Weglänge: 36 Kilometer – 400 Höhenmeter – mehrere kräftige
Anstiege
Startpunkt: Münzenberg/Gambach, am Sportplatz
Reine
Fahrtzeit: 2,5 Stunden
ÖPNV-Anbindungen: wer mit der Bahn anreist, kann auch in Butzbach in
die Tour einsteigen und fährt hier vom Bahnhof in Richtung Marktplatz und folgt
dann der ausgewiesenen Route
Einkehrmöglichkeiten: Zahlreiche in Gambach, Münzenberg und
Butzbach

Der Münzenberger Stadtteil Gambach ist wesentlich bekannter als die Kernstadt, insbesondere bei Autofahrern hat er einen eher ungünstigen Ruf wegen der häufigen Nennung in den Verkehrsnachrichten in Zusammenhang mit langen Staus.
Wir starten im Industriegebiet in Gambach, überqueren die Straße und orientieren uns in Richtung Kreisverkehr, wo wir gleich die erste Abfahrt nehmen, Radwegweiser Richtung Münzenberg.
Direkt hinter der historischen Wetterbrücke fahren wir links. Jetzt heißt es erst einmal immer der Nase nach in Richtung Münzenberg. Nach knapp 3,5 Kilometern sehen wir rechter Hand vier Pyramiden. Sie gehören zum Geologischen Garten Münzenberg (1), eine in Privatinitiative betriebene Einrichtung.
Wir kommen über die Straße „Am Viehtrieb“ nach Münzenberg und fahren rechts auf die „Falkensteiner Straße“, das ist die Durchgangsstraße in Münzenberg. Dabei ignorieren wir die Radwegweiser nach rechts und nach links.
Rechts haben wir immer wieder die imposante Stauferburg im Blick. Die beiden Wehrtürme heißen im Volksmund „Wetterauer Tintenfass“. Wer mag, kann hier schon den ersten Stopp einlegen, die Besichtigung der Burg ist unbedingt empfehlenswert, zudem gibt es eine gute Gastronomie.
Wir fahren weiter bergan, unser Aufstieg endet erst kurz nach dem Ortsende. Hier fahren wir links auf den Radweg in Richtung Wölfersheim (2). Bevor wir die Autobahn überqueren, sollten wir noch einen Blick nach links werfen. Die „Steinberge von Münzenberg“ beherbergen eine Heidelandschaft, die durch die engagierte Pflege von ehrenamtlichem und hauptamtlichem Naturschutz sowie durch die Schafbeweidung erhalten wird.
Nachdem wir die Autobahn A45 überquert haben, nehmen wir die erste Kreuzung nach links. Nach einem knappen Kilometer stoßen wir auf die Landesstraße 3131, auf der wir dann nach Trais-Münzenberg rollen (3). Im Dorf selbst verlassen wir die nach rechts knickende Landesstraße wieder und fahren geradeaus weiter und folgen dann dem zweiten Radwegeschild in Richtung Eberstadt (4).
Im Dorf selbst passieren wir die imposanten Silos des Landhandels und folgen dem Schild „Zum Stock“. Kurz vor der Kirche geht es hier rechts ab und dann kräftig bergauf. Am Ende des langen Anstieges blicken wir zurück und sehen nur noch die Haube des Eberstädter Kirchturms (5).
Schließlich fahren wir nach links. Zwischen einigen Gehöften auf dem Weg nach Ober Hörgern überqueren wir abermals die Autobahn 45. Kurz hinter der Brücke sollten wir einen kleinen Abstecher nach rechts machen (6). Hier lässt sich ein Blick auf ein mehr als 30 Hektar großes Erdloch werfen, in dem Basalt abgebaut wird. Es sind die Ausläufer des vor 20 Millionen Jahren erloschenen Vulkans Vogelsberg.
Wir rollen jetzt weiter in Richtung Ober Hörgern, kurz vor dem Dorf fahren wir direkt hinter der grünen Lagerhalle in einer 90-Grad-Kurve nach rechts und erreichen nach wenigen hundert Metern Gambach (7). Unseren Startpunkt können wir jetzt rechter Hand im Süden sehen. Wir aber fahren vor der Barriere nach rechts und die erste Straße nach links (Hauptstraße), direkt auf die stattliche evangelische Kirche zu (die große Hallenkirche wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts fertig gestellt), vorbei an der Stadtverwaltung, die in der ehemaligen Zehntscheune untergebracht ist, kommen schließlich auf die viel befahrene Bahnhofstraße/Holzheimer Straße, der wir nach rechts für ein kurzes Stück folgen. Kurz vor dem Ortsausgang biegen wir nach links in Richtung Friedhof ein (8).
