(Aus dem Ovag Magazin Unser Oberhessen 2/2008)
In unserer Serie „Zuhause in Oberhessen" stellen wir in jeder Ausgabe einen Ort in unserer Region vor. In diesem Heft: Inheiden. Wie der Name andeutet, ist Inheiden ein einst im Heide kraut gegründetes Dorf. Am südlichen Rand des Landkrei ses Gießen gelegen, ist der Ort seit 1977 (im Zuge der Ge bietsreform) einer von insgesamt elf Stadtteilen Hungens. Weit über Oberhessen hinaus bekannt, ist das derzeit 1220 Einwohner zählende Örtchen für sein Wasser. Denn das heute von der OVAG betriebene, bereits 1912 erbau te Inheidener Wasserwerk, versorgt die Region mit qua litativ hochwertigem Trinkgenuss aus Basaltgrundwasser. Zwei über 40 Kilometer lange Wasserleitungen pumpen des Lebens Quell gar bis nach Frankfurt am Main. „Mit den Gewinnen aus den Wasserverkäufen wurde übrigens vor vielen Jahrzehnten die Elektrifi zierung Oberhessens mitfi - nanziert", berichtet Ortsvorsteher Heinz Joachim Schäfer.
Wenn auch die erste urkundliche Erwähnung Inheidens auf das Jahr 1148 zurückgeht – in diesem Jahr bestätigte Papst Eugen III. dem Augustiner Chorherrenstift Schiffen berg seine „Güter in Gineheiden" aus der Schenkung der Gräfi n Clementia von Gleiberg – so stammen doch die äl testen Bodenfunde der Gemarkung aus der Altsteinzeit, Geröllgeräte sowie ein Faustkeil, die auf Äckern in der Flur entdeckt wurden. Auch Funde aus der Jungsteinzeit, Ge fäßfragmente der jüngeren Rössner-Kultur, Scherben aus der Bronze- und Eisenzeit zeugen von der Besiedlung des Standortes, den schließlich die Römer mit einer Limesan lage sicherten. Spuren der römischen Grenzbefestigung sind noch heute am Feldheimer Wald in Inheiden und auf dem Gelände des Wasserwerks sichtbar und geben dem an Inheiden vorbeiführenden Limesradweg seinen Namen. Doch nicht nur für trinkbares Nass ist Inheiden vielen ein Begriff. An und auf dem dortigen größten See Oberhessens tummeln sich im Sommer neben den Einheimischen erholungsbedürftige Großstädter und andere Urlaubshungrige schwimmend oder im Gummiboot und auf Luftmatratzen paddelnd. Entstanden ist das rund 40 Hektar große Freizeitidyll aus der ehemaligen „Zeche Friedrich", die seit 1875 Braunkohle förderte. 1950 wurde der Abbau eingestellt, das „Baggerloch" füllte sich mit Quellwasser und aus dem Zulauf des Köstgrabens. Am seit 1971 sanierten Gewässer, das zu den reinsten und schönsten Hessens zählt, erfreuen sich bereits seit 1965 am ersten Augustwochenende Einheimische wie Besucher am traditionellen Feuerwerk zum Seefest.
„Selbst wenn hier nicht gerade der Bär im Sommer mit den Badegästen tobt, hat der geschichtliche Ort Inheiden einiges zu bieten", macht Ortsvorsteher Schäfer neugierig. Von einer Kirche, einem Gemeinde- und Bürgerhaus, über Sportplatz, Grundschule, Bäcker und weitere Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf sowie diverse Arbeitgeber, sei fast alles im Ort. „Die Verkehrsanbindung nach Gießen und Friedberg ist günstig. Und dann haben wir noch ein äußerst reges Vereinsleben", unterstreicht Schäfer. Neben einem Gesangverein, dem Radfahrverein und Segelclub sowie der
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