und dass hier auch ein richtiges Forschungszentrum entsteht. Nach Angaben von Lautschenscgläger soll die Eröffnung im Frühjahr 2010 über die Bühne gehen.

Dem Wetterauer Landrat Joachim Arnold fielen zum Keltenmuseum zunächst zwei sprichwörtliche Erkentnisse ein: "Was lange währt, wird endlich gut" sowie "Steter Tropfen höhlt den Stein." Damit spielte er auf die Querelen der Vergangenheit an, als plötzlich Bad Nauheim als Standort fürs Museum ins Spiel kam und die Ostkreis-Region auf die Barrikaden ging. Jetzt, so Arnold, sei mit der Realisierung des Baus und den zusätzlichen Angeboten im Ostkreis eine touristische Boom-Region zu erwarten. Das Museum jedenfalls werde eine große Strahlkraft ausüben. Sein Dank galt nicht nur den "Großkopferten" sondern "insbesondere den vielen ehrenamtlichen Helfern und Mitstreitern, die sich so toll engagieren."

Glauburgs Bürgermeister Gerd Mordier glitt gleich ab in die Keltenwelt und begrüßte die Gäste "auf heiligem Boden." Er sei sehr froh darüber, dass er maßgablich an der Entwicklung zum Bau des Museums teilhaben durfte. Mordier erinnerte an die Montagsdemos, die letztendlich mit dazu geführt hätten, dass die Politik in Wiesbaden flexibel reagierte und sich doch für den Glauberg als Museumsstandort entschied.

Das freut auch den Landesarchäologen Professor Dr. Egon Schallmayer, der dem Publikum bei nasskalter Witterung viel Phantasie abverlangte. Vor der Baustelle stehend ließ er wissen, dies sei der Platz, "wo man künftig bei Sonnenschein auf der Terrasse sitzt." Immerhin, prima Aussichten für die Zukunft. Diese Zukunft untermauerte Projektmanagerin Susanne Althans-Edmaier vom Hessischen Baumanagement mit Fakten und Zahlen: Auf 2 190 Quadratmeter Bruttofläche beläuft sich das Museum und auf 9 440 Kubikmeter umbauten Raum. Die Konstruktion sei eine Kombination aus Stahlbetonmassivbau und Stahlskellet-/Fachwerkbau. Das Dach als Aussichtsplattform ermöglicht den Rundblick in die Landschaft und gibt den Himmel frei - die gesamte Umgebung wird zur Entdeckung.

Diese Vorzüge seiner Planung griff Architekt Gerhard Wittfeld auf. Das Museum gerate zum Integrationsprojekt in die vorhandene Kulturlandschaft. Nicht das Gebäude gerate in den Fokus der Betrachtungen, sondern der Keltengrabhügel. Und das sei von großer Bedeutung.

 

Red Box am Glauberg informiert über die Keltenwelt

Schon von weitem bietet sich den Besuchern des Glaubergs sich ein neuer Blickfang. Der bekannte Aussichtsturm am Rande des Parkplatzes hat sich in eine „Red Box“ verwandelt, in der sich Informationen über das Projekt „Keltenwelt am Glauberg. Museum – Archäologischer Park – Forschungszentrum“ verbergen. Von der Aussichtsplattform des Turmes aus kann man den Standort des zukünftigen Museums in Augenschein nehmen, sich über das Bauvorhaben informieren und einen großen Teil des Archäologischen Parks überblicken. Hier wird in den kommenden Jahren der Natur- und Kulturraum der Zeit vor 2500 Jahren wieder erlebbar. Rekonstruktionen und Installationen, „Fernrohre“ in die Vergangenheit und ein Keltenwelt-Garten werden entstehen. Die neuen Tafeln auf der Turmplattform erläutern anschaulich weitere Details des Projektes. Und im „Red-Box-Flyer“ können Besucher das Wichtigste über die Planungen am Glauberg nachlesen. Besonders erfreut über die rote Info-Box zeigte sich Günter Sedlak, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Oberhessen und Vorsitzender des Fördervereins „Keltenwelt am Glauberg“: „Die Sparkasse Oberhessen hat die Realisierung der Red Box gerne ermöglicht, denn wir wollen, dass sich heimische wie auswärtige Besucher jederzeit über das Museumsprojekt informieren können, wenn sie hier bei uns am Glauberg sind“. Und das ist nun gesichert: Bis zur Museumseröffnung im Jahre 2010 wird die Red Box – ständig aktualisiert – über die Projektfortschritte informieren.