Wir unterqueren die Autobahn A5, eine der meist benutzten Fernstrecken Deutschlands. Jetzt beginnt ein langer Anstieg auf bequemem Weg, auf dem nur gelegentlich Autos fahren. Wir streifen den „dünnen Wald“ und durchqueren den „dicken Wald“ und überqueren auf einer Brücke die Gleise der Main-Weser-Bahn (9).
Wenn wir aus dem Wald herausfahren sehen wir schon den Butzbacher Stadtteil Pohl-Göns vor uns. In der Ortsmitte orientieren wir uns nach links in Richtung Butzbach. In Pohl-Göns fallen einige sehr schöne überdachte Tore zu den Hofreiten auf. Direkt hinter den Schienen folgen wir nach links dem Radweg nach Butzbach und fahren parallel zur Bundesstraße 3 (10).
Wir erreichen schließlich Butzbach, die Perle der Wetterau. An der großen Kreuzung überqueren wir die vierspurige Bundesstraße 3 an der Fußgängerampel und fahren die Tepler Straße entlang und orientieren uns dabei am Schild „Bürgerhaus“.
Am Kreisverkehr nehmen wir die dritte Abfahrt und unterqueren schließlich die Gleise. An der ersten Abfahrt geht es dann nach rechts direkt in Richtung Marktplatz, einer der schönsten in der Wetterau mit einem herrlichen Fachwerkensemble (11).
Weiter geht es in östlicher Richtung, vorbei am Museum in der Färbgasse und dann nach Süden wendend durch das Schlossgelände. Das jahrzehntelang von der US-Armee genutzte Areal wurde nach dem Abzug der Amerikaner im Rahmen eines großen Konversionsprojektes wieder einer friedlichen Nutzung zugeführt. Heute finden sich im Schlossgelände neben Wohnungen viele Büros, unter anderem auch die Stadtverwaltung.
Über die Straße „In der Alböhn“ (12) fahren wir durch ein Industriegebiet. Am Ende stoßen wir auf das Zentrallager einer bekannten Discounterkette. Hier fahren wir rechts auf den Feldweg parallel zur Autobahn A5. Nach ungefähr 500 Metern sehen wir auf der linken Seite eine Brücke über die Autobahn. Hier fahren wir links und dann für 2,5 Kilometer geradeaus in Richtung Rockenberg (13). Wir befinden uns jetzt auf dem hessischen Fernradweg R6, das heißt allerdings nicht, dass hier nicht ab und zu auch ein Auto fährt. Eine Belohnung für den langen Anstieg können wir uns leider nicht genehmigen. Die erste Kreuzung bei der Abfahrt fahren wir schon wieder links und folgen dem Asphaltweg nach ungefähr 250 Metern nach rechts, um schließlich die Landesstraße, die Schienen der Museumsbahn und die Wetter zu überqueren.
An dem Türmchen, das zur Jugendstrafanstalt Rockenberg gehört, halten wir uns links und fahren jetzt vorbei an den haushohen Mauern, hinter denen jugendliche Delinquenten ihre Strafe absitzen.
Wir folgen jetzt dem betonierten Weg in einer rechts-links-rechts- Kombination und kommen zu einem der Höhepunkte unserer heutigen Radtour, der „Hölle von Rockenberg“ (14), ein Naturschutzgebiet ganz besonderer Art. Hier soll die Europäische Sumpfschildkröte wieder heimisch gemacht werden, deshalb müssen wir uns mit einem Blick von der Aussichtsplattform begnügen.
Im folgenden Kieswerk wird feiner Sand gewonnen, die Haufen erinnern fast ein wenig an die Sahara. Eine andere Gemeinsamkeit mit der Wüste sind die Sandrosen, das sind Barytkristalle in Form einer Blume, die hier gefunden werden. Die wohl größte Sammlung ist im Sandrosen-Museum im Büdinger Jerusalemer Tor im Privatmuseum von Lothar Keil zu sehen.
Wir folgen unserem asphaltierten Weg und stoßen auf einen weiteren Asphaltweg, den wir nach links nehmen (15) und dann nur noch der Nase folgen müssen. Fast zwei Kilometer sind es bis nach Gambach. Zuvor überqueren wir noch die Schienen, die zu einem weiteren Steinbruch führen. An der Ampel im Ort fahren wir nach rechts und sind in wenigen Minuten an unserem Ausgangspunkt angelangt.

Evangelische Kirche in Gambach
Basaltabbau bei Gambach
Die Schlosskaserne in Butzbach ist eine hervorragendes Beispiel gelungener Konversion
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