Unsere heutige Wanderung beginnen wir im Niddaer Stadtteil Eichelsdorf. Wer mit dem Bus anreist, startet am Bürgerhaus. Wer mit dem Auto anreist, kann sich den Weg durch den Ort sparen und beginnt direkt die Wanderung an der evangelischen Kirche, etwas oberhalb des Dorfes.
Weglänge: Startpunkt von der Kirche: 12
Kilometer, 260 Höhenmeter. Beim Start vom Bürgerhaus ist der Weg um gut einen
Kilometer länger.
Reine Gehzeit: 2 ½ Stunden
Einkehrmöglichkeiten: in
Eichelsdorf
Anfahrt:
über die Bundesstrasse 455
Parkplatz: Wanderparkplatz am Bürgerhaus, oder
direkt an der ev Kirche Eichelsdorf
Startpunkt: Bürgerhaus oder ev Kirche Eichelsdorf
ÖPNV-Verbindungen:Bus Nr. 362 Nidda – Schotten (im Sommer auch der Vulkanexpress)

Wir beginnen unseren Weg von der Kirche aus, vorbei am Friedhof, und gehen in östliche Richtung den gut ausgebauten Asphaltweg entlang. Auf der rechten Seite sehen wir das Eichelbachtal, eines der letzten ursprünglichen Bachtäler im Osten der Wetterau. Unser Teerweg geht in einen Schotterweg über und nach gut zwei Kilometern stoßen wir erneut auf einen Teerweg, auf dem wir halbrechts weitergehen. (1) Wir beschreiben jetzt eine große Runde und werden später wieder an diesen Punkt gelangen.
Nach weiteren gut 700 Metern treffen wir auf die Kreisstraße (2), die die beiden Schottener Stadtteile Rainrod und Eichelsachsen verbindet. In einer Links-Rechts-Kombination überqueren wir die Straße und gehen dann in den Wald hinein, weiter bergauf. Wir folgen diesem Weg, gehen dann an der nächsten Wegekreuzung 200 m nach links, um dann wieder nach rechts abzuzweigen. Bald stoßen auf die größte Attraktion unserer heutigen Wanderung, die Mammutbäume, vermutlich die größten ihrer Art in der ganzen Region. Wer diese gigantischen Bäume mit einem Umfang von rund acht Metern sieht, denkt unweigerlich an steinalte Zeugen vergangener Jahrhunderte. Tatsächlich aber sind diese Mammutbäume relativ jung. Bei den fünf Bäumen, die wir hier am Hellerhäuschen sehen, ist das Alter ziemlich genau zu bestimmen. Der Riesenbaum Kaliforniens wurde 1895 in einem Garten in Griesheim bei Darmstadt ausgesät. 1899 kamen dann die zarten Pflänzchen hierher nach Schotten. Ihr Alter liegt also bei weniger als 120 Jahren. Ein schöneres Fotomotiv lässt sich kaum denken, vor allem wenn man als winziger Mensch neben diesen Baumriesen steht.
Wir gehen zurück zum „Hellerhäuschen“ und dann den Waldweg steil bergab. An der ersten Kreuzung überqueren wir den „Wander-Rundweg Nummer 3“, der uns vorher schon einmal als Führer gedient hat (4). Wenn wir jetzt, aus dem Wald kommend, den Blick nach rechts wenden, haben wir nicht nur einen herrlichen Ausblick auf den Vogelsberg, hinter dem Wald rechts, verbirgt sich der Niddastausee. Ein kleines Stückchen müssen wir noch laufen, dann gibt der Wald den Blick auf diese touristische Attraktion frei.
Der Niddastausee wurde 1970 seiner Bestimmung übergeben. Wenn der See gefüllt ist, ist er bis zu 50 Meter tief und fasst 6,6 Mio. Kubikmeter Wasser. Vom Zufluss der Nidda bis zur Staumauer beträgt die Entfernung rund 1,4 Kilometer, an der breitesten Stelle beträgt die Entfernung rund 600 Meter. Die Planungen für den Niddastausee liegen lange zurück. Intensiviert wurden sie durch ein Hochwasser-Ereignis um die Jahreswende 1967/68. Nach heftigen Schneefällen und lang anhaltender Frostperiode stieg das Thermometer binnen kürzester Zeit auf zehn Grad. Dazu gab es anhaltenden Regen, der tiefgefrorene Boden konnte die Wassermassen nicht aufnehmen, sodass in kürzester Zeit die Keller voll liefen und in Nidda die Altstadt zwei Meter unter Wasser stand. Heute hat der Niddastausee neben seiner Bedeutung als Hochwasserregulator und Lieferant umweltfreundlicher Energie eine hohe Bedeutung für den Tourismus. Ein Campingplatz und ein kleiner Yachthafen zeugen von den Freizeitaktivitäten, die hier möglich sind. Motosportliche Aktivitäten sind hier untersagt.
Wir gehen auf unserem asphaltierten Weg weiter direkt in Richtung Rainrod. Über die Straße „Am Stausee“ gelangen wir in den Ort. Hier sollte man noch einmal den Blick nach rechts und nach links wenden, da tut sich die eine oder andere Sehenswürdigkeit auf (5). Über den „Alten Weg“ und die „Weißbachstraße“ kommen wir, zunächst die Kreisstrasse nach Eichelsachsen überquerend, zum Bürgerhaus und gehen weiter in Richtung Kirche (6). Das schöne Gebäude aus Feldstein stammt aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Rainrod hingegen ist wesentlich älter. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1261. Am letzten Augustsonntag (28.8.) feiert der Ort sein 750-jähriges Bestehen mit einem großen Festumzug.
Wir gehen nach links, bergauf am Friedhof vorbei und folgen dem Asphaltweg jetzt für knapp einen Kilometer. Wir kommen zurück an den vorher schon erwähnten Punkt und wenden uns hier nach rechts, zurück in Richtung Eichelsachsen. Anders aber als auf dem Hinweg gehen wir nach gut 500 Metern nach rechts und folgen damit dem „VV“, mit dem der Vulkanring-Wanderweg ausgezeichnet ist (7).
Wer einen Sinn für Naturschutz hat, der findet hier eine ganze Reihe von wertvollen Flächen, die es zu bewundern gibt. So wurde unlängst eine Geröllfläche freigelegt, die für Wärme liebende Insekten und Tierarten ein Paradies geworden ist. Auf unserem weiteren Wanderweg kommen wir über den Eichköppel, eine Magerrasenfläche von ganz besonderer Qualität. Auch hier hat der Mensch eingegriffen, um diese besonders wertvollen Flächen zu erhalten. Vor wenigen Jahren noch waren diese mit Schwarzdornhecken dicht bewachsen. Erst das mechanische Freischneiden und später die „Nacharbeit“ durch Schafe und Ziegen sorgen dafür, dass die Flächen frei bleiben und sich hier besondere Pflanzen ansiedeln konnten. Mit den seltenen Pflanzen kommen auch besondere Tierarten, die wiederum von diesen Pflanzen abhängig sind. Wer solche Naturräume erhalten möchte, ist auf die enge Zusammenarbeit von amtlichem Naturschutz und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern angewiesen. In der Wetterau wird diese Zusammenarbeit in vorbildlicher Weise gepflegt.
Auf unserem Weg erleben wir bald einen herrlichen Ausblick weit über Eichelsdorf, Unter- und Ober-Schmitten hinaus bis zum Taunus, wo wir den Großen und den Kleinen Feldberg und den Winterstein erkennen können.
Auf einem schmalen Pfad geht es jetzt bergab (8). Wir nehmen den ersten Weg nach links und haben schon die Kirche und unseren Ausgangspunkt im Blick. Wer mit dem Bus angereist ist, geht hier nicht nach links, sondern geradeaus und wird direkt über das „VV“ zum Bürgerhaus geführt.
Wolfgang Eckhardt, Vulkan- und Naturführer im Vogelsberg. Wer diese Wanderung mit ihm als Führer machen möchte, kann dies tun, indem er ihn direkt anruft (Tel.: 06043/6210). Mit dem Baumriesen. Die Mammutbäume sind mehr als 30 Meter hoch und haben einen Umfang von rund acht Metern in 1,30 Meter Höhe. Erst wenn ein Mensch neben dem Stamm steht, sieht man ihre Mächtigkeit.