Foto: v. l.: Vorstandsvorsitzender Sparkasse Oberhessen G. Sedlak, stellvertretende Landesarchäologin Dr. V. Rupp, Sachgebietsleiterin Keltenwelt am Glauberg K. v. Kurzynski, Geschäftsführer APG gGmbH B.-U. Domes, Bürgermeister von Glauburg G. Mordier (Foto: St. Medschinski)

Infonewsletter 6.12.2007: Download

 

Aus dem Kreisanzeiger vom 18.09.2007 (Bild: Schinzel):

Namen der Region in die Welt tragen

Landesarchäologe Egon Schallmayer präsentierte Katharina von Kurzynski als Organisatorin des geplanten Keltenmuseums

GLAUBURG (hp). Die neue wissenschaftliche Mitarbeiterin für die Projektleitung "Realisierung des Keltenmuseums am Glauberg", Katharina von Kurzynski, stellte sich jüngst im Gemeinschaftshaus von Stockheim vor. Glauburgs Bürgermeister Gerd Mordier hieß die vielen Gäste willkommen, darunter den Landesarchäologen Professor Dr. Egon Schallmayer, seine Stellvertreterin Dr. Vera Rupp, den Geschäftsführer des Archäologischen Parks Glauberg (APG), Bernd-Uwe Domes, und den Referatsleiter im hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, Thomas Seegmüller. Schallmayer stellte den Werdegang Kurzynskis dar, die Klassische Archäologie und Vor- und Frühgeschichte in Marburg sowie Anglistik studierte und ein Studium der internationalen Archäologie in London anfügte. Sie schloss mit einer Magisterarbeit über keltische Textilfunde in der Halstattzeit ab und beabsichtigt, zu promovieren. Vier Jahre von August 1996 bis Dezember 2000 war sie Geschäftsführerin des Museums und Parks Kalkriese und baute dort die Museumspädagogik auf. Seit September 2003 arbeitet sie mit am Konzept für das Keltenmuseum. Dazwischen war sie privat mit dem Aufbau eines Antiquariats beschäftigt, blieb aber auch der Museumspädagogik treu. Katharina von Kurzynski werde sich um die Museumsgestaltung kümmern, sich mit Architekten abstimmen und dabei auch den Aspekt der Landesarchäologie vertreten, erklärte Schallmayer. Und auch die APG wird mit im Boot sein.

"Das ist ein Superprojekt mit den Kelten", zeigte sich von Kurzynski überzeugt. Die Entdeckung der sensationellen Funde habe sie während ihrer Zeit in Marburg gespannt mitverfolgt. Sie habe den Eindruck, dass viel Begeisterung und Einsatz im Umfeld hinter dem Projekt stecke. Die Funde vom Glauberg sind die Ausgangsbasis für das Museum. Aber es gibt noch viel mehr über die Kelten zu erzählen. "Wir wollen darstellen, wer die Kelten waren, wo sie herkamen, wie sie lebten. Wir wollen den Besuchern die Möglichkeit geben, sich der Vergangenheit auf verschiedene Weise zu nähern. Ohne die Vergangenheit zu kennen, kann man die Gegenwart nicht verstehen", sagte sie. Über einen fiktiven Weg soll die Annäherung erfolgen. "Wir haben uns einen Honighändler ausgedacht, der zur Zeit des Todes des Keltenfürsten am Glauberg ankommt", meinte von Kurzynski. Dies sei ein Weg von drei weiteren Wegen, über den der Besucher Einblick in die Geschichte der Kelten erhält und der insbesondere auch für junge Besucher interessant sein dürfte. Bildhaft würden hierbei wissenschaftliche Vermutungen dargestellt. Der zweite Weg hat die archäologischen Fakten zum Inhalt und der dritte die wissenschaftliche Seite. Der vierte Weg wird einen Zusammenhang darstellen, "was das alles mit uns zu tun hat", erläuterte von Kurzynski.

Außerdem wird der Glauberg mit seiner Gesamtgeschichte in das Konzept eingebunden, beantwortete sie Fragen aus dem Publikum. Eine flexible Ausstellungsfläche soll Platz bieten für wechselnde Ausstellungen und die Darstellung anderer Epochen. "Wir haben außerdem die gesamte Umgebung, die ebenfalls Geschichte schrieb", fügte Schallmayer an. Der ebenfalls geplante archäobotanische Garten werde noch nicht sofort realisiert. Vorgesehen ist aber, dass dort Pflanzen der Keltenzeit und die Landwirtschaft in einem formal gestalteten Garten dargestellt werden.

Mit dem Museum soll auch ein Forschungsinstitut gleichzeitig etabliert werden, kündigte Schallmayer an. "Das Ganze wird ein internationales Museum, das den Namen der Region in die Welt trägt", sagte er begeistert. Mit dem Keltenmuseum komme Bewegung die hessische Archäologie und es ergänze das Konzept des dezentralen Landesmuseums, zu dem auch das Saalburgmuseum gehört. Er beobachte die Entwicklung mit Freude, sagte Domes und bekräftigte die Vorteile, die der Region Wetterau - zwischen dem Keltenmuseum und der Saalburg gelegen - dadurch entstehen.

 

Aus dem Kreisanzeiger vom 03.09.2007 (Bild: Schinzel):

"Der Keltenfürst wäre stolz darauf..."

Kalendarium auf dem Glauberg in Anwesenheit von Minister Udo Corts mit spektakulärer Licht- und Musikshow eröffnet

GLAUBERG (as). Von diesem Ereignis wird man in der Region noch lange sprechen: Die Eröffnung der Rekonstruktion des keltischen Kalendariums auf dem Glauberg am Samstagabend geriet mit ihrer faszinierenden Licht- und Musikshow zu einem unvergesslichen Erlebnis. Eingeladen hatten die Landesarchäologie Hessen und der Archäologische Park Glauberg (APG), und rund 2 000 Besucher wollten live dabei sein. Bevor die 16 rund acht Meter hohen Eichenpfosten, die den Kelten vor 2 500 Jahren zur Himmelsbeobachtung dienten, nach Einbruch der Dunkelheit zu mystischer Musik illuminiert wurden, unterstrichen politische Würdenträger und Wissenschaftler die Bedeutung dieser europaweit einzigartigen Rekonstruktion. Das Programm des Abends moderierten die stellvertretende Landesarchäologin Dr. Vera Rupp und APG-Geschäftsführer Bernd-Uwe Domes. Sie begrüßten den Hessischen Minister für Wissenschaft und Kunst, Udo Corts, den Ersten Kreisbeigeordneten Oswin Veith, den Landesarchäologen Professor Dr. Egon Schallmayer, die Landtagsabgeordneten Nicola Beer und Klaus Dietz, den Kulturdezernenten des Wetteraukreises, Bardo Bayer, Glauburgs Bürgermeister Gerd Mordier und den ehemaligen Landesarchäologen Dr. Fritz Rudolf Herrmann.

Vor der offiziellen Eröffnung hatten die Besucher die Möglichkeit, keltisches Lagerleben zu bestaunen. Handwerkliche Techniken, Kleider und Waffenschauen boten ebenfalls Einblick in keltisches Alltagsleben. Auch das kulinarische Angebot mit Wildschwein und Keltenbier lud zu einer Reise in die Zeit der Kelten ein.

"Der Keltenfürst und sein Volk wären stolz darauf, dass wir hier sind, und dass wir dieses plastische Bauwerk geschaffen haben", stellte Corts in seiner Begrüßungsrede fest. Unter Hinweis auf die Saalburg kündigte der Minister an, am Glauberg etwas Vergleichbares zu schaffen. Im November erfolgt der symbolische Spatenstich für das Keltenmuseum am Glauberg. Damit einhergehen soll auch eine Belebung der gesamten Region. Die Landesregierung will dies unterstützen und erhöhte den Etat für die Landesarchäologie um zwei auf rund neun Millionen Euro.
Professor Schallmayer räumte mögliche Zweifel ob der Bedeutung und Richtigkeit des Kalendariums aus. "Hier wurde jeder Befund, ja jede Erdkrume wissenschaftlich hervorragend dokumentiert", sagte der Landesarchäologe. Bei Ausgrabungen vor 15 Jahren kamen am großen Grabhügel ein Grabensystem und Spuren von 16 Holzpfosten zutage. Der Astrophysiker an der Frankfurter Universität, Professor Dr. Bruno Deiss, beschäftigte sich mit den Relikten und deutete die Anlage aufgrund der durchdachten Struktur als astronomisches Bauwerk. In einer kurzweiligen Präsentation erläuterte er den Sinn der Pfosten.

Die Stämme sind Teil eines heiligen Bezirks, der den Grabhügel, die Prozessionsstraße und ein weites Gebiet darum einschließt. Die gesamte Anlage harrt noch der genauen Erforschung, kündigte er an und wandte sich schmunzelnd an Corts: "Herr Minister, wir brauchen noch Geld." Das Kalenderbauwerk, bei dem Sonne und Mond die Hauptakteure sind, dient vor allem der Beobachtung des östlichen Himmels. Die Pfosten waren Peilmarken, um bestimmte Kalendertage zu ermitteln. Für bäuerlich geprägte Gesellschaften war dies wichtig, da sich die günstigsten Termine für Aussaat und Ernte ermitteln ließen. Das Kalendarium ist aber auch als kultische Anlage durch den Zusammenhang mit dem Grabmalen zu sehen. Priester und Gelehrte legten damit Feiertage und heilige Zeiten fest.