Blick auf den Schottener See mit Yachthafen, im Hintergrund rechts die Stadt Schotten.

Die steinerne Kirche von Rainrod.

Am Horizont der Blick auf den Schottener Wald mit den Mammutbäumen, die über die anderen Baumwipfel herausragen.

Idylle mit Funkturm des Hoherodskopf.

Vom Eichköppel aus geht es steil bergab. Vorher können wir noch die Aussicht genießen mit Eichelsdorf im Vordergrund, am Horizont der Taunus mit dem Großen und dem Kleinen Feldberg.
Eichköppel von Eichelsdorf
Der Eichköppel von Eichelsdorf wurde 1995 als Naturschutzgebiet im Jahr 1995 ausgewiesen. Das 41 Hektar große Gebiet war von Verbuschung bedroht oder bereits verbuscht, heute gibt es Streuobstflächen und Magerrasen mit wertvollen Pflanzen wie Enzian, Schillergras, Wiesenthymian und Lichtnelke.
43 Vogelarten wurden hier nachgewiesen, unter anderem der Kleinspecht, Grasmücken und Neuntöter, 150 verschiedene Insekten und Wanzenarten sowie Zauneidechse, Ringelnatter und Schlingnatter.
Besonders farbenfroh im Sommer sind die Schmetterlingsarten Kaisermantel, Schwalbenschwanz und Dunkelbrauner Bläuling.
Wirtschaftsförderung Wetterau GmbH
Hanauer Str. 5 | 61169 Friedberg
Christian Agne
Tel: +49 (0) 6031. 692144
Fax: +49 (0) 6031. 692159
E-Mail: info@wfg-wetterau.de
Geben Sie uns Ihr Feedback