Es folgte eine Lesung antiker Schriftquellen über die Kelten, vorgetragen von Dr. Carsten Amrhein von der Saalburg und Bea Schweighöfer, Studentin der Keltologie in Marburg, in griechischer und lateinischer Sprache, anschließend übersetzt ins Deutsche.

Schließlich folgte die mit Spannung erwartete Illumination unter der Regie des Lichtkünstlers Norbert Mohr. Mittlerweile war es dunkel geworden. Dumpfe Klänge ließen den Boden erzittern und hallten über die Hügel. Nebel waberte am Fuße des Grabhügels. Die Pfosten schimmerten zunächst rötlich, dann golden als würden sie glühen.

Untermalt von Klängen, die an Trommeln und Harfen erinnerten, erstrahlten die Eichenstelen in allen Regenbogenfarben und warfen ihre Schatten auf den Grabhügel. Nicht nur Mystisches war zu hören. Dirk Raufeisen, der für die Musik verantwortlich zeichnete, interpretierte auch irische Weisen und Bekanntes wie Greensleeves und Amazing Grace. Zu Letzterem stand, in goldenes Licht getaucht, am Ende der Keltenfürst (Simon Kahnert) auf dem Hügel...

 

Aus der Wetterauer Zeitung vom 31.08.2007:

Keltenmuseum: Spatenstich im November

Wetteraukreis – Am Samstag ab 18 Uhr wird auf dem Glauberg das keltische Kalendarium eröffnet. Das Observatorium mit den markanten Holzpfählen diente einst der Himmelsbeobachtung, der Blick in die Sterne erlaubte unseren Vorfahren, den Jahresrhythmus zu bestimmen. Das Keltenmuseum wird dann nur als Modell zu besichtigen sein, doch die Sterne stehen gut für den Bau: Der symbolische erste Spatenstich ist für November dieses Jahres vorgesehen, Ministerpräsident Roland Koch persönlich werde sich diese Gelegenheit zum Besuch des geschichtsträchtigen Areals nicht nehmen lassen, sagte Prof. Dr. Ralph Alexander Lorz, Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz am Fuße des Fürstengrabhügels. Baubeginn für das Museum soll Anfang 2008 sein, im Februar oder März 2009 soll es eingeweiht werden. »Mit diesem Museumbau, in dem die Originalfunde aus den Fürstengräbern und die lebensgroße Steinstatue des Keltenfürsten präsentiert werden, erhält die Hessische Museumslandschaft einen weiteren Leuchtturm«, stellte Lorz fest. Für den Bau stehen rund 6,7 Millionen Euro und damit 600 000 Euro mehr als ursprünglich vorgesehen zur Verfügung. Die Mehrkosten ergeben sich aus einer Indexsteigerung der Baupreise und der Mehrwertsteuererhöhung.

Das Keltenmuseum mit einer Nutzfläche von knapp 1300 Quadratmetern wird nach den Plänen des Aachener Büros KadaWittfeldArchitektur fast schwerelos über dem Hang schweben. Auf drei Ebenen wird die Welt der Kelten gezeigt, wobei der gesamte Archäologische Park mit einbezogen wird. So werden die Besucher von der Dachterrasse mit Cafeteria einen Blick über die sanfthügelige Landschaft werfen können. Das Museum soll nach den Worten von Ute Schmidt, stellvertretende Projektleiterin des Architekturbüros, ein »Wahrnehmungsverstärker« sein. Diese Wirkung wird sich besonders beim Blick aus dem Panoramafenster im 1. Stock einstellen: Nur wenige hundert Meter weiter liegt vor dem Auge des Betrachters der Fürstengrabhügel, der somit optisch in die Ausstellung mit den Originalfunden einbezogen wird.

Überhaupt sei es bei der Konzeption des Museums das Ziel gewesen, nicht den Blick zu verstellen. Deshalb fügt sich der Baukörper in das leicht ansteigende Gelände ein. Die Besucher gelangen über eine Treppe zum Untergeschoss, vom Atrium aus können Wanderer neben der Ausstellung auch das Café und den Museumsshop besuchen, ohne dass für diese beiden Einrichtungen Eintritt erhoben wird. Nur geringfügig habe man die Planungen optimiert, so Schmidt. Fest steht auch, dass neben dem Museum ein rund 120 Quadratmeter großer pädagogischer Außenbereich erstellt wird, wo Schulklassen sich unter anderem als archäologische Ausgräber betätigen können. Wie die Landschaftsarchitektin Nina Rohde ergänzte, ist des weiteren ein archäobotanischer Garten geplant, und im Richter-Haus (ehemaliges Naturfreundehaus), das vom Land gekauft wurde, soll einmal ein keltisches Forschungszentrum entstehen.

Die hessische Landesarchäologie unternimmt am Südhang des Glaubergs bereits eine erste archäologische Ausgrabung im Vorfeld der Bebauung. Dabei wurden ein rund 15 Meter breiter Graben mit Wall und einige Vorratsgruben dokumentiert. Im Herbst soll der Bereich der künftigen Museumszufahrt untersucht werden. Künftiger Nutzer des Museums ist das Landesamt für Denkmalpflege Hessen. Dessen Leiter, Landesarchäologe Prof. Dr. Egon Schallmayer, sprach bei der Pressekonferenz von Funden »von europäischer Dimension«, die hier gezeigt werden. Und im Hinblick darauf, dass die Ausgrabungen und Forschungen noch lange fortgehen werden, sagte er: »Wir haben hier eine unendliche Geschichte gestartet.« Diese Geschichte soll den Besuchern anhand eines erlebnisorientierten Museumskonzepts präsentiert werden. Das Keltenmuseum, so Schallmayer, sei Teil des Konzepts »Hessen Archäologie 21« und werde sich neben der Saalburg bei Bad Homburg zu einem Besuchermagneten entwickeln. Bis zu 40 000 Besucher kommen jetzt schon jährlich hierher, nach dem Bau sollen es doppelt so viele werden.

Ein Schub für eine strukturschwache Region

Das bedeutet einen enormen Schub für eine strukturschwache Region, sagte Glaubergs Bürgermeister Gerd Mordier, der von der Aufstellung des nötigen Bebauungsplans berichtete. »Das wird zügig erledigt«, so Mordier. Etwas ins Stocken geraten seien derzeit die Grundstücksverhandlungen für den Bau der Kreisstraße. Ist alles fertig, wird die kleine Gemeinde nach den Worten Mordiers »in touristische Dimensionen aufbrechen, die vor Jahren noch undenkbar waren«. Erster Kreisbeigeordneter Oswin Veith betonte das ehrenamtliche Engagement sowie dasjenige des Wetteraukreises in den letzten Jahren. Dies habe letztlich dazu geführt, dass das Land das weit über Hessen hinausstrahlende Museum finanziere. Bernd-Uwe Domes, Geschäftsführer der Archäologischer Park Glauberg gGmbH, sagte, man wolle gerade den jungen Besuchern einen »respektvollen Umgang mit den Natur- und Kulturschätzen« vermitteln. Dies haben offensichtlich auch die politisch Verantwortlichen mittlerweile beherzigt. Der Streit zwischen dem Wetteraukreis und dem Land um die Frage, wie die APG in die Planungen des Museums einbezogen werden, sei beigelegt, hieß es, und die Verantwortlichen saßen bei der Pressekonferenz an den Biertischen einträchtig beisammen wie einst Asterix, Obelix und die Bewohner eines kleinen gallischen (und somit keltischen) Dorfes, die sich eben noch die Köpfe eingeschlagen haben und nun alle auf ein großes Abenteuer anstoßen.

 

Aus der Wetterauer Zeitung vom 03.08.2007:

Sonne, Mond und Sterne: Kelten-Kalendarium am Glauberg

Die europaweit erste Rekonstruktion eines derartigen Bauwerks wird am 1. September der Öffentlichkeit übergeben

Glauberg (pm/ik). Am Glauberg entsteht die europaweit erste Rekonstruktion eines Kalenderbauwerks, das die hier siedelnden Kelten vor 2500 Jahren errichtet hatten. 16 Eichenpfosten von etwa acht bis neun Meter Länge wurden dazu in den Wetterau-Boden eingelassen. Sie dienten als Peilmarken, mit deren Hilfe die Zyklen von Sonne und Mond genau bestimmt werden konnten. Die Pfostenreihen waren Bestandteil einer monumentalen Grabanlage, wovon Grabhügel und Teile des umgebenden Grabenwerks schon rekonstruiert sind.

Damit findet die Wiedererrichtung eines der bedeutsamsten prähistorischen Bauwerke in Hessen ihren vorläufigen Höhepunkt. Am 1. September wird Hessens Wirtschaftsminister Udo Corts die Anlage der Öffentlichkeit übergeben; von 19.30 Uhr an ist eine große nächtliche Musik- und Lichtschau geplant.

Außerhalb der befestigten frühkeltischen Höhensiedlung entdeckten Archäologen in den 1990er Jahren am südlichen Abhang des Glaubergs eine Grabanlage, die in ihrer Bauweise und Größe bislang einmalig ist: Das mehrere hundert Meter durchmessende Areal beherbergte zwei große Grabhügel in Verbindung mit einem ausgedehntes System aus Grabenwerken und Pfostenreihen. Die Wissenschaftler vermuten hier einen »Heiligen Bezirk«, der für die Menschen im fünften Jahrhundert vor Christus von überregionaler Bedeutung gewesen sein muss. Auf die zentrale Stellung des Glaubergs als frühkeltischer Fürstensitz weisen vor allem die mit wertvollen Beigaben ausgestatten Fürstengräber hin, die man unversehrt in den Grabhügeln entdeckte. Und eine weitere wissenschaftliche Sensation lieferte schließlich der Fund einer lebensgroßen Steinstatue eines keltischen Kriegers oder Heros mit der charakteristischen Blattkrone.

»Prozessionsstraße« ist bislang einzigartig

Die kultische Anlage wird beherrscht von dem imposanten, knapp 50 Meter breiten und sechs Meter hohen Grabhügel I. Umgeben ist dieses Grabmal von einem etwa zehn Meter breiten und bis zu fast vier Meter tiefen Ringgraben. Bislang einzigartig ist die etwa 350 Meter lange »Prozessionsstraße«, die sich vom Grabhügel aus in Richtung Südosten erstreckt. Sie wird von zwei parallelen Gräben im Abstand von zehn Meter gebildet, die vom Kreisgraben ausgehen und schnurgerade den flachen Hang hinab verlaufen. Das V-förmige Profil der Gräben weist eine Breite von knapp sieben Meter auf, die Grabensohle ist durchweg drei Meter tief.

Offenbar diente die aufwändig gestaltete »Prozessionsstraße« als Hauptachse bei der Konstruktion des gesamten Bauwerks. Auch nördlich des großen Grabhügels I stieß man bei den Ausgrabungen auf rätselhafte Befunde: Auf einer Fläche von etwa 40 x 40 Meter fand sich ein komplexes Grabenwerk samt Spuren von 16 Pfostengruben.

Die Pfosten hatten vermutlich eine Höhe von mehreren Metern, was sich aus ihrem Querschnitt von etwa 25 Zentimeter und der Tiefe der Pfostengruben ermessen lässt. Doch wozu dienten die in mehreren Gruppen angeordneten Pfosten?

Hängt ihre Anordnung mit den benachbarten Grabenstücken zusammen? Diese verlaufen durchweg gradlinig, zwei davon bilden einen exakten rechten Winkel. Das geometrische Muster lässt auf einen durchdachten Konstruktionsplan schließen.

Tatsächlich haben nun astronomische und geometrische Berechnungen gezeigt, dass die Anordnung der Pfosten und Gräben nicht nur geometrischen Regeln gehorcht, sondern offenbar auch nach astronomischen Gesichtspunkten konstruiert wurde.

Keltische Priester waren Hüter über die Zeit

Mit Hilfe der Pfosten konnten bestimmte Punkte am Horizont sehr genau angepeilt werden. Damit wollte man die tägliche Verschiebung des Aufgangspunktes von Sonne und Mond bestimmen. Die Richtung, in der Sonne oder Mond am östlichen Horizont aufgehen, ändert sich nämlich von Tag zu Tag. Sie pendelt zwischen zwei Extremrichtungen, zwei Wendepunkten.

Zur Sommersonnwende liegt der Aufgangspunkt der Sonne weit im Nordosten, während sie zur Wintersonnwende in ihrem südöstlichen Extrempunkt aufgeht. Eine komplette Pendelschwingung markiert die Dauer eines Jahres. Zu einem bestimmten Tag gehört somit eine ganz bestimmte Aufgangsrichtung der Sonne am Horizont. Mit Hilfe des Kalenderbauwerks konnten die keltischen Priester – oder wer auch immer Zugang zum Heiligen Bezirk hatte – die Tage genau fixieren. Als Hüter über die Zeit legten sie den Beginn eines neuen Jahres und die Feiertage fest, und sie konnten die beste Zeit für Aussaat und Ernte bestimmen.

Die wichtigste Visierposition des Kalenderbauwerks befand sich an der nördlichsten Ecke des Grabenwerks, am Ende des rechtwinkligen Grabenstücks, der zugleich der höchstgelegenste Punkt der Anlage ist. Von hier aus ließ sich mühelos der Horizont nach Südosten über die Pfosten und den Grabhügel anpeilen. Mindestens drei unterschiedliche Kalendertage wurden von hier aus offenbar bestimmt. Einer davon ist die Wintersonnwende. Sechs der 16 Pfosten fallen durch ihre Anordnung im Geviert auf, was die Archäologen zu der Bezeichnung »Tempel« veranlasste. Die beiden rechten Pfosten des Gevierts markieren mit hoher Genauigkeit die Zeit der Sonnwende, wie sie zur Zeit der Kelten stattfand. Gleichzeitig umrahmt diese Pfostenkonstellation die Bergspitze der Hardeck–- die höchste Erhebung am gegenüberliegenden Horizont.

Offenbar wurde der Ort des Kalenderbauwerks so gewählt, dass die Sonne zur Sonnwende hinter der Bergspitze aufgeht. Das unterstreicht die Bedeutung der Wintersonnwende für die damalige bäuerliche Gesellschaft. Die weiteren Pfosten des Gevierts erlaubten weitere Kalendertage vor und nach dem Wendedatum zu fixieren und damit die Genauigkeit zu erhöhen.

Rückschlüsse auf achtteiligen Kalender

Ein weiterer Kalendertag des Sonnenjahres konnte mit der östlichen Pfostenreihe datiert werden. Der rechte Pfosten der Dreiergruppe steht in der Verbindungslinie zur 15 Kilometer entfernten Bergspitze »Eichelkopf«. Auch der 40 Meter lange schnurgerade Graben, an dessen nördlichem Ende sich die Visierposition befindet, zielt auf den Eichelkopf, was die Bedeutung dieser Horizontrichtung unterstreicht. Anfang November, das heißt, zur Halbzeit zwischen der herbstlichen Tag- und Nachtgleiche und der Wintersonnwende, geht die Sonne hinter dieser Geländemarke auf.

Offenbar war bei den Kelten vom Glauberg der achtteilige Kalender in Gebrauch, für den es bislang nur Hinweise aus der mittelalterlichen (neu-) keltischen Literatur gibt. Dort wird dieser Tag mit »Samhain« bezeichnet und mit dem Beginn des keltischen Jahres identifiziert. In der Wissenschaft hat sich dagegen die neutrale Bezeichnung »cross quater day« eingebürgert.

Mit den beiden anderen Pfosten der Gruppe konnte schon Tage vorher der Sonnenlauf genau bestimmt werden und eine gewisse Vorausberechnung ermöglichen. Damit war man gegen eine mögliche Sichtbehinderung durch dicke Wolken am entscheidenden Tag gewappnet.

Auch der Mond scheint für die Kelten von großer Bedeutung gewesen zu sein. Dessen Bahn ist allerdings um einiges komplizierter als die der Sonne. Pendelt die Sonne einmal im Jahr zwischen ihren Wendepunkten hin und her, so braucht der Mond dafür gerade mal einen Monat. Allerdings verschieben sich die Wendepunkte des Mondes ebenfalls, was mit dem Torkeln der Mondbahn und deren unterschiedlichen Neigung zur Erdachse zusammenhängt.

Wenn der Abstand der beiden Wendepunkte am größten ist, spricht man von der Großen Nördlichen und Südlichen Mondwende. Dieses Ereignis tritt nur alle 18 bis 19 Jahre auf, zuletzt im Jahre 2006.

Von der Visierposition aus markiert der rechte Pfosten der mittleren Pfostenreihe bis auf ein halbes Grad genau den Aufgangspunkt des Mondes am Horizont zur Großen südlichen Mondwende zur Zeit der Kelten. Die weiter links stehenden Pfosten der Gruppe konnten wieder dazu verwendet werden, schon an den vorhergehenden Tagen die Mondposition zu bestimmen, um wetterunabhängig zu sein.

Kalender über mehrere Generationen gültig

Dass die seltene Große Mondwende für die Kelten tatsächlich von überragender Bedeutung gewesen sein muss, wird deutlich, wenn man die Visierrichtung über den Grabhügel hinaus nach Südosten verlängert: Die »Prozessionsstraße« mit ihren tiefen Begleitgräben verläuft als Hauptachse der gesamten Anlage exakt auf dieser Linie weiter.

In der Praxis wird die Große Südliche Mondwende zur Zeit der Sommersonnwende im betreffenden Jahr beobachtet. Der meist rötlich schimmernde Sommervollmond wandert dann extrem niedrig über den Horizont und erscheint dadurch besonders groß.

Vielleicht haben die damaligen Menschen das so gedeutet haben, dass der Mond alle 19 Jahre die Erde besuchte.Mit der Beobachtung der eigentümlichen Bahn des Mondes waren die Kelten in der Lage, einen generationenübergreifenden Kalender zu entwickeln. Kann man dem normalen Jahreskalender noch eine gewisse Nützlichkeit für bäuerliche Zwecke unterstellen, so ist die Bedeutung eines solchen langfristigen, »epochalen« Kalenders rein kultureller Natur.

Weitere Visierpositionen und Peillinien, bei denen auch die westliche Pfostengruppe eine Rolle spielt, ergeben sich durch die geometrische Konstruktion des Grabenwerkes. Von dort aus konnten beispielsweise auch die Tag- und Nachtgleiche und der »cross quater day« Anfang Mai bestimmt werden. Der eigentliche Sinn und Zweck des Kalenderbauwerks bleibt jedoch weiterhin im Verborgenen.

Der »Heilige Bezirk« lässt nach den bisherigen Erkenntnissen der Forscher auf einen Ahnenkult schließen, bei dem offenbar auch das Wissen um die Zyklen der Gestirne eine besondere Bedeutung hatte. Kenntnisse dieser Art können nur durch genaues jahrelanges Beobachten des Sonnen- und Mondlaufes erworben werden. Für den 19-jährigen Mondzyklus braucht es dazu sogar mehrere Jahrzehnte.

16 hohe Holzpfosten standen einst im Bereich des keltischen Fürstengrabhügels am Glauberg Sie warenoffensichtlich Teil eines keltischen Kalenderbauwerks. Die in Europa einmalige Rekonstruktion wird derzeit durchgeführt. Vom nördlichen Visierpunkt aus konnten mit Hilfe der Pfosten wichtige Kalendertage des Sonnenjahres und die Große Südliche Mondwende sehr genau bestimmt werden. Auch die »Prozessionsstraße« weist auf die seltene Mondposition.


Wetteraukreis wird Gründungsmitglied der Keltenstraße (Kreisanzeiger vom 10.11.2006)

WETTERAUKREIS (pd). Der Wetteraukreis wird in der kommenden Woche gemeinsam mit der Hessischen Landesbodendenkmalpflege, der Gemeinde Glauburg, der Stadt Bad Nauheim, der Gemeinde Biebertal, der Stadt Oberursel, dem Main-Kinzig-Kreis und der Stadt Rödermark Gründungsmitglied des Vereins "Keltenstraße - Keltische Stätten in Deutschland e.V." werden.

"Wer im Tourismus Erfolg haben will und aus der Vielzahl von Angeboten herausstechen will, der muss sich etwas einfallen lassen." Nach Ansicht von Kreisbeigeordnetem Bardo Bayer ist der Thementourismus ein Ansatz, um der Region Identität und ein besonderes Marketinginstrument zu verschaffen. Mit der Gründung des Vereins "Keltenstraße - Keltische Stätten in Deutschland" werden verschiedene regionale Attraktionen zu einem Thema zusammengefasst und können so gemeinsam vermarktet werden. "Allein die spektakulären Funde auf dem Glauberg haben unser Wissen über die keltische Geschichte enorm bereichert. Das Landesmuseum, das direkt am Grabhügel des Keltenfürsten erbaut werden soll, belegt den herausgehobenen Stellenwert der Funde und des Standortes Glauberg."

Der Verein, der in der kommenden Woche gegründet wird, hat die Unterstützung zum Erhalt der keltischen Bodendenkmäler und Sehenswürdigkeiten, die Förderung der Museen und Rekonstruktionen zum Ziel. Zudem soll der Tourismus durch die Schaffung attraktiver Besichtigungsangebote und Beschilderung der Sehenswürdigkeiten gefördert werden.

Nach den Planungen der beteiligten Gründungsmitglieder soll dem Gründungsvorstand der Rödermarker Bürgermeister Roland Kern als Vorsitzender und Bernd-Uwe Domes, Geschäftsführer des Archäologischen Parks Glauburg, als Stellvertreter fungieren. Wegen der Bedeutung des Glaubergs für die keltische Geschichte in Deutschland und im Hinblick auf den künftigen Museumsstandort wird Glauburg Sitz des Vereins. Die Geschäftsstelle wird zunächst bei der Stadt Rödermark eingerichtet. Die Kosten für die Mitgliedschaft im Verein liegen für den Wetteraukreis bei jährlich 750 Euro.

Geben Sie uns ein Feedback zu dieser Seite

Ihre Bewertung für diese Seite:


RSS-Feed Drucken Schnellkontakt:

Wirtschaftsförderung Wetterau GmbH
Hanauer Str. 5 | 61169 Friedberg

Christian Agne XING

Tel: +49 (0) 6031. 692144
Fax: +49 (0) 6031. 692159

E-Mail: info@wfg-wetterau.de

weitere Kontaktmöglichkeit auch per Videokonferenz:

Skype:

MSN-Name: info@wfg-wetterau.de